Die Anmeldezahlen an den weiterführenden Schulen bleiben bisher hinter den Prognosen zurück. Viele Kinder werden offenbar auch in Nachbarstädten angemeldet.

Wülfrath. Bei den vorläufigen Anmeldezahlen für die drei weiterführenden Schulen der Stadt sind nicht die Größenordnungen erreicht worden, die im Schulentwicklungsplan prognostiziert wurden. So sind an der Theodor-Heuss-Realschule bislang gerade einmal 68 Jungen und Mädchen für die fünften Klassen des Schuljahrs 2010/2011 angemeldet worden - erwartet werden an der Bergstraße jedoch 80 Kinder. "Das lässt uns schon etwas ratlos zurück", kommentiert Schulleiter Frieder Winterberg.

Offizielle Zahlen liegen im Schulverwaltungsamt noch nicht vor. Zwar sind die Anmeldeverfahren an den weiterführenden Schulen abgeschlossen, doch "da sind noch einige Unwägbarkeiten", sagt Erika Winkler, Leiterin des Städtischen Gymnasiums Kastanienallee. Um die 90 Anmeldungen liegen ihr bislang vor.

Dass das nicht der endgültige Stand sein dürfte, hat vor allem damit zu tun, dass in der Regel noch "Rückläufer" kommen - zum Beispiel Schüler, die an den Gesamtschulen der Umgebung (Velbert, Wuppertal) nicht angenommen wurden. Dort haben aber noch nicht alle Anmeldeverfahren stattgefunden. Daher ist Winkler auch noch nicht beunruhigt. Zwar entspreche der aktuelle Stand nicht der Prognose von 100 Neuanmeldungen, "aber es ist nicht dramatisch".

Neue türkische Privatrealschule hat gezielt in Wülfrath geworben

Frieder Winterberg hinterfragt das Anmeldeverhalten da schon mehr. "Wo sind die ganzen Grundschüler?", fragt er sich. Von den 68 Kindern stammen einige aus Mettmann und Wuppertal. Inwiefern die bilinguale Freie aktive Realschule eine Rolle spielt, könne noch nicht beurteilt werden. Offenbar wirkt sich aber die neue türkische private Realschule Vohwinkel auf den Standort Wülfrath aus. Nicht nur, dass sich zwei Wülfrather an der Theodor-Heuss-Realschule abgemeldet haben. "Schüler haben uns erzählt, dass diese Schule ganz konkret unter türkischen Familien in Wülfrath geworben hat", so Winterberg.

Nicht Besorgnis erregend ist laut Schulleiterin Ulrike Preuss der Tiefststand bei den Anmeldungen zur Hauptschule. Gerade elf liegen bisher vor - statt der erwarteten 20. "Die Erfahrung in den vergangenen Jahren hat aber gezeigt, dass gerade bei der Hauptschule auf den letzten Drücker kurz vor Schuljahresbeginn Anmeldungen kommen", merkt auch Edith Jungheim vom Schulverwaltungsamt an. So ist man zuversichtlich, nach den Sommerferien wieder eine Eingangsklasse bilden zu können. Daran zweifelt auch die Schulleiterin nicht: "Wir haben auch einige weitere Anmeldungen in Aussicht gestellt bekommen."

Gespannt wartet die Stadtverwaltung jetzt auf die Meldebögen der Schulen - auch aus den Nachbarstädten. "Erst dann wissen wir, wo sich zum Beispiel der Lindenschüler, der in keiner der Listen der Wülfrather Schulen steht, für die fünfte Klasse angemeldet hat", so Jungheim. Insgesamt verlassen 169 Viertklässler im Sommer die drei städtischen Grundschulen. Längst nicht alle sind bisher an einer der weiterführenden Schulen der Kalkstadt angemeldet.

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