Ganztag und Schulsozialarbeit: Die SPD sieht das Land in der Pflicht.

Wülfrath. Als "bloße Schmalspur-Programme" stuft SPD-Fraktionsvorsitzender Manfred Hoffmann die Aktionen des Landes NRW rund um Ganztagsschulen ein. So belaste das so genannte "1000-Schulen-Programm" vor allem auch die städtischen Haushalte. Das sagte Hoffmann der WZ.

Auf der Mitgliederversammlung seiner Partei hatte der Fraktionsvorsitzende die Haltung der SPD in Sachen Schulsozialarbeit bekräftigt: Das Aus der Schulsozialarbeit, die aktuell noch von sechs Teilzeitstellen in den Grundschulen und in der Hauptschule geleistet wird, ist Teil des Haushaltssicherungskonzeptes, "und an diesen Beschluss haben sich Verwaltung und Rat zu halten". Auch hier müsse bei der Finanzierung des Land einschreiten.

Der Schulausschuss hatte vergangene Woche einstimmig die Verwaltung beauftragt, Mittel aus dem "1000-Schulen-Programm" für die Einrichtung von Mensen in Gymnasium (75.000 Euro) und Realschule (100.000 Euro) einzuwerben.

Der Haken an der Sache: Für jeden Landes-Euro muss die Stadt einen Euro hinzusteuern. Hoffmann: "Die Kommunen müssen Landespolitik ausbaden." Gegenüber der WZ hebt er die Verpflichtung des Landes hervor: "Schule ist Ländersache." Nordrhein-Westfalen müsse endlich Farbe bekennen.

Als Adressaten eines Appells in puncto Schulsozialarbeit sah im Fachausschuss auch Klaudia Herring (SPD) die Landesregierung. Städte könnten nicht für Jobs in den Schulen aufkommen. Sie ließ wie Ulrike Romund (DLW) keinen Zweifel aufkommen, dass Schulsozialarbeit absolut wünschenswert sei. Während Romund auch ein Umdenken in Wülfrather forderte, nahm Herring das Land in die Pflicht.

Dass zum 1. Februar 2009 sämtliche Schulsozialarbeiter-Stellen auf einen Schlag wegfallen, stieß in CDU und SPD auf Verwunderung. "Das hat man doch schon länger gewusst. Das muss man doch eher sagen können", kritisierte Andreas Seidler (CDU). Bettina Molitor (SPD) mahnte einmal mehr das ausstehende Personalentwicklungskonzept an: "Auf das warten wir seit Jahren. Hätten wir einen Plan, wäre man auch nicht mehr überrascht."

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