Knapp 19.000 Euro werden für den guten Zweck gesammelt.

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Dick eingepackt gegen die Kälte: Jeronimo (9), Daniel (8), Jannick (7) und Samuel (8, von links) auf ihrem Weg durch Neviges.

Dick eingepackt gegen die Kälte: Jeronimo (9), Daniel (8), Jannick (7) und Samuel (8, von links) auf ihrem Weg durch Neviges.

Stefan Fries

Dick eingepackt gegen die Kälte: Jeronimo (9), Daniel (8), Jannick (7) und Samuel (8, von links) auf ihrem Weg durch Neviges.

Velbert-Neviges. "Kinder, seid ihr tapfer!" Dieses Lob hörten die vier kleinen Könige beinahe von jedem, der ihnen die Haustür öffnete. Dick eingepackt, den Stern mit den Fäustlingen fest umklammert, die Kronen über die Mützen gezogen, kämpften sich Samuel (8), Jannick (7), Daniel(8) und Jeronimo (9) durchs Schneegestöber von Tür zu Tür.

Am Samstagvormittag zogen 67 Sternsingergruppen beider Konfessionen durch ganz Neviges. Nach dem Aussendungsgottesdienst rüsteten sie sich trotz Kälte und Schnee mit der Sammelbüchse. "Kinder finden neue Wege" heißt das Leitwort des Dreikönigssingens 2010, unterstützt werden Projekte im Senegal. Zusätzlich geht in Neviges ein Teil der Spenden an das Friedensdorf in Oberhausen und an die Arche in Kalkutta. Der Einsatz von großen und kleinen Akteuren trotz Wetterchaos brachte 18.711,42 Euro ein.

"Wir kommen aus dem Morgenland, wir kommen geführt von Gottes Hand. Wir wünschen euch ein fröhliches Jahr: Caspar, Melchior und Balthasar!" Jeronimo steigt kurzerhand auf die Leiter, um mit Kreide den Segensgruß an die Haustüre zu schreiben. Immer wieder werden sie hereingebeten, bekommen heiße Getränke angeboten und Krippen gezeigt.

Die meisten Menschen scheinen auf die Sternsinger gewartet zu haben und belohnen sie mit Süßigkeiten. Die Wärme, mit denen sie empfangen werden, hilft etwas gegen das kalte Wetter. "Für uns sind die Sternsinger sehr wichtig. Wir freuen uns immer auf sie", sagen zum Beispiel Eva und Alexander Schad. "Und der Segensspruch, der bleibt bis nächstes Jahr!"

Bei einem Vorbereitungsnachmittag lernten die Kinder die Geschichte von Caspar, Melchior und Balthasar kennen: "Es ist wichtig, dass die Kinder wissen, warum und für wen sie sammeln", sagt Dietgard Reith, die die Gruppe begleitet - und mit ihrer guten Laune für Motivation bei den Kindern sorgt.

"Meine Füße sind Eisklötze", stellt Caspar, alias Daniel, nach der fünften Haustür fest. "Im letzten Jahr waren wir sogar schon in einem Haus mit zehn Stockwerken. Das hat vielleicht gedauert", erinnert sich Jannick. Aber: "Mir macht es großen Spaß. Es ist immer so spannend, wer die Türe aufmacht."

Im nächsten Haus wartet die siebenjährige Melissa auf sie. Mit großen Augen hört sie zu, was die kleinen Könige vortragen und beschließt: "Im nächsten Jahr möchte ich auch Sternsinger sein!"

20*C+M+B*10 - dieser Aufkleber an dem Türrahmen segnet sie und ihre Familie, weiß Melissa nun. Ob aufgeklebt oder mit Kreide geschrieben - die vier kleinen Jungs hinterlassen ihre Spuren auch im tiefsten Schnee.

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