Die GWG verhandelt über eine weitere Photovoltaik-Anlage. Wird der jetzige Plan umgesetzt, müssen zwei Linden weichen.

Solarmodule wie diese sollen auch auf dem Dach der Lindenschule angebracht werden. Die GWG verhandelt derzeit für die Stadt mit Investoren, die die Dachfläche nutzen wollen.  (Archiv
Solarmodule wie diese sollen auch auf dem Dach der Lindenschule angebracht werden. Die GWG verhandelt derzeit für die Stadt mit Investoren, die die Dachfläche nutzen wollen. (Archiv

Solarmodule wie diese sollen auch auf dem Dach der Lindenschule angebracht werden. Die GWG verhandelt derzeit für die Stadt mit Investoren, die die Dachfläche nutzen wollen. (Archiv

Uli Engers

Solarmodule wie diese sollen auch auf dem Dach der Lindenschule angebracht werden. Die GWG verhandelt derzeit für die Stadt mit Investoren, die die Dachfläche nutzen wollen. (Archiv

Wülfrath. Ein Blick aus dem Fenster: Schnee, Eis und grauer Himmel. Wer würde da schon an Sonnenenergie denken? Die Gemeinnützige Wohnungsbau-Gesellschaft (GWG) tut genau das. Das neueste Projekt ist die Lindenschule. Sie soll in den nächsten Wochen eine Photovoltaik-Anlage auf ihr Dach bekommen.

"Wir stehen derzeit in Verhandlungen mit mehreren Investoren. Ich gehe davon aus, dass in der kommenden Woche eine Entscheidung fällt, wer den Zuschlag erhält", sagt Juan-Carlos Pulido von der GWG, die das Projekt federführend für die Stadt betreut.

Weil die Einspeisevergütung sinkt, soll die Anlage bis 31. März fertig sein

Wie groß die Anlage auf dem Dach der Städtischen Grundschule werden soll, welche Erträge sie einmal liefern kann und welche Pacht die Stadt für die Dachfläche zu erwarten hat, daraus macht Pulido bis zum Zuschlag für einen Investor noch ein Geheimnis. Klar ist allerdings: Noch vor dem 31. März soll das Sonnenkraftwerk in Betrieb gehen. "Ende März läuft die Frist des Erneuerbare-Energien-Gesetzes ab. Dann gehen die Vergütungen nach unten", sagt Pulido.

Das heißt konkret: Bisher wird jede Kilowattstunde, die von einer Photoivoltaik-Gebäudeanlage in das Stromnetz eingespeist wird, mit 43,01 Cent vergütet. Nach dem 31. März wird die Vergütung um zehn Prozent gekürzt.

Doch ob der Bau der Solaranlage ohne Nebengeräusche über die Bühne gehen wird, darf bezweifelt werden. Denn nach den jetzigen Plänen müssten wohl zwei Linden auf dem Schulgelände gefällt werden. Das bestätigte Pulido gegenüber der WZ. Die namensgebenden Bäume, die im Sommer viel Schatten spenden, stünden dem Stromertrag im Weg.

Die Sanierung des Daches der Lindenschule mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket II ist abgeschlossen. "Zum Glück haben wir das Dach noch vor dem Wintereinbruch dicht bekommen", sagt Schul- und Sportamtsleiter Dietmar Ruda.

Das Winterwetter hält derzeit die Renovierung der Fassaden auf. "Damit soll es sofort losgehen, sobald die Witterung es zulässt", sagt Ruda.

Das gleiche Problem hatte bei der Photovoltaik-Anlage für die Theodor-Heuss-Realschule für heftige Diskussionen gesorgt. Damit die auf insgesamt 1300 Quadratmetern Dachfläche von der Firma Solibra GmbH installierten Module die erhofften Watt-Zahlen liefern kann, musste kurzfristig in den Herbstferien ein Dutzend Bäume gefällt werden. Das stieß bei der von der Aktion nicht informierten Politik ebenso auf Unmut wie bei der Schulleitung und den Schülern.

Auf dem Dach der Sporthalle Fliethe konnte Solibra die Photovoltaik-Anlage nur wesentlich kleiner bauen, da durch zukünftige Wohnbebauung ebenfalls eine Verschattung droht. Die Stadt bot dem Solaranlagen-Bauer schließlich das Dach der Halle Goethestraße als Ausweichmöglichkeit an. Für die Flächen erhält die Stadt jährlich 2000 Euro Pachtzins.

An der Theodor-Heuss-Schule sollen laut Umweltdezernent Andreas Bornemann Ersatzbäume gepflanzt werden. An der Lindenschule soll es genauso gehen: "Wenn die Bäume gefällt werden, wird es natürlich auch einen Ersatz geben", versichert GWG-Chef Pulido.

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