Bei bestem Wetter strömten viele Menschen zu den Gartentagen zur Vorburg.

Ein Treffpunkt für Garten-Fans war die Vorburg am Wochenende.
Ein Treffpunkt für Garten-Fans war die Vorburg am Wochenende.

Ein Treffpunkt für Garten-Fans war die Vorburg am Wochenende.

Simone Bahrmann

Ein Treffpunkt für Garten-Fans war die Vorburg am Wochenende.

Wülfrath. "Der Garten ist meine Leidenschaft. Ich hab schon einen grünen Daumen", sagt Maria Kinder. Die Wülfratherin hat Gefallen an einem Zierapfel gefunden und denkt darüber nach, wo das Bäumchen im eigenen Garten wachsen könnte. "Eigentlich ist ja kein Platz mehr, aber ich pflanze dann immer irgendwas um", sagt sie und lacht. Vermutlich ging es vielen der Besucher bei den Hardenberger Gartentagen ähnlich.

Bio-Gärtnerei ist kein Garant für gute Verkaufsgeschäfte

Bei bestem Gartenwetter stöberten die Menschen rund um das Schloss nach Schönem und Brauchbarem für den Balkon oder das eigene Kleinod hinterm Haus. "Garten liegt im Trend. Es gab noch nie so viele Gartenzeitungen und Gartensendungen", sagt Lars-Peter Kroh. Der Wittgensteiner Staudengärtner betreibt einen Biolandbetrieb und achtet bei der Aufzucht seiner Pflanzen streng auf die vorgeschriebenen ökologischen Kriterien. Torffreie Erde, organischer Dünger und keine chemischen Spritzmittel: Das gehört zum ABC der Biogärtnerei, das allerdings nicht allen Hobbygärtnern wirklich wichtig zu sein scheint. "Nur weil hier Bio draufsteht, verkaufe ich die Pflanzen nicht besser", bedauert der Gärtnermeister. Dafür durfte er am Wochenende vor allem Pflanzen über die provisorische Ladentheke reichen, die das Wort "Sonne" im Namen führen.

Sonnenhut, Sonnenauge, Sonnenbraut: Das waren die Renner für den hoffentlich noch schönen Spätsommer. "Die blühen jetzt und sind deshalb gefragt", weiß der Experte. Und immer mehr Menschen sehnen sich nach dem eigenen Grün. Und dass nicht nur, um sich dort gemütlich in die Hängematte zu legen. Im Garten wird gegraben, gejätet und gepflanzt. Frischluft tanken und Schwitzkuren wechseln sich ab mit Entspannungs- und Dehnübungen. Bei vielen Hobbygärtnern sinkt das Stressniveau, sobald sie am Wochenende das Gartentürchen hinter sich zumachen.

Wenn das Jäten zur Entspannung beiträgt

"Ich rate meinen Kunden allerdings vorher immer, sich Gedanken zu machen, wie viel Arbeit und Zeit sie in den Garten investieren wollen. Sonst wächst einem die ganze Sache schnell über den Kopf", sagt Gärtnermeister Armand Kremer von der Staudengärtnerei "Green Globe" aus Würselen. Er nahm sich für seine Kunden viel Zeit, um in Katalogen zu blättern. Vor allem die Frage nach den optimalen Standortbedingungen treibt viele Hobbygärtner um. Die meisten genießen allerdings mehr, als dass der Garten als Arbeit empfunden wird. "Für mich ist das Entspannung. Fürs Grobe ist mein Mann zuständig", verrät Margret Bullmann.

Damit die Gartenarbeit nicht zur Qual wird, gab’s bei den Hardenberger Gartentagen übrigens auch reichlich Zubehör fürs bequeme Werkeln im eigenen Grün. Ins Auge fielen unter anderem die japanischen Gartenhandschuhe der Firma Timmasiru. Auf der Handfläche Kautschuk, der Rest aus luftdurchlässigem Netzstoff: Da griffen viele Gärtner zu, die das Problem von Brenneseln, Rosendornen und verschwitzten Händen in Gummihandschuhen kennen.

Mehr als 40 Aussteller waren diesmal beim Gartenmarkt dabei. Es gab nicht nur Blumenzwiebeln, Küchenkräuter oder Staudengewächse in reichlicher Auswahl, sondern auch Kreatives aus Metall und Stein. Außerdem waren die Besucher zu Vorträgen und Diskussionsrunden rings um den Garten eingeladen.

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