Als Beitrag zur Verbesserung der städtischen Finanzlage sollen die Vereine 50 Prozent mehr für die Nutzung von Sportstätten bezahlen.

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Für eine Stunde Hallennutzung sollen die Vereine künftig 6,75 anstatt 4,50 Euro zahlen. Dies gilt nach 18 Uhr auch für das Training von Jugendmannschaften. (Archiv

Für eine Stunde Hallennutzung sollen die Vereine künftig 6,75 anstatt 4,50 Euro zahlen. Dies gilt nach 18 Uhr auch für das Training von Jugendmannschaften. (Archiv

Simone Bahrmann

Für eine Stunde Hallennutzung sollen die Vereine künftig 6,75 anstatt 4,50 Euro zahlen. Dies gilt nach 18 Uhr auch für das Training von Jugendmannschaften. (Archiv

Velbert. Die Sportvereine sollen einen sehr sportlichen Beitrag leisten, um zu helfen, die desolate Haushaltssituation der Stadt zu stabilisieren: Zum einen sollen sie 50 Prozent mehr Geld für die Nutzung der städtischen Sportstätten zahlen, zum anderen ist vorgesehen, dass sie weniger Zuschüsse (20.000 anstatt 40.000 Euro) erhalten.

Dies beinhaltet jedenfalls das Sparkonzept der Verwaltung. Außerdem soll der städtische Zuschuss an den Dachverband der Velberter Vereine, den Stadtsportverband, um die Hälfte auf 35.900 Euro gekürzt werden.

Mit dem Geld finanziert der Verband seine Arbeit, unterstützt aber auch seine Mitgliedsvereine. Morgen wird die Politik über diese Punkte im Sportausschuss (17 Uhr im Rathaus, Saal Velbert) beraten und entschieden.

Sportverband: Geld muss dann auch in die Instandhaltung fließen

Den Sparvorschlägen der Verwaltung sieht Friedhelm Dahlmann, Vorsitzender des Sportverbands, gelassen entgegen. "Wir können uns doch nicht sperren. Die Stadt hat nun mal kein Geld. Und da sollten wir nicht mit Boxhandschuhen aufeinander losgehen", sagt Dahlmann.

Doch der Funktionär sowie auch die Vereine würden genau darauf achten, dass die Einnahmen aus den Nutzunggebühren auch in die Sanierung und Instandhaltung der Sportstätten investiert würden. "Da wurden in der Vergangenheit Fehler gemacht. Als die Stadt noch genug Geld hatte, wurde zu wenig für die Sportanlagen getan. Stattdessen wurde das Geld in neue Projekte gesteckt."

Die Erhöhung der Nutzungsentgelte um jährlich 60.000 Euro soll laut Verwaltung dazu beitragen, "die Vielzahl der Velberter Sportstätten auch langfristig zu erhalten und so die Vielfalt des Sports in Velbert auch in diesem Umfang zu sichern".

Dieter Scholten, Vorsitzender des TuS Neviges, hofft, dass sein Verein aufgrund höherer finanzieller Belastungen nicht gezwungen sein wird, eine Abteilung zu schließen. "Klar müssen wir Sportler auch als Bürger dieser Stadt denken. Doch als Verein strecken wir uns schon mächtig bis zur Decke."

TuS und NTV sehen keine Möglichkeit, die Mitgliedsbeiträge zu erhöhen

Die Mitgliedsbeiträge zu erhöhen, um die Mehrbelastungen aufzufangen, sei kein Thema, sagt Scholten - dann würden noch mehr Mitglieder dem Verein den Rücken kehren. Die Mehrkosten, mit denen jetzt gerechnet werden müsse, belasteten auch die Fusionsgespräche zwischen dem TuS Neviges und dem FC Tönisheide. Der TuS hat mehr als 850, Tönisheide rund 600 Mitglieder.

"Wir sehen es mit Sorge, dass weiter an der Gebührenschraube für die Vereine gedreht wird", sagt Ulrich Löhe, Sprecher des Nevigeser TV, mit 1000 Mitgliedern einer der größten Vereine in Velbert. Auf der einen Seite seien die Sportvereine in der Vergangenheit immer mehr zur Kasse gebeten worden, auf der anderen Seite sei immer weniger in die Sportstätten investiert worden, sagt Löhe.

So sei seit Monaten die Anzeigentafel/Zeitnahme in der Halle Waldschlösschen defekt, so dass die Handballer bei jedem Heimspiel eine Strafgebühr zahlen müssten. "Wir haben es der Stadt gemeldet, bekamen aber die Antwort, dass die Stadt kein Geld habe", so Löhe.

Auch beim NTV denke niemand an eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge. Die Folge, befürchtet der Verein, seien Austritte. In den vergangen zweieinhalb Jahren ist der NTV von 1200 auf 1000 Mitglieder geschrumpft.

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