Die Verwaltung sieht gute Chancen, für das Bürgerhaus Denkmalmittel des Bundes zu bekommen. Dazu soll eine Erhaltungssatzung für den historischen Ortskern beitragen. Eine Perspektive auch für Nevigeser Projekte?

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Mit dem Geld aus Berlin könnte nicht nur die Substanz des Bürgerhauses saniert werden, sondern auch der Innenausbau erfolgen. (Archiv

Mit dem Geld aus Berlin könnte nicht nur die Substanz des Bürgerhauses saniert werden, sondern auch der Innenausbau erfolgen. (Archiv

Simone Bahrmann

Mit dem Geld aus Berlin könnte nicht nur die Substanz des Bürgerhauses saniert werden, sondern auch der Innenausbau erfolgen. (Archiv

Velbert. Für die Sanierung des Bürgerhauses Langenberg setzt die Stadt Velbert jetzt auf eine kräftige Finanzspritze des Bundes. Es bestünden gute Chancen, dass 9,3 Millionen Euro aus städtebaulichen Denkmalschutzmitteln fließen könnten, nachdem das entsprechende Förderprogramm jetzt auch auf die westlichen Bundesländer ausgeweitet worden sei, erläuterte Denkmalschützer Roland Dabrock dem Stadtrat.

Ein Antrag sei Ende Januar bereits gestellt worden. Insgesamt werden für die Sanierung des Bürgerhauses und die Umgestaltung im Inneren 13,4 Millionen Euro kalkuliert.

Um eine optimale "Förderkulisse" aufzubauen, soll für den historischen Ortskern Langenberg eine sogenannte Erhaltungssatzung nach Paragraf 172 des Baugesetzbuches aufgestellt werden. Nachdem die 1972 festgelegte Sanierungssatzung aufgrund gesetzlicher Neuregelungen aufgehoben werden musste, sei Langenberg seit dem Jahr 2000 förmlich kein Sanierungsgebiet mehr, so Dabrock. Dies soll durch die neue Satzung, die der Planungsausschuss am 19. Mai auf den Weg bringen soll, rasch geändert werden.

Wann genau der Bund über die Fördermittel entscheiden wird, steht laut Roland Dabrock nicht fest. Die gut neun Millionen würden die Möglichkeit eröffnen, das Veranstaltungshaus mit seinem Konzertsaal "in einem Zug, zu sanieren, wie es ideal ist". Bevor in Berlin keine Entscheidung gefallen sei, werde man das Innere nicht anpacken, sondern mit den Arbeiten an der statischen Sicherung (Unterfangen des Fundaments, Drainage) und der Dachsanierung beginnen.

Mittel fürs Schloss Hardenberg sind noch immer nicht angekommen

Eine Erhaltungssatzung soll auch für Neviges den Zugriff auf den Fördertopf des Bundes eröffnen. Für das alte Rathaus, aber eventuell auch für die Stadthalle könnten sich damit neue finanzielle Perspektiven eröffnen, meint Dabrock. Auf die zugesagten 1,7 Millionen Euro vom Land NRW für die Substanzsanierung fürs Schloss wartet Velbert allerdings immer noch.

Eine Erhaltungssatzung nach Paragraf 172 des Baugesetzbuches dient der "Erhaltung baulicher Anlagen und der Eigenart von Gebieten". Die Gemeinde kann damit regeln, dass der Rückbau, die Änderung oder die Nutzungsänderung baulicher Anlagen innerhalb von schutzwürdigen historischen Stadtkernen der Genehmigung bedürfen. Während eine Denkmalbereichssatzung, wie sie für Neviges bereits erlassen ist, auf dem Denkmalschutzgesetz des Landes beruht, ist die Erhaltungssatzung im Bundesbaurecht verankert.

Im Dezember 2007 hatte Bürgermeister Stefan Freitag im Rat von einer entsprechenden mündlichen Zusage des Landes berichtet. Bereits 2008 sollte damit begonnen werden, Statik, Fassade und Fenster zu erneuern und das Gebäude wieder für die Öffentlichkeit nutzbar zu machen (Eigenanteil Stadt: 860 000Euro).

Weil das Land auch nicht in Geld schwimmt, habe Düsseldorf inzwischen die Kooperation mit Berlin gesucht und die Entscheidung über die Fördermittel für Neviges werde nun im Mai eine Kommission unter Leitung von Kulturstaatsminister Bernd Naumann fällen, sagte Roland Dabrock am Freitag auf Nachfrage. Im Juni könnte der Bewilligungsbescheid vorliegen, "dann geht es sofort los, die Ausschreibungen sind vorbereitet". Dabrock: "Wenn wir im Juni grünes Licht bekommen, kann Anfang September Baubeginn sein."

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