Stadtbrandmeister René Rahner fordert vier Festanstellungen für die Freiwillige Feuerwehr.

Die Feuerwehr – hier bei einem Einsatz am Erlenweg – braucht dringend mehr Personal. Die Wehrleitung plädiert daher für die Schaffung von vier festen Stellen für Gerätewarte.
Die Feuerwehr – hier bei einem Einsatz am Erlenweg – braucht dringend mehr Personal. Die Wehrleitung plädiert daher für die Schaffung von vier festen Stellen für Gerätewarte.

Die Feuerwehr – hier bei einem Einsatz am Erlenweg – braucht dringend mehr Personal. Die Wehrleitung plädiert daher für die Schaffung von vier festen Stellen für Gerätewarte.

Archiv Simone Bahrmann

Die Feuerwehr – hier bei einem Einsatz am Erlenweg – braucht dringend mehr Personal. Die Wehrleitung plädiert daher für die Schaffung von vier festen Stellen für Gerätewarte.

Wülfrath. Sind die Tage der reinen Freiwilligen Feuerwehr Wülfrath gezählt? Geht es nach der Wehrleitung, ist das der Fall. Im Entwurf des Brandschutzbedarfsplans schlägt sie die Festanstellung von vier Gerätewarten durch.

"Das ist eine Minimalforderung", betont Stadtbrandmeister René Rahner, dass er zur Schaffung von Stellen keine Alternative sieht. "Sonst können wir tagsüber nicht ausreichend Einsatzkräfte vorhalten", sagt Rahner.

Neue Fahrzeuge, Umbauten in den bestehenden Feuerwehrgebäuden und ein weiterer Feuerwehrstandort an der Mettmanner Straße machen den Forderungskatalog der Wehr an die Stadt komplett. In der Summe ein millionenschweres Paket, das die Politik beraten muss.

Der Maßnahmenkatalog schockt die Politik

"Ich muss schon sagen, dass ich ein bisschen schockiert bin", reagierte Detlef Gatermann (SPD) im Ausschuss für Verkehr und Ordnung überrascht über die vorgeschlagenen Maßnahmen. Parteifreund Wolfgang Preuß fragte dementsprechend nach den Gesamtkosten: "Was kommt da auf uns zu?"

Ein klare Antwort gab Ordnungsamtsleiter Reinhard Schneider nicht. Nicht, dass er sich vor dieser drücken wollte: "Es sind verschiedene Modelle durchzurechnen. Es ist auch noch nicht abzusehen, welche Maßnahmen tatsächlich umgesetzt werden müssen.

Die Umsetzung erfolgt frühestens ab 2010", deutete Schneider an, dass die Fraktionen ausgiebig Beratungszeit haben. Der vorliegende Plan sei die Diskussionsgrundlage dafür.

Rund anderthalb Jahre hat Rahner an der Erstellung des Plans gearbeitet. Auf 115 Seiten analysiert er den Ist-Zustand des Brandschutzes in Wülfrath, zeigt rechtliche Vorgaben auf, dokumentiert die Defizite und formuliert die Maßnahmen, die ergriffen werden sollten. Seine Kernaussage: "Wir brauchen mehr Personal zur Sicherstellung unserer Aufgaben."

In der Sitzung machten Schneider und Rahner klar, dass Brandschutz eine kommunale Pflichtaufgabe ist. Im Kreis Mettmann ist Wülfrath die einzige Stadt, die keine Berufsfeuerwehrleute vorhält.

Ausgangspunkt des Planes ist ein angenommener Wohnungsbrand in einem 1. Obergeschoss mit einer eingeschlossenen Person: Wie lange dauert es, bis der erste Trupp am Einsatzort ist? Können ausreichend Einsatzkräfte mobilisiert werden? Werden in Nacht- und Wochenendzeiten die geforderten Vorgaben erreicht, ist das wochentags nicht der Fall.

Verschiedene Ursachen nennt der Stadtbrandmeister dafür: Zum einen kann nicht gewährleistet werden, dass tagsüber ausreichend Kräfte in Wülfrath abrufbereit sind. "Immer mehr arbeiten außerhalb", so Rahner. Zudem hat die Untersuchung ergeben, dass eine Vielzahl der Wehrleute im Bereich Mettmanner Straße/Heinrich-Heine-Straße wohnen. "Der Weg zur Wache ist lang." Das hat zur Folge, dass die Wehrleute nicht immer im vorgegebenen Zeitfenster in der Wache ankommen.

Um diese Probleme abzustellen, schlägt die Wehr die Schaffung von vier Stellen sowie die Errichtung eines Feuerwehrgerätehauses an der Mettmanner Straße vor.

Andere Forderungen befassen sich mit dem baulichen Zustand der Wachen an der Wilhelmstraße und in Flandersbach. So befinden sich beispielsweise die Umkleiden in den Fahrzeughallen, was unzulässig ist.

Der Brandschutzbedarfsplan ist bindend, wenn er einmal beschlossen ist. "Wir müssen die Notwendigkeiten des Brandschutzes mit den Zwängen des Haushaltssicherungskonzeptes in Übereinstimmung bringen", zeigte Udo Switalski (CDU) das Kunststück auf, das der Rat vollbringen muss.

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