Vor dem Hintergrund der geplanten Reduzierung der städtischen Zuschüsse suchen die Velberter Einrichtungen den Schulterschluss.

Velbert. "Zusammen sind wir stark" - Begegnungssstätten aus allen Stadtteilen haben sich zusammengeschlossen und wollen nun gemeinsam gegen die Sparpläne der Stadt vorgehen. Mit dem "Runden Tisch für Seniorenfragen" möchten sie die geplanten Reduzierungen der Betriebskostenzuschüsse für Seniorentreffs laut Punkt 54 der Einsparliste der Verwaltung (jeweils zehn Prozent in den Jahren 2011 bis 2013) verhindern und auch zukünftig dafür sorgen, dass Velbert seniorenfreundlich ist.

"Die Idee ist aus der Not heraus geboren - und hat uns alle näher zusammenrücken lassen", sagt Wolfgang Werner, Vorsitzender der Arbeiterwohlfahrt (Awo), beim dritten Treffen des "Runden Tisches". Leiter und Trägervertreter des Awo-Ortsvereins Velbert, des Begegnungszentrums Kostenberg und des Hauses der Senioren der evangelischen Kirchengemeinde sowie der katholischen Kirchengemeinde St. Michael, des Glocken-Treffs Neviges, des VDK Velbert- Mitte, Langenberg und Neviges werden nun etwa alle zwei Monate zusammenkommen.

Als "Antennen" und Stellvertreter der Senioren verstehen sich die Institutionen. Demnach gilt es, die Interessen der älteren Generation angemessen zu vertreten. "Unsere erste gemeinsame Stellungnahme betrifft die Kürzungen. Sollte das so, wie von der Stadt angekündigt, passieren, sehe ich viele Einrichtungen in ihrer Existenz gefährdet", sagt Werner.

"Geforderter Eigenanteil ist nicht zu stemmen"

So seien die meisten Träger trotz enormen ehrenamtlichen Engagements nicht in der Lage, den geforderten Eigenanteil zu stemmen. "Wenn Begegnungsstätten geschlossen werden müssen, wären wir wieder beim Thema Vereinsamung und damit wachsendem Pflegebedarf. Und das wird auch für die Stadt teuer."

"Jetzt gibt es kein Konkurrenzdenken mehr."

Andrea Siepmann, Leiterin Awo-Stadtteiltreff Neviges

Die Einrichtungen wollen im Interesse der Senioren ihre Kräfte bündeln: "Jetzt gibt es kein Konkurrenzdenken mehr. Wir werden uns nicht mehr gegenseitig im Wege stehen. Jetzt zählt das Miteinander", macht Andrea Siepmann vom Awo-Stadtteiltreff Neviges deutlich. So sollen Angebote der Einrichtungen zukünftig miteinander verknüpft, Veranstaltungen ausgetauscht und Ausflüge auch gemeinsam organisiert werden.

Hans Jürgen Wallberg, ebenfalls Awo, sieht in dem Zusammenschluss einen großen Fortschritt. "Vor zehn Jahren wären solche gemeinsame Aktionen noch undenkbar gewesen. Dass bisher alles so glatt und freundschaftlich läuft, ist viel wert."

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