Der Jugendhilfe- und Schulausschuss appelliert an den Landtag, die im Schulgesetz zu verankern. Bisher ist dies eine freiwillige Leistung der Stadt, die sie sich nicht mehr leisten kann.

Wülfrath. Beim Thema Schulsozialarbeit ließ sich sogar Marc Ratajczak blicken. Der CDU-Landtagsabgeordnete war nur einer von vielen Gästen, die am Dienstag auf den Zuhörerplätzen im Sitzungssaal des Rathauses Platz nahmen.

Auch viele Eltern und Lehrer waren gekommen, um die gemeinsame Sitzung von Jugendhilfe- und Schulausschuss zu verfolgen. Auf der Tagesordnung stand der Tätigkeitsbericht der Schulsozialarbeit 2006. Grund genug, für Iris Salamon von der Grundschule Ellenbeek und Tanja Sprenger vom Elternbeirat der Lindenschule Politik und Verwaltung 2467 Unterschriften zum Erhalt der Schulsozialarbeit in Wülfrath zu übergeben.
 
"Das sind zehn Prozent aller Wülfrather", betonte Tanja Sprenger. Damit wird das Thema noch einmal auf die Tagesordnung der Ratssitzung gesetzt. Darüber hinaus einigten sich die Ausschussmitglieder auf einen Appell an den Landtag, den Manfred Hoffmann (SPD) formuliert hatte: "Der Jugendhilfeausschuss unterstützt alle Bemühungen, die Schulsozialarbeit im Schulgesetz zu verankern."
 
Schulsozialarbeit ist eine freiwillige Leistung der Stadt, die sie sich nicht mehr leisten kann. Dementsprechend hat der Rat mehrheitlich die Personalstellen mit einem KW-Vermerk (künftig wegfallend) versehen. Das heißt, den Sozialarbeitern wird nicht gekündigt, sondern ihre Stellen werden nicht wieder besetzt. Wie wie hoch die Einsparungen ausfallen könnten, konnte selbst Jugendamtsleiter Hans-Werber van Hueth nicht sagen. Während dieser von rund 250 000 Euro sprach, hatte Iris Salamon "nur" 184 503 Euro ausgerechnet. "Wie kommt die Differenz zu stande?", fragte sie und bekam keine Antwort. "Das muss nachgerechnet werden", gestand Ausschussvorsitzende Bettina Molitor ein.
 

Schulsozialarbeit

Bilanz Schulsozialarbeit gibt es seit fast zehn Jahren in Wülfrath. 1998 wurde sie in der Angerschule eingeführt, seit 2001 gibt es sie an allen Grundschulen, seit 2002 auch an der Hauptschule Wolverothe.

2006 Im vergangenen Jahr wurden 133,5 Stunden Schulsozialarbeit in der Woche geleistet, mit denen 1225 Kinder erreicht wurden.

Schwerpunkte Die Arbeitsschwerpunkte liegen auf der sozialen Gruppenarbeit und der Beratung von Kinder, Jugendlichem, Eltern, Familien und Kollegen.

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