Genossen sagen Ja zum Marktzentrum – aber nur, wenn die Villa Herminghaus bleibt.

Hinnerk Tegtmeier, Manfred Krick, Kerstin Griese, Volker Münchow, Wolfgang Werner und Walter Grevener (v.l.) beim Neujahrsempfang der SPD: Sie wollen die Villa Herminghaus erhalten.
Hinnerk Tegtmeier, Manfred Krick, Kerstin Griese, Volker Münchow, Wolfgang Werner und Walter Grevener (v.l.) beim Neujahrsempfang der SPD: Sie wollen die Villa Herminghaus erhalten.

Hinnerk Tegtmeier, Manfred Krick, Kerstin Griese, Volker Münchow, Wolfgang Werner und Walter Grevener (v.l.) beim Neujahrsempfang der SPD: Sie wollen die Villa Herminghaus erhalten.

Simone Bahrmann

Hinnerk Tegtmeier, Manfred Krick, Kerstin Griese, Volker Münchow, Wolfgang Werner und Walter Grevener (v.l.) beim Neujahrsempfang der SPD: Sie wollen die Villa Herminghaus erhalten.

Velbert-Neviges. Überraschung beim Neujahrsempfang der SPD am Sonntag in der Vorburg: Die Genossen sprechen sich nun für den uneingeschränkten Erhalt der Herminghaus-Villa und des umgebenden Gartens aus. Bei der Ausschreibung des "Marktzentrums Velbert" sollen nur Vorschläge Berücksichtigung finden, die den Bestand des Ensembles garantieren, erläuterte Volker Münchow, Geschäftsführer der Ratsfraktion und SPD-Landtagskandidat in seiner Ansprache.

Einen entsprechenden Antrag zur ersten Ratssitzung am 16. März will die Partei Anfang der Woche stellen. In der gleichen Sitzung will die Bürgerinitiative, die seit zwei Wochen Unterschriften für den Erhalt der Villa sammelt, das Thema in Form eines Bürgerbegehrens auf die Tagesordnung bringen.

Beim Beschluss des Bebauungsplanentwurfs vor Weihnachten hatten die Genossen noch mehrheitlich für einen Vorratsbeschluss gestimmt, der es einem Investor ermöglicht, das Baudenkmal abreißen zu lassen.

Die Sozialdemokraten wollen sich dem Bürgerwillen unterordnen

"Die SPD sieht sich seit 147 Jahren als Sachwalter der Bürgerinteressen", so Münchow. Der Bürgerwille sei sehr eindeutig gegen den Abriss gerichtet, wie er und seine Fraktionskollegen erfahren hätten. Deshalb werde sich die SPD diesem Willen unterwerfen und für den Erhalt der Villa stimmen, erklärte der Ratsherr. Der Beschluss sei in der Fraktion einstimmig gefällt worden, fügte Fraktionschef Wolfgang Werner später im WZ-Gespräch hinzu.

Am Marktzentrum halten die Genossen indessen fest: "Die SPD-Ratsfraktion sieht die dringende Notwendigkeit, vorhandene Leerstände in der Velberter Innenstadt zu beseitigen und die Attraktivität von Velbert auch gegenüber den umliegenden Städten zu stärken", betonte Münchow. Beim ehemaligen Marktzentrum sei nach vielen Jahren der Verhandlungen der neue Eigentümer endlich bereit, die Immobilie zu verkaufen. Deshalb habe der Umwelt- und Planungsausschuss für den Bau eines nach heutigen Gesichtspunkten attraktiven Einkaufs-Centers gestimmt, das auch zentraler Sitz der Volkshochschule werden soll. Allerdings müsste nun ein Investor gefunden werden, der bereit ist, mit dem Erhalt der Villa zu planen: "Ich hoffe jetzt auf die Kreativität der Architekten", so Münchow.

2009 hatte die Politik dem Planentwurf für das Areal am Forum Niederberg - auch mit Hilfe sozialdemokratischer Stimmen - zugestimmt und einen "Vorratsbeschluss" gefasst, der es einem Investor ermöglichen sollte, das Baudenkmal abreißen zu lassen.

Gegen diese Abrissoption macht seit zwei Wochen eine Bürgerinitiative mobil, die mit Hilfe eines Bürgerbegehrens für den Fortbestand der Villa samt Garten kämpft.

In seiner Rede hatte sich der Landtagskandidat zuvor mit dem Thema Kommunen in der Krise beschäftigt. Eine Ursache sieht Münchow in den Aufgaben, die Land und Bund den Kommunen ohne die notwendige Finanzausstattung aufdrücken. Auch der Solidarpakt gehöre auf den Prüfstand, wenn etwa Städte wie Dresden auf Kosten der Westkommunen schuldenfrei seien und weiterhin riesige Summen erhielten.

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