St. Joseph: Die Wülfratherin ist seit 70 Jahren ehrenamtlich aktiv. An ihrem 90. Geburtstag wurde sie zur Ehrenküsterin ernannt.

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Hat auch nach 70 Jahren Ehrenamt immer noch gut lachen: Anni Willmann – umringt von den „Alt-Messdienern“ (v.l.) Thomas Feichtinger, Steffi Feichtinger, Jörg Ernst, Thomas Buckard und Bernd Feichtinger.

Hat auch nach 70 Jahren Ehrenamt immer noch gut lachen: Anni Willmann – umringt von den „Alt-Messdienern“ (v.l.) Thomas Feichtinger, Steffi Feichtinger, Jörg Ernst, Thomas Buckard und Bernd Feichtinger.

Simone Bahrmann

Hat auch nach 70 Jahren Ehrenamt immer noch gut lachen: Anni Willmann – umringt von den „Alt-Messdienern“ (v.l.) Thomas Feichtinger, Steffi Feichtinger, Jörg Ernst, Thomas Buckard und Bernd Feichtinger.

Wülfrath. Tosender Applaus und stehende Ovationen in der Kirche - das durfte Anni Willmann nach dem Hochfest in der Kirche St.Joseph am Dienstag genießen. Dort wurde die 90-Jährige an ihrem Geburtstag für 70 Jahre ehrenamtliche Arbeit in der Gemeinde geehrt und gefeiert. "Sie ist für uns unentbehrlich", sagte Pfarrer Heinz-Otto Langel.

Feierlich überreichte Pfarrer Langel der rüstigen Rentnerin einer Urkunde über die Ernennung zur Ehrenküsterin von St. Joseph. An diesem Abend immer an Willmanns Seite: fünf ehemalige Messdiener aus den 70er-Jahren. "Als Kinder wurden sie damals so von Anni Willmann verwöhnt, dass sie unbedingt ihr zu Ehren heute Dienst tun wollten", so der Pfarrer.

Seit 70 Jahren ist Willmann in der Gemeinde fest verwurzelt und ehrenamtlich tätig. Die gebürtige Hochheimerin ist 1938 mit ihrem Mann, der als Ingenieur in den Kalkwerken gearbeitet hat, nach Wülfrath gezogen. Und dann fing alles mit einem Kommunionkleid an. "Sie hat einem armen Mädchen, das sich kein Kleid leisten konnte eins genäht", erzählt Tochter Karin Homberg.

Von da an versorgte die Hausfrau zunächst die kirchlichen Gewänder - nähte und stickte auch selbst - und die Kirchenwäsche. Vor rund 40 Jahren übernahm sie dann den gesamten Küsterdienst. Trotz der hauptamtlichen Kraft, die es mittlerweile gibt, ist sie immer noch mit Elan bei der Sache. "Sie macht sich immer Sorgen, dass unsere Gewänder nicht richtig sitzen", sagt Langel lachend.

Langel ist der sechste Pfarrer, seit dem Willmann im Dienst ist. Unzählige Messdiener hat sie in all den Jahren betreut. "Wenn sie das hier nicht mehr machen würde, dann würde sie ganz schnell sterben. Es ist ihr Leben", sagt ihre Tochter. Und so steht Anni Willmann morgens um sechs Uhr auf, damit für den Gottesdienst alles bereit ist.

Früher sei sie immer auf Stöckelschuhen durch die Kirche gesaust, erzählt Pfarrer Langel. Die Schuhe mit hohen Absätzen hat Anni Willmann mittlerweile durch bequemere ersetzt. Dennoch läuft sie immer noch zu Fuß den Weg aus der Ellenbeek bis zur Kirche. "Ich bin doch noch ein junges Mädchen", sagt sie und lächelt verschmitzt.

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