Für viele Schüler des Kreises endet in der nächsten Woche die Schulzeit. Jetzt heißt es, die weitere Zukunft sorgsam zu planen.

Velbert. Es ist geschafft. Mara Hermann hat ihren Abschluss. Vor wenigen Tagen bekam die 15-Jährige Realschülerin ihr Abschlusszeugnis in die Hand gedrückt. Trotzdem wird sie nach den Sommerferien weiter zur Schule gehen. An einer Gesamtschule in Wuppertal will sie ihr Abitur machen. Eine Entscheidung, die auch von der Krise geprägt ist.

"Ich will Lehrerin werden. Ich denke, da ist ein sicherer Job", sagt sie. "Mir ist aber schon seit der siebten Klasse klar, dass ich studieren möchte." Mara Hermann wirkt zielstrebig und optimistisch. Zukunft bedeutet für sie auch Sicherheit: "Ich will mir später auch mal etwas gönnen können." Sorgen macht sie sich kaum. "Die meisten haben einen Ausbildungsplatz gefunden", sagt sie. Über die wirtschaftliche Krise spreche sie mit ihren Klassenkameraden selten. "Das klingt vielleicht hart, aber solange mich das nicht selbst betrifft, halte ich diese Gedanken von mir fern."

Einige ihrer Mitschüler werden im Sommer ebenfalls auf die Gesamtschule wechseln, allerdings werden sie in Velbert bleiben. Mara Hermann ist die einzige, die ihren Abschluss in Wuppertal machen will. Die Schule dort habe ihr besser gefallen.

Es ist die Zielstrebigkeit die Freunde ziehen zu lassen und den eigenen Weg zu suchen die Hermann mit anderen Jugendlichen gemein hat. Mit Julia Voß zum Beispiel. Im Oktober wird die 17-Jährige ihre Ausbildung als Arzthelferin beginnen. Eigentlich wäre sie gerne Mediendesignerin geworden. "Aber dann hätte ich Abitur machen und studieren müssen, das wollte ich nicht", sagt sie. Jetzt also Arzthelferin.

Um die Ausbildung bemüht hat sie sich schon im vergangenen Jahr. Nach der Schule erstmal Pause machen, ein bisschen durch die Gegend ziehen, das ist nichts für sie. "Ich habe mich bei sämtlichen Ärzten in der Umgebung beworben. Egal ob Gynäkologe oder Zahnarzt. Das ist ein krisensicherer Job", glaubt sie. "Zähne sind ja immer da."

Auch Julia Voß ist ehrgeizig. Wir müssen flexibel sein, sagt sie und meint damit sich und ihre Mitschüler. Hätte sie keinen Ausbildungsplatz gefunden, hätte sie auch die Stadt gewechselt. "Heute muss man das ja, um einen Job zu bekommen", sagt sie. Also auch München oder Hamburg? "Naja, das hätte ich mir schon überlegen müssen."

Bewerbungsanforderungen sind hoch

Sascha Schworm ist sich da schon sicherer. Er würde überall hingehen, um seinen Berufswunsch zu verwirklichen. Er will Kommunikationsdesign studieren, später Internetseiten gestalten. Der 21-Jährige hat bereits in der Schulzeit Internetseiten entwickelt und mit einem Freund ein Kleinunternehmen gegründet. "Trotzdem fällt die Entscheidung schwer", sagt er.

Die Stimmung an der Schule sei ein wenig gedrückt. "Wir fragen uns natürlich alle, ob wir schaffen, was wir uns vorgenommen haben." Im nächsten Jahr will Sascha Schworm sich an der Folkwang-Schule in Essen bewerben. Die Anforderungen sind hoch. Er muss eine Mappe mit Arbeiten einreichen und nur wenige Studenten werden angenommen. "Das wäre großartig, dort zu studieren", sagt Schworm. "Mir ist wichtig, etwas zu tun, was mir Spaß macht."

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