Für 12 000 Euro wurde die historische Kleidung des Museums restauriert.

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Viola Beier (l.) und Andrea Gellert präsentierten die restaurierten Kleidungsstücke im Museum.

Viola Beier (l.) und Andrea Gellert präsentierten die restaurierten Kleidungsstücke im Museum.

Simone Bahrmann

Viola Beier (l.) und Andrea Gellert präsentierten die restaurierten Kleidungsstücke im Museum.

Wülfrath. Im Niederbergischen Museum an der Bergstraße gibt es Grund zur Freude. Nach mehr als einem Jahr können die aufwändig restaurierten Kleider in neuem Glanz präsentiert werden. Und nicht nur das: Um den Raum zukünftig abdunkeln zu können, wurden die Vitrinen mit modernster LED-Beleuchtung ausgestattet.

"Zu viel Tageslicht hat den Textilien geschadet. Die Faltenbildungen haben über die Jahre zu Gewebeschäden geführt", blickt Kuratorin Andrea Gellert zurück auf den Zustand vor zwei Jahren. Damals hatte sich gerade der Trägerverein des Museums gegründet. Und damals kam die Frage auf, was denn nun als erstes in Angriff genommen werden sollte. "Da fielen mir sofort die Kleider ein", erinnert sich die Kuratorin.

Insgesamt fünf Kleidungsstücke gehören zu den Exponaten des Museums, allesamt aus dem beginnenden 19. Jahrhundert. Neben einem Arbeitskittel und der bürgerlichen Festtagskleidung wurden auch die bäuerliche Tracht und zwei Hauben der fürsorglichen Hand von Restauratorin Viola Beier überlassen. "Wir haben Nähte geschlossen und das Seidengewebe beschichtet", plaudert die Kölner Restauratorin im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Nähkästchen.

"Die Kleider müssen optimal gestützt und unterstützt werden"

Beiers besonderes Augenmerk galt allerdings den so genannten Figurinen, die in der Passform der Kleider hergestellt wurden. "Die Schaufensterpuppen waren aus den 60er Jahren und einfach ungeeignet", sagt Kuratorin Andrea Gellert. Durch diese Notlösung hatten die Stoffe in der Vergangenheit arg gelitten.

Hinzu kam die jahrzehntelange Sonneneinstrahlung, die letztlich dazu geführt hatte, dass die Farben teilweise ausgeblichen waren. "Wir haben auch Löcher geschlossen und alte Stoffstellen neu unterlegt", erklärt Viola Beier. Bei der Gestaltung der neuen Figurinen sei es nicht darum gegangen, die menschlichen Körpermaße möglichst originalgetreu nachzubilden. "Es ist wichtiger, dass die Kleider optimal unterstützt und gestützt werden", sagt die Restauratorin.

Vier Modegeschäfte führen am Sonntag ab 14.30 Uhr (Einlass: 14 Uhr) im Niederbergischen Museum aktuelle Mode vor.

Nach der Schau werden Kaffee und Kuchen angeboten. Kindern wird ein kreatives Angebot unterbreitet.

Erwachsene zahlen sieben Euro, Kinder drei Euro - inklusive Modenschau und Waffeln.

Woher die Kleidungsstücke ursprünglich stammen, konnte übrigens nicht mehr genau ermittelt werden. Andrea Gellert: "Sie sind schon sehr lange im Museumsbestand." Zumindest der Arbeitskittel und die bäuerliche Tracht könnten allerdings eindeutig dem bergischen Raum zugeordnet werden.

Die Kosten der Restaurierung in Höhe von 12 000 Euro wurden zum größten Teil von der Stiftung Gemeinwohl der Kreissparkasse Düsseldorf übernommen. Zu den Sponsoren gehörten außerdem das Rheinische Archiv- und Museumsamt und der Landschaftsverband Rheinland.

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