Schule: Zweimal ausverkauftes Haus für das neue Stück der Musical-AG an der Heinrich- Kölver-Realschule: Flott und mit ironischem Augenzwinkern kam „Whoever you kill“ daher.

wza_1500x858_699883.jpeg
Da hat es ihn hingerafft: Die Bühne in der Realschul-Aula wurde zum Mädcheninternat, in dem ein rätselhafter Mord geschieht. Das kriminalistische Singspiel wurde von der Musical-AG mit passenden (Pop-)Songs garniert – sehr zum Vergnügen des Publikums.

Da hat es ihn hingerafft: Die Bühne in der Realschul-Aula wurde zum Mädcheninternat, in dem ein rätselhafter Mord geschieht. Das kriminalistische Singspiel wurde von der Musical-AG mit passenden (Pop-)Songs garniert – sehr zum Vergnügen des Publikums.

Simone Bahrmann

Da hat es ihn hingerafft: Die Bühne in der Realschul-Aula wurde zum Mädcheninternat, in dem ein rätselhafter Mord geschieht. Das kriminalistische Singspiel wurde von der Musical-AG mit passenden (Pop-)Songs garniert – sehr zum Vergnügen des Publikums.

Tönisheide. Irgendwie haben selbst im Mädcheninternat alle ihren Spaß. Bloß Tim nicht, der hing zwar eben noch knutschend mit Lucy auf einer Party ab, ist aber im nächsten Moment mausetot. Aus diesem Grunde betritt ein trotteliger Hauptkommissar die Szene und versucht herauszufinden, was der ominöse Maskenmann mit Tims Tod zu tun hat.

"Whoever you kill", das neue Musical der Musiktheater-AG der Heinrich-Klöver-Realschule, feierte Donnerstagabend vor ausverkauftem Haus Premiere und war auch bei der zweiten Aufführung am Freitagabend in der hauseigenen Aula überaus umjubelt.

Egal, ob das Nummerngirl selbst gemalte Plakate über die Bühne trug, auf denen die einzelnen Szenen angesagt wurden, oder gesungen und getanzt wurde - das Publikum johlte, als wenn ein Superstar à la Shakira gerade "Waka Waka (This Time for Africa)" gesungen hätte. Zwar können die Mädchen und Jungen dieser Schul-AG weder so singen noch tanzen wie besagte Shakira, was sie mit Mut zur Lücke aber natürlich trotzdem versuchten.

Eine dominahafte Rektorin und ein "Kriminaler" wie Inspektor Clouseau

Weil die jungen Leute sich bei Interpretationen von Christina Aguileras "Dirty" oder Lucilectrics "Mädchen" selbst aber nicht übermäßig ernst nahmen, hatte das alles seinen Charme. Mit ironisch überzeichneten Charakteren wie der dominahaften Internatsleiterin "Frau Doktor Doktor von und zu" und dem Kriminalbeamten in bester Inspektor Clouseau-Manier gab es eh genug zu lachen in diesem kriminalistischen Singspiel.

Das ganze Schuljahr über werden die Aufführungen vorbereitet

Eigentlich geht es bei den Aufführungen der AG - einem seit vielen langen Jahren fest zum Angebot gehörenden Klassiker im AG-Repertoire der Realschule - auch nicht darum, Stars von Morgen zu rekrutieren, sondern um den Spaß an der Sache. Stimmbildung, das Erlernen von Atemtechniken und die Selbstüberwindung, sich vor Publikum zu präsentieren - all das stärkt das Selbstbewusstsein.

In der Musical-AG bereiten Schüler der Klassen 9 und 10 einmal im Jahr eine Aufführung vor. Texte werden einstudiert, Lieder geprobt und Tänze eingeübt.

Unter anderem wurde 2002 die "Rocky Horror Picture Show" gezeigt, 2007 gab es den Hippie-Klassiker "Hair", 2008 das Musical "Rent" und im vergangenen Jahr hieß es "At the Club".

Das ganze Schuljahr über wird regelmäßig geprobt. Musiklehrer Franz Jungmann ist Chef im Ring und Regisseur, Dirigent und Ratgeber in Personalunion. Das Programm selbst entwickeln die Schüler, ebenso wie sie für alle technischen Finessen zuständig sind.

Dem Vernehmen nach wurde im Vorfeld von "Whoever you kill", der Krimi-Musical-Gala, ganz besonders intensiv trainiert, zu improvisieren. Und das zahlte sich bei den Aufführungen aus. Denn - natürlich - gab es kleine Patzer in Form offensichtlich vergessener Textpassagen. Aber Dank der erlernten Impro-Techniken wurden diese Scharten im Handumdrehen ausgewetzt. Und das Publikum freute sich über die zügig erzählte, flott getanzte und musikalisch von der Schulband gut umgesetzten Inszenierungsideen.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer