Das Büro von Architekt Michael Krieger gewinnt den Wettbewerb von Stadt und Kirche.

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Christuskirchen-Pfarrer Norbert Plenz präsentiert mit Hartmut Scheidt, Frank Wünsche, Stadtplaner Detlef Jobst, Estha Kalman-Haag und den Architekten Thomas Kalman und Michael Krieger (v.l.) das Modell.

Christuskirchen-Pfarrer Norbert Plenz präsentiert mit Hartmut Scheidt, Frank Wünsche, Stadtplaner Detlef Jobst, Estha Kalman-Haag und den Architekten Thomas Kalman und Michael Krieger (v.l.) das Modell.

Stefan Fries

Christuskirchen-Pfarrer Norbert Plenz präsentiert mit Hartmut Scheidt, Frank Wünsche, Stadtplaner Detlef Jobst, Estha Kalman-Haag und den Architekten Thomas Kalman und Michael Krieger (v.l.) das Modell.

Velbert-Neviges. Für das Quartier Christuskirche gibt es jetzt ein konkretes Konzept: Das Velberter Büro Dr. Krieger Architekten und Ingenieure hat mit seinem Entwurf den von Stadt und Kirchengemeinde ausgeschriebenen, kombinierten Architektenwettbewerb "Gemeindehaus der Evangelischen Kirche in Velbert und Städtebauliche Konzeption Quartier Christuskirche" gewonnen.

Wann die Planungen für das rund 12 000 Quadratmeter große Areal nun umgesetzt werden, ist aber noch offen. Stadt und Kirchengemeinde teilen sich die Fläche zwischen Kurze Straße, Ost- und Grünstraße auf etwa gleich großen Parzellen.

Auslöser für das Projekt war eine Bestandsaufnahme im 1891 erbauten Gemeindehaus an der Oststraße. "Das Gebäude ist stark sanierungsbedürftig", erläutert Pfarrer Norbert Plenz - Kosten rund zwei Millionen Euro: "Ein Neubau wäre nicht teurer", so die Einschätzung des Presbyteriums, zumal die erforderliche Fläche bereits neben der Christuskirche vorhanden ist.

Der Entwurf setzt sich gegen sechs Konkurrenten durch

Auf Empfehlung der Landeskirche schrieb die Gemeinde einen Gestaltungswettbewerb aus, an dessen städtebaulichem Part sich die Stadt beteiligte. Es gebe auf der Fläche - zu der das Gelände der Pestalozzi-Hauptschule zählt - eine gute Entwicklungschance für qualitativ hochwertiges, innenstadtnahes Wohnen, befand der Umwelt- und Planungsausschuss vor einem halben Jahr.

Unter sechs Bewerbern setzte sich nun der Krieger-Entwurf bei der zehnköpfigen Jury aus Gemeinde, Politik, Verwaltung und Architekten einstimmig durch. Er sieht ein geräumiges Gemeindezentrum zwischen Kirche und Kurze Straße mit einer Bruttogeschossfläche von tausend Quadratmetern mit einem variabel nutzbaren Gemeindesaal als Mittelpunkt vor: "Ein schlichtes, einladendes Gebäude, kein repräsentativer Bau", betont Plenz. "Das Gebäude soll keinesfalls in Konkurrenz zur Christuskirche treten", ergänzt Architekt Thomas Kalman vom Büro Krieger.

Das Entwicklungskonzept für das Quartier Christuskirche umfasst eine teils städtische, teils kirchliche Fläche von 12 000 Quadratmetern. Neben dem neuen Gemeindezentrum sollen auf dem Gelände der Pestalozzi-Hauptschule Eigentumswohnungen entstehen. Für die Pestalozzi-Schule und die nur noch eingeschränkt nutzbare Hauptschule "Am Baum" soll auf dem benachbarten Sportplatz Ersatz geschaffen werden.

Der Entwurf wird im Baudezernat, Am Lindenkamp 31, ausgestellt: Besichtigungszeiten Dienstag und Mittwoch von 8-15 Uhr, Donnerstag von 8-18 Uhr und Freitag von 8 -12 Uhr.

Eine große Freifläche zur Kirche hin erlaubt Veranstaltungen unter freiem Himmel. Die benachbarte Wohnbebauung soll aus großzügig geschnittenen Eigentumswohnungen mit Blick auf den Stillen Park und die Kirche bestehen, so Kalman weiter.

Der besondere Charme des Krieger-Entwurfs liegt laut Stadtplaner Detlef Jobst in dessen Flexibilität: "Die Realisierung des Kirchengeländes und der Abriss der Pestalozzi-Schule können völlig unabhängig voneinander erfolgen." Die Planungen seien zudem problemlos stufenweise umsetzbar, auch die Reihenfolge variabel.

Zunächst will die Gemeinde jedoch die Finanzierung in trockene Tücher bringen. Das Gemeindezentrum ist mit rund 1,8 Millionen Euro veranschlagt, die vor allem durch Verwertung des heutigen Gemeindehausareals an der Oststraße erlöst werden sollen.

Für Architekt Michael Krieger bedeutet der Bau des Gemeindezentrums indessen die Fortsetzung einer Familientradition: Großvater Karl Krieger hat bereits vor hundert Jahren die Christuskirche erbaut.

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