Ralph Mielke und Wolfgang Peetz beziehen Stellung für die Wülfrather Gruppe.

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Wolfgang Peetz (l.) und Ralph Mielke.

Wolfgang Peetz (l.) und Ralph Mielke.

Stefan Fries

Wolfgang Peetz (l.) und Ralph Mielke.

Wülfrath. Für eine Mehrzweckhalle als Ersatz für die Stadthalle sprechen sich im WZ-Sommerinterview Ralph Mielke und Wolfgang Peetz (Wülfrather Gruppe, WG) aus, "wenn der Zuschuss die heutigen Betriebskosten für die Stadthalle nicht übersteigt".

Erst Beigeordnete, dann Ratsmitglieder: Dieser Seitenwechsel wird immer noch von Argwohn begleitet. Tenor: Die beiden kritisieren heute Sachen, die sie früher zu verantworten hatten oder hätten ändern können...

Mielke: Das ist doch weniger geworden. Ich ignoriere das einfach.

Peetz: Ich rede heute nicht anders als früher als Kämmerer.

Mielke: Der Rat hat die Entscheidungen getroffen. Wir hatten kein Stimmrecht.

Die Wülfrather Gruppe hatte bei ihrem Einzug in den Rat mehr Transparenz versprochen. Wie passt dazu die Entscheidung über die Stadthallen-Zukunft hinter verschlossenen Türen?

Mielke: Die passt gar nicht dazu.

Mit sieben Mitgliedern stellt die Wülfrather Gruppe die drittgrößte Fraktion im Rat. Mit Ralph Mielke und Wolfgang Peetz stehen die beiden ehemaligen Beigeordneten an der Fraktionsspitze. Sie wurden Ende 2007 vom Rat nicht wieder gewählt.

Peetz: Das hätte man öffentlich machen müssen. Wir hatten übrigens schon im Workshop eine öffentliche Bürgerinformation gefordert.

Bürgermeisterin Claudia Panke will alles dafür tun, dass den Kulturtreibenden ein Stadthallen-Ersatz angeboten werden kann. Die WG wirkt in dieser Frage zögerlicher. Fällt sie nicht ihrer eigenen Bürgermeisterin in den Rücken?

Peetz: Im Gegenteil. Wir unterstützen Panke. Wenn es sich rechnet, soll es die Mehrzweckhalle geben.

Und was heißt das?

Mielke: Wir sind bereit, einer Stadthallen-Alternative den gleichen Zuschuss wie der heutigen Stadthalle - nämlich um die 250.000 Euro pro Jahr - bereit zu stellen. Das ist eine Position pro Kultur. Da unterscheiden wir uns auch deutlich zur CDU, die quasi den alternativlosen Abschied von einer Stadthalle propagiert.

Bei den Haushaltsberatungen haben Sie Pauschalkürzungen erst kritisiert, dann aber doch mitgetragen. Sind Sie auf CDU-Kurs eingeschwenkt?

Peetz: Keinesfalls. Entscheidend ist, dass es erstmals strukturelle Haushaltskonsolidierung gibt, weil der Beschluss vorsieht, erst Ziele zu formulieren, dann Einsparungen vorzunehmen. So kann es passieren, dass einige Bereiche zukünftig sogar mehr Geld bekommen. Das ist der Unterschied: Wir kürzen eben nicht pauschal, sondern formulieren erst die Ziele. Die CDU ist auf unseren Kurs eingeschwenkt.

Stadtentwicklung ist mehr als nur eine neue Bebauung an der Goethestraße: Wo sind da die WG-Schwerpunkte?

Peetz: Neue Studien zeigen, dass die Wülfrather Einwohnerzahl bis 2030 um mehr als 20 Prozent sinken wird. Vor diesem Hintergrund wird die demographische Entwicklung zum Maß aller Dinge. Wir müssen die Infrastruktur einer kleiner werdenden Stadt anpassen. Das kann auch die Schließung von Kindergärten oder Schulklassen bedeuten.

Wie zufrieden ist die WG mit Bürgermeisterin Panke?

Mielke: Sie moderiert supergut zwischen Rathaus und Rat. Ich hoffe, dass sie bald aber auch anderes leisten kann, als nur Löcher zu stopfen.

Wie beurteilen Sie die Zusammenarbeit im Rat?

Mielke: Ich finde sie nicht schlecht. Im Wahlkampf waren wir für die anderen Parteien die bösen Buben. Jetzt können wir mit allen gut reden. Es ist auch wichtig, dass wir alle an einem Strang und in eine Richtung ziehen.

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