„Verstrahlt“ tritt beim Schüler-Rockfestival in der Uni-Halle Wuppertal auf.

Velbert. Ihr Musikstil rangiert irgendwo zwischen den "Toten Hosen" und den "Böhsen Onkelz". Politisch steht die Schülerband "Verstrahlt" aber eindeutig auf der Seite der Düsseldorfer Punker. Gesellschaftskritisch und lustig sind die Texte der fünfköpfigen Band. Doch nicht die Politik, sondern der Spaß steht im Vordergrund.

Dass sie auf Deutsch texten, ist Ehrensache. Zum Beispiel das Stück "Freiheit". Da heißt es: "Jeder kennt deinen Namen, doch keiner weiß, wie du aussiehst, wer du wirklich bist. Du bist der Grund, warum man sich erschießt." "Der Text soll aussagen, dass jeder Mensch Freiheit anders definiert und Freiheit für jeden leider auch anders ist", sagt Sven Rosengart(18), Sänger der Band. Tiefgründiges gehört also ebenso zum Repertoire wie ironische Texte, beispielsweise über die Wartezeit beim Arzt.

Die fünf Berufsschüler und Gymnasiasten aus Langenberg - Sven Rosengart (Gesang), Dominik Cernik (Gitarre), Tim Klemm (Schlagzeug), Till Drews (Gitarre) und Adrian Schade (Bass) - haben vor rund zwei Jahren "Verstrahlt" gegründet. Nach einem regen Verschleiß an Gitarristen und einem Wechsel am Bass haben sie mittlerweile ihre endgültige Besetzung gefunden. Dabei war der Anfang alles andere als leicht, denn: Fast alle mussten erst lernen, ihren Instrumenten einen Ton zu entlocken. Und das ohne Musiklehrer, in Eigenregie.

Texte und Musik kommen aus eigener Feder

Mittlerweile haben die Jungs 15 Songs mit Titeln wie "Freiheit", "Nächstes Jahr wir kommen", "Dr. Hugo" und "Der Schlüssel" geschrieben. Kreativer Kopf im Schaffenprozess ist der 17-jährige Adrian. "Er schreibt meist das Grundgerüst, dann basteln wir gemeinsam daran weiter", erklärt Dominik(17).

Für eine Schülerband gehört die Truppe schon zu den alten Hasen auf der Bühne. Rund 15 Konzerte haben sie in Velbert und Umgebung bereits gegeben. Unter anderem waren sie bei "Art Acts" und als Newcomer beim Bandcontest im Jugendhaus "Das Zentrum" mit dabei. "Die Veranstaltungen im Zentrum sind immer toll, mit super Stimmung und netten Leuten. Und sie sind sehr gut organisiert", sagt Till (16).

"Für die junge Musikszene gibt es schon Möglichkeiten, sich zu zeigen"

Beim 23. Wuppertaler Schüler-Rockfestival heute in der Uni-Halle Wuppertal werden neben 25 Schülerbands auch die DSDS-Stars Max Buskohl und Lisa Bund vor rund 4000 Zuschauern auftreten. Los geht’s um 16.30 Uhr.

Eintrittskarten sind für neun Euro noch in der Buchhandlung Kape, Hauptstraße 58, in Langenberg und bei Musik Schallowetz, Friedrichstraße 212, in Velbert-Mitte zu haben.

Wenn "Verstrahlt" nicht gerade selber die Bühne rocken, gucken sie sich gerne Auftritte anderer Bands an. "Für die junge Musikszene gibt es in Velbert schon Möglichkeiten, sich zu zeigen. Die Bands müssen sich nur auch selber kümmern und die Augen offen halten", sagt Sven.

Bisher waren Konzerte der Band immer gut besucht. Doch was am Samstag stattfindet, ist in der Bandgeschichte der absolute Knaller: Vor rund 4000 Zuschauern werden "Verstrahlt" beim 23.Schüler-Rockfestival in der Wuppertaler Uni-Halle auftreten. Für rund sieben Minuten (zwei Lieder) gehört die Bühne ihnen. Dreimal pro Woche wurde dafür geprobt. "Ich bin so aufgeregt, ich kann mich auf nichts anderes mehr konzentrieren", sagt Tim.

Große Bühne oder Wohnzimmer: Die Jungs sind flexibel

Doch das Festival in Wuppertal ist nur der Anfang. Noch vier weitere Konzerte stehen allein bis Anfang März an, unter anderem am 24.Januar bei "Rock for Kids" in Dortmund und am 20. Februar im Gymnasium Langenberg. Und die Gruppe ist flexibel: "Wenn jemand eine Band fürs Wohnzimmer sucht, stellen wir uns auch gerne zur Verfügung."

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