Auch wenn die letzte Klarheit noch fehlt, sind Robert Freitag und Frank Dinter von den Freien Aktiven Schulen zuversichtlich, dass der Kauf des Herminghausstifts bald über die Bühne gehen kann.

Wülfrath. "Wir finden einen Weg, vielleicht mit einem Umweg, aber wir finden ihn", sagt Robert Freitag, Geschäftsführer der Freien Aktiven Schulen Wülfrath (FASW). "Ja, wir sind zuversichtlich, Schule weiter gestalten zu können", fügt Frank Dinter, Vorsitzender des Fördervereins hinzu. Auch wenn das klare O.K. aus dem Hause St. Antonius noch ausbleibt, sind die beiden Köpfe hinter der FASW-Idee optimistisch, dass im Sommer *mit dem Umbau des Bettentrakts des Herminghaus-Stift begonnen werden kann.

Am 5. Juni soll die Gesellschafter-Versammlung des Wuppertaler Krankenhaus-Betreibers die endgültige Entscheidung fällen. Freitag: "Wir haben das Signal erhalten, dass St. Antonius zu 99 Prozent ausziehen wird."

Parallel müssen sie sich Gedanken über eine Alternative machen

War der Geschäftsführer vergangene Woche nach der neuerlichen Meinungskorrektur von St.Antonius noch arg verbittert und wütend über das dauernde Hin und Her, schlägt Freitag nun versöhnlichere Töne an. "Wir planen weiter. Unser Architekt leitet alle weiteren Schritte ein." Die FASW sei bestens vorbereitet, betont auch Dinter. "Ist die Entscheidung gefallen, können wir im Juni umgehend zum Notar gehen."

An dem Ziel, das Herminghausstift zum Preis von einer Million Euro zu kaufen, hält man fest. In dieser Woche soll noch ein Plan erstellt werden, bis wann man spätestens Klarheit haben muss, um mit der dritten Realschulklasse nach dem Sommer starten zu können. "Verstreicht dann die Frist, müssen wir neu nachdenken. Wir müssen uns schon parallel Gedanken machen", so Freitag. Einen festgezurrten PlanB gibt es nicht.

Zwei Alternativen standen im Raum: das Jugendhaus In den Eschen sowie die Grundschule Rohdenhaus samt Jugendclub-Gelände. Letzteres ist kein Thema mehr. "Nicht nur, dass auch dort eine Menge an Sanierungsmaßnahmen durchzuführen wären. Nach einer Analyse der Anfahrtswege wissen wir, dass der Standort Rohdenhaus für unsere Schüler nicht funktioniert", sagt Dinter. Das Jugendhaus habe ein schönes Umfeld, das Gebäude sei aber alles andere als ideal. Aber unmöglich wäre es als Notlösung offenbar nicht.

"Wir haben so lange gewartet..."

Der Aufsichtsrat der Kliniken St. Antonius bestätigt den PlanA: Für die künftig wegfallende Geriatrische Reha Neviges soll ein Neubau am Klinikum Niederberg entstehen. Es wird geprüft, ob bis zur einer Fertigstellung das sanierungsbedürftige Gebäude in Neviges weiter genutzt werden darf. Dann bräuchte St. Antonius kein Ausweichquartier in Wülfrath. Solange keine definitiven Entscheidungen getroffen sind, hält man sich die Option Wülfrath offen. Parallel zieht St. Antonius das Ärztehaus im Herminghaus-Stift leer. Nach Informationen der WZ wird Dr. Ulrich Mairose seine Privatpatienten im Evangelischen Krankenhaus Mettmann behandeln. Augenarzt Al Kayem soll einen Umzug ins Schwarz-Weiß-Haus prüfen, könnte dementsprechend in Wülfrath bleiben.

Die FASW konzentriert sich zunächst weiter auf das Herminghausstift. "Wir haben so lange gewartet, dass es dort klappen kann. Darauf setzen wir", sagt Dinter. Er erinnert daran, dass für die Schulnutzung und die nötigen An- und Neubauten - wie eine Turnhalle - der Bebauungsplan geändert wurde. "Unsere Pläne sind baureif. Wir könnten sofort ausschreiben", versichert Freitag. Durch die Verzögerungen der vergangenen Monate könne im Sommer aber nur die siebte Klasse der Realschule einziehen. Die Grundschule müsse später folgen.

Bisher sind die Klassen 5 und 6 im ersten Obergeschoss untergebracht. Die zweite Etage des Bettantrakts ist bereits leer geräumt. Dort sollen die Räume für die Naturwissenschaften entstehen. Die weitere Planung sieht das dritte Geschoss für die Klassen 8 bis 10 vor. Für die Grundschule ist das Untergeschoss reserviert. Die künftige Turnhalle könnte nach Schulschluss von Wülfrather Vereinen genutzt werden.

Bislang nur eine Vision: ein Montessori-Kindergarten

Offen ist, was mit dem heutigen OP-Trakt geschieht. "Die Flächen brauchen wir nicht", sagt Freitag. Zwar könnte er sich dort eine Fortführung des Montessori-Gedankens der FASW in Form eines Kindergartens vorstellen, "aber das ist alles andere als konkret". Neue Kindergärten würden gar nicht genehmigt.

Vom Grunde her sei es aber konsequent, dass die FASW auch mit diesem Gedanken spielt, um das Grundmotto "Erziehung zur Verantwortung" so früh wie möglich umzusetzen. Freitag: "Aber das ist jetzt kein Thema. Wir haben genug damit zu tun, den Schulstandort zu sichern." Und der Kindergarten-Ableger bleibt noch reine Vision...

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