Zwei Velberter (23 und 24) sollen einen Dealer in dessen Wohnung überfallen haben.

Velbert. Vor dem Wuppertaler Landgericht müssen sich seit gestern zwei Velberter wegen des Vorwurfs der räuberischen Erpressung verantworten. Laut Staatsanwaltschaft haben die Angeklagten (23 und 24) im April 2008 einen 26-Jährigen nachts in seiner Wohnung überfallen, mit einer Waffe bedroht, Geld und Drogen gefordert. Die Ermittler gehen davon aus, dass sie mit 800Euro, einem Laptop sowie einer Playstation geflüchtet seien.

Zum Auftakt legten die Angeklagten, die seit Dezember in U-Haft sitzen, ein Teilgeständnis ab. Die beiden Drogensüchtigen berichteten, dass ihr Opfer ihnen als Dealer bekannt war. Als sie bereits auf LSD waren, hätten sie von ihm Speed kaufen wollen, um "wieder klarzukommen".

 Man habe ihm mit "schönen Worten" 20 Gramm auf Kommission abkaufen wollen, aber von Anfang an vorgehabt, die Drogen nicht zu bezahlen. "Ich wollte ihn immer mal abziehen, an dem Abend habe ich’s gemacht, er hat es verdient", sagte der 24 Jahre alte Angeklagte. Eine Waffe habe keiner dabei gehabt und auch keine Wertsachen mitgenommen.

So weit, so klar. Was Richter Norbert Müller aber wunderte: Beim Verlassen der Wohnung habe der 24-Jährige seinem angeblichen Dealer gesteckt, dass er das Geld für die Drogen - 130 Euro waren ausgemacht - nicht zu sehen bekäme. "Warum haben Sie ihm das überhaupt gesagt?"

Das mutmaßliche Opfer (26) ist wegen Falschaussage vorbestraft

Noch verworrener erschien die Aussage des mutmaßlichen Opfers. Der 26-Jährige, der unter anderem wegen Falschaussage vorbestraft ist, bestritt, mit Drogen gedealt oder welche genommen zu haben.

Seine Version: Die beiden Angeklagten hätten mit einer Waffe nachts vor seiner Tür gestanden, Geld und Drogen gefordert. Doch mehr als zehn Euro habe er nicht gehabt. Mit dem Geld seien sie abgezogen. Die Wertsachen und 800 Euro habe er in seiner ersten Aussage bei der Polizei aber nur erfunden, um ihnen eins auszuwischen.

"Kurios" nannte der Richter, dass alle im Umfeld des 26-Jährigen mit Drogen zu tun hätten, nur er nicht. Müller: "Und dann stehen die beiden ausgerechnet bei Ihnen vor der Tür und denken, dass dort was zu holen ist?"

Der Prozess wird fortgesetzt.

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