Infoabend: 250 Velberter interessieren sich für die Marktzentrums-Pläne.

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Baudezernent Andres Wendenburg erläuterte zunächst die Schwerpunkte der Innenstadtentwicklung.

Baudezernent Andres Wendenburg erläuterte zunächst die Schwerpunkte der Innenstadtentwicklung.

Simone Bahrmann

Baudezernent Andres Wendenburg erläuterte zunächst die Schwerpunkte der Innenstadtentwicklung.

Velbert. Dass etwas zur Belebung der Innenstadt passieren muss, um den Abfluss von Kaufkraft in andere Städte zu stoppen, dürfte in Velbert unumstritten sein. Ob das geplante Marktzentrum am Forum Niederberg eine Lösung ist, wurde am Freitag unter anderem mit Experten der IHK, des Einzelhandelsverbandes und der Stadtplanung diskutiert.

Die in diesem Zusammenhang geführte Debatte um einen möglichen Abriss der Villa Herminghaus - dem das Rheinische Amt für Denkmalpflege inzwischen eine Absage erteilte - hat, die Velberter offensichtlich mobilisiert: Mit rund 250 Besuchern im Kongresssaal des Forums war das Interesse an der Infoveranstaltung, zu der Bürgermeister Stefan Freitag eingeladen hatte, so groß wie selten bei einem Projekt in der Schlossstadt.

Eindeutig für das Shopping-Center sprachen sich die Experten aus. Michael Rüscher verwies auf die umliegende Konkurrenz, anfangen beim Limbecker Platz in Essen über Reschop-Carree in Hattingen bis zu geplanten bzw. bereits umgesetzten Centern im Kreis: "Die Nachbarstädte rüsten auf", so der Referent der IHK Düsseldorf.

"Das Center muss in die Strukturen passen und ergänzen"

Auch Dr. Peter Achten, Hauptgeschäftsführer des Rheinischen Einzelhandels- und Dienstleistungsverbands, plädierte für das Marktzentrum, stellte aber die Frage nach dessen Dimension und Integration. Das Center müsse sich in bestehende Strukturen einfügen und diese ergänzen, aber nicht ersetzen. Es müsse sich ansprechend in die Architektur wie auch von Anfang an ins Leben der Stadt integrieren. Davon unabhängig erwartet Achten einen Umbruch für die sehr lange Friedrichstraße. "Ob mit oder ohne Einkaufzentrum wird es zu einer Verdichtung des Einzelhandels kommen."

Eine Umsatzumverteilung sieht Ralf Beckmann vom Planungsbüro "Stadt + Handel". Bis zu 25 Prozent würden aus der Innenstadt ins Shopping-Center umgeleitet: "Man wird sich mit der Friedrichstraße auseinandersetzen müssen", sagte der Diplom-Ingenieur, der allerdings auch Chancen sieht, positive Akzente zu setzen. Gerade etwa junge Mode biete diese Möglichkeit, junge Kunden langfristig an Velbert zu binden.

Obwohl viele Einzelhändler eine gesteigerte Attraktivität der Innenstadt durch das Marktzentrum erwarten - Hans-Jürgen Rauch: "Konkurrenz belebt das Geschäft" - gab es auch kritische Stimmen. So sei es fraglich, ob sich Händler vor Ort das Geschäft im Center leisten könnten. Wenn jedoch lediglich die großen Ketten, die bereits in Velbert ansässig sind, umzögen, blieben Leerstände in der City zurück. Da müsse man sehr drauf achten, dass das nicht passiere, antwortete Peter Achten.

Die Einflussmöglichkeiten auf die Besetzung der Verkaufsflächen sieht Wirtschaftsförderer Wilfried Löbbert allerdings als sehr gering an: "Das regelt allein der Markt."

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