Rohdenhaus: Die Grundschule wird geschlossen. Zum Abschied feierten Schüler, Lehrer und Eltern am Mittwoch noch einmal gemeinsam.

Gemischte Gefühle am letzten Schultag: Die Kinder freuen sich auf die Ferien, viele sind aber auch traurig darüber, dass die Schule endgültig geschlossen werden muss.
Gemischte Gefühle am letzten Schultag: Die Kinder freuen sich auf die Ferien, viele sind aber auch traurig darüber, dass die Schule endgültig geschlossen werden muss.

Gemischte Gefühle am letzten Schultag: Die Kinder freuen sich auf die Ferien, viele sind aber auch traurig darüber, dass die Schule endgültig geschlossen werden muss.

Simone Bahrmann

Gemischte Gefühle am letzten Schultag: Die Kinder freuen sich auf die Ferien, viele sind aber auch traurig darüber, dass die Schule endgültig geschlossen werden muss.

Wülfrath. Darius (9) und Laura (10) erleben den letzten Schultag vor den Sommerferien mit gemischten Gefühlen: Natürlich freuen sie sich auf sechs Wochen freie Zeit, aber sie sind auch ein bisschen traurig. Denn ihre Schule wird auch nach den großen Ferien geschlossen bleiben. An der Grundschule Rohdenhaus fand am Mittwoch der buchstäblich letzte Schultag statt - weil nicht genügend Schüler für eine neue erste Klasse angemeldet wurden. "Ich wünsche mir, dass die Schule nicht abgerissen wird", hat Darius auf einen Zettel geschrieben: Einer der Wünsche, die die Schüler zum Schluss mit Luftballons steigen lassen. Laura hofft außerdem auf einen guten Start an der neuen Schule - und dass alle weiter zusammenhalten. Die in den Himmel steigenden Luftballons mit den Wunschzetteln setzen den Schlusspunkt einer emotionalen Feier, bei der auch manche Träne verdrückt wird. Schüler, Lehrer und Eltern sind in der Turnhalle zusammengekommen, um noch einmal gemeinsam zu feiern. "Es ist schon traurig, dass hier bei uns im Dorf alles dichtgemacht wird", sagt Marion Redding, deren Kinder Tobias (10) und Alexander (7) die kleine Stadtteil-Schule besucht haben. "Ich hoffe, dass das Gebäude für die Rohdenhauser erhalten bleibt", sagt sie - die Idee eines Bürgerzentrums, die von den Initiatoren des neuen Bürgervereins kommt, ist unter den Eltern schon auf große Zustimmung gestoßen. Kritisiert wird allerdings, dass niemand aus dem Rathaus den Weg zur kleinen Abschlussfeier gefunden hat.

Wegen sinkender Schülerzahlen war die Zukunft der Grundschule Rohdenhaus lange ungewiss. Im Mai deutete sich dann das endgültige Aus an: Eine Anmeldung wurde zurückgezogen - und damit die Mindestschülerzahl von 18 unterschritten. Damit konnte keine neue Eingangsklasse gebildet werden, und auch die dritte Klasse hätte wegen gesunkener Schülerzahl aufgelöst werden müssen. Die komplette Schule befindet sich damit in der Auflösung, sagte Schulrat Erhard Steinbrink.

Reine Formsache war demnach die Abstimmung im Stadtrat über die Schließung der Schule: Eine Ratsmehrheit stimmte am Dienstagabend für den formal notwendigen Beschluss - DLW, Grüne und Teile der CDU votierten dagegen.

Hans-Werner van Hueth, Fachbereichsleiter Jugend und Soziales, wies in der Ratssitzung Vorwürfe zurück, die Stadt hätte sich nicht energisch genug für den Fortbestand der Schule eingesetzt. "Die Stadt hat alles getan, was man tun kann", so van Hueth, aber letztlich habe alles nichts geholfen.

"Ich wünsche uns, dass das Zusammenleben im Stadtteil weiter so positiv verläuft", sagt Schulleiterin Marlies Leuth und verweist auf die Integrationsarbeit der Schule. Leuth dankt vor allem den Eltern: "Sie haben mir das schönste Geschenk gemacht, dass Sie mich in dieser Stunde nicht allein lassen." Bei der Abschlussfeier werden auch noch einmal die Stärken der kleinen Schule deutlich: Engagierte Eltern, familiäre Betreuung und viele Projektgruppen - wie die "Trommelkids" und der Chor. "Alte Schule, altes Haus - du siehst heute anders aus", singen die Grundschüler: "Ich geh zum letzten Mal durch deine Tür." Die nächste Strophe "Neue Schule, neues Glück" klingt dann aber schon nicht mehr ganz so wehmütig. Nach den Sommerferien geht es für die meisten der Erst- bis Drittklässler gemeinsam an der Lindenschule weiter. "Das ist zumindest eine annehmbare Lösung", sagt Marion Redding. Anzeige

 

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer