Gymnasiast Florian Thiel (18) hat sich den kniffligen Aufgaben der 20. Internationalen Biologie-Olympiade gestellt.

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Der Gymnasiast Florian Thiel ist auch ein junger Wissenschaftler, der für die Bio-Olympiade erfolgreich forscht.

Der Gymnasiast Florian Thiel ist auch ein junger Wissenschaftler, der für die Bio-Olympiade erfolgreich forscht.

Simone Bahrmann

Der Gymnasiast Florian Thiel ist auch ein junger Wissenschaftler, der für die Bio-Olympiade erfolgreich forscht.

Wülfrath. Die Stadt hat einen frisch gebackenen Olympioniken. Nach Leichtathlet Manfred Kinder hat jetzt auch der 18-jährige Florian Thiel eine Olympiateilnahme vorzuweisen. Sportlich musste er sich nicht betätigen, geschwitzt hat er trotzdem.

Der Gymnasiast hat an der 20. Internationalen Biologieolympiade (IBO) teilgenommen. Mit nur 1,5 Punkten Rückstand hat er als einer der jüngsten Teilnehmer den Einzug in die zweite Runde 2008 knapp verpasst. Jetzt bereitet er sich auf den Wettbewerb in diesem Jahr vor.

Zellbiologie und Genetik interessiert ihn besonders

Aufgaben aus den Bereichen Biochemie, Zellbiologie/Genetik, Botanik und Zoologie musste er in der ersten Runde lösen. Seine Konkurrenz bestand aus über 500Oberstufenschülern aus der ganzen Republik. "Mich hat am meisten der Bereich Zellbiologie/Genetik interessiert", sagt der Schüler, der dem Geheimnis des Alterns auf der Spur war.

Und auch die elterliche Küche war vor seinem Tatendrang nicht sicher, denn: Steaks mussten gebraten, Karotten gekocht und - der Horror jeder Hausfrau - Milch musste zum Überkochen gebracht werden.

Warum verkohlt ein Steak, wenn man es zu heiß brät? Warum werden Karotten weich, wenn man sie kocht? Warum kocht Milch schnell über? Diese und ähnliche Fragen musste er beantworten.

"Die Aufgaben hatten absolutes Universitätsniveau", sagt Biologielehrerin Birgit Lampe. Zwei Wochen seiner Ferien hat der Gymnasiast für die Test geopfert. Seine Lösungen musste er in einem Bericht zusammenfassen, der dann von einer Jury ausgewertet wurde.

Lehrerin Lampe stand ihrem Schützling mit Rat und Tat zu Seite. "Ich musste ja auch mikroskopieren, das konnte ich zu Hause nicht machen", sagt Thiel. Und Lampe ist stolz auf ihren Schüler:

"Er war damals ja erst in der 11. Klasse. Die meisten Teilnehmer sind schon älter und hatten die Themen bereits im Unterricht. Auch Schulleiterin Erika Winkler war über so viel Engagement restlos begeistert. "Sie war richtig sauer, dass die jüngeren Schülern keine zusätzlichen Punkte aufgrund des Altersunterschiedes bekommen", erzählt Lampe lachend.

Dafür haben sich die Lehrerinnen ein besonderes "Bonbon" für Florian ausgedacht: "Ich muss in diesem Jahr keine Facharbeit schreiben."

Aber deswegen habe er nicht an der Olympiade teilgenommen, sondern aus Interesse. "Mich interessieren die Naturwissenschaften einfach. Vielleicht studiere ich nach dem Abi Biologie", sagt Thiel.

Im nächsten Schuljahr will er wieder dabei sein. Und mindestens die zweite Runde (vier gibt es insgesamt) erreichen.

Vorbereitung auch in der Uni-Bibliothek

Seine Teilnahme plant er schon jetzt generalstabsmäßig: "Diesmal fahre ich in die Universitätsbibliothek nach Düsseldorf."

Bisher hatte er seine Informationen aus den Schulbüchern und dem Internet - da kennt er sich auch ganz gut aus. Denn sein Computer ist ihm fast so lieb wie das Mikroskop.

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