Schulausschuss nimmt Prüfauftrag an die Verwaltung zurück.

Wülfrath. "Wenn Sie die Schulen beschneiden, senken Sie deren Attraktivität", warnte Frieder Winterberg, Leiter der Theodor-Heuss-Realschule, im Schulausschuss. Und auch Erika Winkler, Leiterin des Gymnasiums, bekräftigte: "Ohne besondere, verlässliche Angebote werden die Eltern für ihre Kinder andere Schulen in anderen Städten wählen."

Leiter von Realschule und Gymnasium warnten nachdrücklich

Die Überlegungen, beide Schulen auf eine Dreizügigkeit festzulegen, stößt auf Ablehnung, machten die Schulleiter deutlich. Und die Befürchtungen, der Schulstandort werde geschwächt, scheinen in Teilen der Politik angekommen zu sein.

Von dem Beschluss, die Verwaltung solle die Reduzierung der Zügigkeit prüfen, sah das Gremium auf Vorschlag der CDU ab. DLW und Grüne/WWG stellten sich explizit auf die Seite der Schulen.

Ausschuss-Vorsitzender Martin Sträßer (CDU) machte och einmal klar, worum es bei den Überlegungen geht: Nämlich darum, wie Gymnasium und Realschule in finanziell schweren Zeiten einen Sparbeitrag leisten können.

"Es gibt keine inhaltlichen Gründe, über eine Veränderung der Klassenzahl pro Jahrgang nachzudenken, nur finanzielle." Dies wird an den Zahlen der auswärtigen Schüler festgemacht: Rund 120000 Euro bringt die Stadt für die 343 Mädchen und Jungen auf, die nicht aus Wülfrath kommen, aber hier Gymnasium und Realschule besuchen.

Winkler und Winterberg unterstrichen, dass beide Schulen auf diese auswärtigen Schüler angewiesen seien, um vor dem Hintergrund des demographischen Wandels ihr Angebot aufrecht halten zu können. Eltern würden bei der Schulwahl auf differenzierte Angebote schauen.

"Ohne auswärtige Schüler wären diese nicht mehr leistbar", so Winkler. Winterberg mahnte zu einem ganz anderen Denken: "Wir sollten uns gemeinsam darüber Gedanken machen, wie eine Schulentwicklung in Wülfrath überhaupt stattfinden soll. Daran wollen wir aktiv mitwirken."

Gegen jede Art der Beschneidung der Schulen wandte sich zum Beispiel Petra Weskott, Fraktionsvorsitzende von Grüne/WWG. "Wenn wir in Wülfrath schon materiell nichts zu bieten haben, sollten wir nicht an der Bildung sparen." Ulrike Romund (DLW) verwies darauf, dass "sich das Schulsystem in NRW so oder so ändern wird".

Nach den Ferien soll die Frage der Zügigkeit erneut gestellt werden

Nach den Sommerferien, kündigte Sträßer an, wolle man sich der Frage nach der Zügigkeit der Schulen noch einmal stellen. Dass die Schulen schnell Klarheit benötigen, merkte Erika Winkler an: "Der Eltern wollen wissen, wo sie dran sind."

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