Der Erlös der ersten Modenschau im Museum bleibt in der Einrichtung.

Denise Topal (r.) und Aline Schepper zählten zu den Models, die das Museum zum Modezentrum für einen Nachmittag machten.
Denise Topal (r.) und Aline Schepper zählten zu den Models, die das Museum zum Modezentrum für einen Nachmittag machten.

Denise Topal (r.) und Aline Schepper zählten zu den Models, die das Museum zum Modezentrum für einen Nachmittag machten.

Simone Bahrmann

Denise Topal (r.) und Aline Schepper zählten zu den Models, die das Museum zum Modezentrum für einen Nachmittag machten.

Wülfrath. Berühmte Modedesigner greifen bekanntlich gerne Themen aus der guten alten Zeit auf. Der Charme der 50-er und die Flowerpower der 60-er und 70-er werden in diesem Sommer gerne für modern erklärt. Zum Glück kann "frau" auf eine sehr lange Modegeschichte zurückblicken, aus der man sich durchaus auch Inspiration von vor über 150 Jahren holen kann. Bunte Tücher - das Accessoire dieses Sommers. Oder auch die feine Spitze - an weißen Sommerblusen ganz aktuell der Hingucker! Es scheint, als hätten die gerade restaurierten Kleider-Exponate des Niederbergischen Museums bei der Frühjahrs- und Sommermode 2009 ihre Hand im Spiel gehabt.

Vier von zehn angefragten Geschäften machten mit

"Mode von gestern und heute" präsentierte das Museum am Sonntag vor einem begeisterten Publikum. "Als wir endlich wieder unsere frisch aufgearbeiteten historischen Textilien im Museum begrüßen konnten, wollte ich noch etwas draufsetzen", sagt Christa Hoffmann, Geschäftsführerin des Museum-Fördervereins. Bei der von ihr initiierten Modenschau nutzten vier von zehn angefragten Wülfrather Modegeschäfte ihre Chance: "Le Clou", "Mode Via", "Mode Kullmann" und "New Corner" trugen ihre Fashion im historischen Ambiente zur Schau. Und taten gleichzeitig Gutes: Der Erlös der Modenschau blieb im Muesum.

"Zwischen den alten Exponaten fühlt man sich direkt noch jünger und fescher", scherzte Ulrike Höpfner-Müller, Besitzerin des Crèmetöpfchens und moderierte flott den Querschnitt durch die Wülfrather Mode. Zahlreiche Besucher waren zu der Schau und dem anschließenden Waffelessen erschienen, holten sich jedoch nicht nur modische Inspiration. Auch über die Situation der Modegeschäfte in der Wülfrather Innenstadt wurde gesprochen. "Viele Leute haben Scheu, in kleinere Geschäfte zu gehen. Sie fühlen sich verpflichtet, etwas zu kaufen. Dabei können sie bei uns unverbindlich etwas anprobieren oder sich auch einfach nur umschauen. Wir freuen uns über jeden Besucher", betont Erna Kullmann und sieht die Modenschau als "Chance zu zeigen, was wir zu bieten haben."

Und das kam an. "Endlich habe ich einen Jeansrock gefunden, den ich richtig schick finde", freute sich zum Beispiel Doris Dahm. Überraschend erfrischend präsentierten die kleinen und großen Hobbymodels, dass Mode nicht nur an Stars gut aussehen kann. Die beige Sommerhose mit dem weißen Blazer lässt auch die älteren Damen fesch ausschauen.

Für die Jugend sind blumige Muster angesagt. Und die Kleinsten präsentieren sich selbstbewusst in verschiedenen Lila-Tönen und legten dazu noch einen Tanz aufs Parkett. "Auch bei den Jungs sind in diesem Jahr Accessoires erlaubt", gibt Simone Andrée (New Corner) Tipps für ein flottes Outfit. "Wülfrath hat keine Dorfmode. Wir verkaufen teilweise hochwertigere und aktuellere Mode als manche Geschäfte in größeren Städten. Außerdem: Schnuckelige Geschäfte mit kompetenter und vor allem persönlicher Beratung - wo findet man das noch heutzutage?"

Rahime Güngör von "Mode Via" ist begeistert von der Modenschau und dem positiven Feedback zu den Stücken, die sie zur Show mitgebracht hat. "Wir überlegen zur Zeit, ob es beim nächsten Kartoffelfest eine große Modenschau geben soll." Mit Beteiligung weiterer Geschäfte. "Auf der einen Seite jammern viele. Aber auf der anderen Seite: Von nichts kommt auch nichts", bringt es Ulrike Höpfner-Müller auf den Punkt.

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