Angehörige können sich bei den Mitarbeiterinnen vom „Sozialen Dienst“ beraten lassen. Der Workshop der VHS zum Thema „Ver-rückte Welt“ wurde gut angenommen.

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Erika Papenhagen-Rütters (l.) und Ilona Fenko berichten über den Umgang mit demenzkranken Angehörigen.

Erika Papenhagen-Rütters (l.) und Ilona Fenko berichten über den Umgang mit demenzkranken Angehörigen.

Simone Bahrmann

Erika Papenhagen-Rütters (l.) und Ilona Fenko berichten über den Umgang mit demenzkranken Angehörigen.

Wülfrath. "Man muss lernen, die Warnsignale zu erkennen und dann richtig mit dem Erkrankten umgehen", sagt Ilona Fenko. Die 62-Jährige Wülfratherin pflegt ihre demenzkranke Mutter. Eine schwierige Aufgabe, die mit großer Ratlosigkeit beginnt. Mit ihren Sorgen und Problemen wendet sie sich gerne an die Mitarbeiterinnen des "Sozialen Dienstes", einer Einrichtung der Stadt. Deren Schwerpunkt ist die Arbeit mit Senioren und die Pflege- und Wohnberatung.

Zuletzt hat Ilona Fenko an einem vierteiligen Workshop mit dem Titel "Demenz - Ver-rückte Welt" in der Volkshochschule Mettmann-Wülfrath teilgenommen. Initiiert hat die Kursreihe Susann Seidel vom Sozialen Dienst. Die Resonanz auf dieses erstmalige Angebot war sehr gut - rund zwölf interessierte Angehörige und selbst Betroffene haben teilgenommen.

Es ging um Hirnforschung, den typischen Verlauf der Demenz, Anzeichen für die Erkrankung und den richtigen Umgang mit ihr. Referenten waren unter anderem Harald Brauer als Mediziner und Stefan Wilde, Leiter der Tagespflege der Bergischen Diakonie Aprath.

"Ich habe auch gelernt, was ich bisher immer falsch gemacht habe", sagt Fenko. Jetzt bemüht sie sich, die Welt aus der Sicht ihrer Mutter zu betrachten und nicht von ihrem Standpunkt aus. "Das müssen viele erst lernen. Besonders weil die Angehörigen nicht wahr haben wollen, dass sie sich jetzt um ihre Eltern kümmern müssen und nicht mehr umgekehrt", sagt Erika Papenhagen-Rütters vom Sozialen Dienst. Die Betroffenen und ihre Krankheit müssen an erster Stelle stehen.

Erika Papenhagen-Rütters kann Beratung aus erster Hand geben

In einer Doppelfunktion hat Sozialarbeiterin Erika Papenhagen-Rütters die Workshops begleitet. "Ich bin selbst Betroffene, meine Mutter ist dement. Im letzten Workshop habe ich meine Kollegin unterstützt und aus meinen eigenen Erfahrungen berichtet", sagt die 56-Jährige. Sie weiß, wie man sich als Tochter fühlt und teilt auch in den Sprechstunden ihre Erfahrungen mit den Ratsuchenden.

Erfahrungen teilen und sich gegenseitig unterstützen. Das sollten viel mehr Angehörige machen, findet Papenhagen-Rütters: "Die Workshops und unsere anderen Angebote bieten die Möglichkeit, dass sich Betroffene besser kennen lernen und zusammenarbeiten."

Ein gemeinsames Betreuungssystem könnte sie ich beispielsweise vorstellen. "Das machen Mütter mit ihren Kindern doch auch. Mal passt die eine auf, mal die andere. Denn Freizeit ist rar gesäht, wenn man pflegt", so Papenhagen-Rütters.

Häufig kommen auch betroffene Ehepartner in die Beratungsstelle. "Das ist dann immer besonders schlimm", sagt die Sozialarbeiterin. Vorangig helfen Papenhagen-Rütters und Seidel dann bei der Frage der Unterbringung. Wenn man nicht selbst seine Angehörigen pflegen kann, gibt es viel Auswahl. Von der Wohngemeinschaft bis zur Seniorenresidenz "Fünf-Sterne-plus" ist alles möglich.

Neben den Sprechstunden bietet der Soziale Dienst immer wieder neue Angebote für Angehörige wie Ilona Fenko. Eine Fortsetzung der Workshopreihe ist gut möglich. "Die Resonanz hat gezeigt, dass solche Angebote gewünscht sind", sagt Papenhagen-Rütters.

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