Glauben: Die Evangelisch-reformierte Kirchengemeinde will ihre Angebote zentralisieren.

Das Gemeindeleben der Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde soll in Zukunft in der Stadtmitte – hier die Stadtkirche – zentralisiert werden. Das stößt weiter auf Widerstand.  (Archiv
Das Gemeindeleben der Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde soll in Zukunft in der Stadtmitte – hier die Stadtkirche – zentralisiert werden. Das stößt weiter auf Widerstand. (Archiv

Das Gemeindeleben der Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde soll in Zukunft in der Stadtmitte – hier die Stadtkirche – zentralisiert werden. Das stößt weiter auf Widerstand. (Archiv

Simone Bahrmann

Das Gemeindeleben der Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde soll in Zukunft in der Stadtmitte – hier die Stadtkirche – zentralisiert werden. Das stößt weiter auf Widerstand. (Archiv

Wülfrath. "Miteinander statt gegeneinander" heißt ab sofort das Motto in der Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde. Das war offenbar in der Vergangenheit nicht immer so und klang bei der Hauptversammlung am Wochenende im Gemeindehaus Am Pütt auch immer wieder durch.

Der wichtigste Schritt in die neue Richtung soll die Konzentration der Gemeindearbeit auf die Stadtkirche und das Gemeindehaus Am Pütt werden - womit auch dringend notwendige Einsparungen möglich wären. Dieser Grundsatzbeschluss des Presbyteriums stammt bereits vom 12.Juni 2006.

Das Landeskirchenamt wartet auf die Umsetzung der Sparbeschlüsse

"Wir dürfen uns nicht darauf beschränken, jeden ersten Sonntag im Monat einen zentralen Gottesdienst anzubieten", sagte Jost vor rund 80 Zuhörern. "Es muss versucht werden, Gemeindegruppen und Kreise aus den anderen Gemeindehäusern zum Pütt zu verlagern." Er verstehe die "nachvollziehbaren Widerstände aus der Reihe der Betroffenen".

Jost appellierte jedoch, die vorhandenen und noch zu befürchtenen finanziellen Einschnitte auch als Chance zu begreifen, "an der Neuausrichtung unserer Gemeinde gemeinsam durch Pfarrer, Mitarbeiter und Ehrenamtler zu arbeiten". Nicht zuletzt sitzen der Gemeinde der Kreissynodalvorstand und das Landeskirchenamt im Nacken, die mahnten, den Grundsatzbeschluss endlich zeitnah umzusetzen.

Ein nicht minder wichtiger Schritt wurde inzwischen in der Besetzung vakanter Presbyterstellen gemacht (die WZ berichtete). Nachdem sie erst im Frühjahr gewählt worden waren, schieden bekanntlich sechs wenig später bereits aus. Drei waren, so Jost, mit der Effizienz der Arbeit in dem Gremium unzufrieden. Mit Klaus Jansen und Inga Wolf konnten zwei schon nachgewählt werden. Weitere Kandidaten sind aber Mangelware. Besetzt ist mittlerweile die Entlastungspfarrstelle. Seit 1. Januar versieht sie Pfarrer Hartmut Louis.

Die Kindergartenbetreuung spielt eine große Rolle

In der nächsten Presbyteriumssitzung am kommenden Montag werde zudem über die Finanzierung der 50 000 Euro entschieden, die die erforderlichen Umbaumaßnahmen für die U3 in Rohdenhaus kosten. Wobei die Versammlung einen ausdrücklichen Dank in Richtung Stadt sandte, die seit Sommer 2006 die Betriebskosten für die von der Schließung bedrohte Einrichtung übernommen hat.

Obwohl die 6474 Mitglieder zählende Kirchengemeinde sowohl mit dem demografischen Wandel als auch finanziellen Einschnitten zu kämpfen hat, wurde deutlich, dass an einigen Eckpunkten der Gemeindearbeit nicht gerüttelt werden darf: Dazu zählt ganz oben die Kindergartenbetreuung.

Sowohl in Josts Jahresbericht als auch in zahlreichen Wortmeldungen fielen neben der angestrebten Zentralisation vor allem die Stichworte "Jugendarbeit" und "Erhalt der Kindergärten". Hier sei der Ort, an dem man die jungen Familien und vor allem die Kinder erreiche.

"So sind wir froh über jeden Kindergarten, den wir betreiben dürfen", sagte Jost. Daher habe das Presbyterium beschlossen, in der "Villa Kunterbunt" in der Ellenbeek und im "Düsseler Tor" in Süd die Voraussetzungen für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren (U3) zu schaffen.

Zum Abschluss gaben die Gemeindemitglieder Jost & Co. noch einige Hausaufgaben mit auf den Weg. Sie waren zu Beginn aufgefordert worden, Ideen für eine Neuausrichtung der Gemeindearbeit zu Papier zu bringen. Das Presbyterium hat sich die Auflage gemacht, bis zum 20.April eine Neuausrichtung zu konzipieren.

Die Vorschlagspalette reicht von der Schaffung einer Diakonstelle für die Jugendarbeit, geht über die Einrichtung einer Pfarrsprechstelle samt Nottelefon bis hin zu dem Wunsch, neue Gemeindemitglieder künftig besser aufzunehmen. "Ich bin seit zwei Jahren hier in Wülfrath", sagte Friedemann Schott, "und wurde niemals offiziell willkommen geheißen - weder persönlich noch in einem Brief".

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