Bilanz: Feuerwehrchef Kreggenwinkel zieht Bilanz: Die Klimaerwärmung ist schon greifbar.

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Am 26. Juli 2008 wurde die Kuhlendahler Straße zur Seenplatte. Insgesamt gab es an diesem Tag mehr als 400 Einsatzanforderungen. (Archiv

Am 26. Juli 2008 wurde die Kuhlendahler Straße zur Seenplatte. Insgesamt gab es an diesem Tag mehr als 400 Einsatzanforderungen. (Archiv

Bahrmann

Am 26. Juli 2008 wurde die Kuhlendahler Straße zur Seenplatte. Insgesamt gab es an diesem Tag mehr als 400 Einsatzanforderungen. (Archiv

Velbert. Einmal mehr hat das Wetter die Einsatzstatistik der Feuerwehr geprägt: Nach Orkan Kyrill im Jahr 2007 sorgte der sintflutartige Regen Ende Juli erneut für einen sprunghaften Anstieg der Hilfeleistungseinsätze.

Die Velberter Brandschützer zogen jetzt ihre jährliche Bilanz. Bis Mitte 2008 habe er sich gefragt, ob der Ausbildungsaufwand der Feuerwehr gerechtfertigt sei, erläuterte ihr Leiter Wolfgang Kreggenwinkel, bestimmten doch fehlerhafte Brandmeldeanlagen, angebranntes Essen und Türöffnungen das Einsatzgeschehen. Trotzdem habe man weiterhin auf gleich hohem Niveau geschult: "Immer vor dem Hintergrund: Nach einer Flaute kommt wieder Sturm, und es kommt schlimmer als man denkt."

Was in der Schlossstadt mit dem gewaltigen Unwetter am 26.Juli kam, fasste Kreggenwinkel kurz zusammen: 400 Einsatzanforderungen innerhalb einer Stunde; 250 Helfer von Feuerwehren, THW und DRK über Stunden vollauf beschäftigt, Klinikum und Altenheim am Absaufen zu hindern, Keller leerzupumpen, in den Wassermassen feststeckende Fahrzeuge samt Insassen ins Trockene zu holen.

"Wann kommt das nächste Jahrhundertereignis?", fragte ein nachdenklicher Feuerwehrchef. Man werde sich vermehrt auf Extremwetterlagen einstellen müssen, die man bisher nur aus dem Fernsehen kannte, befürchtet Kreggenwinkel: "Für uns ist die Klimaerwärmung nicht länger ein abstrakter Begriff, sondern schon greifbar." Ausrüstung und Ausbildung der Wehr seien gut, die Motivation hoch, was jedoch kein Grund zu zufriedenem Zurücklehnen sei: "Wir sollten uns täglich auf den Extremfall vorbereiten."

Bernd Tondorf nahm Ehrungen und Beförderungen vor

Dem Bürger müsse trotzdem klar sein, dass solche Unwetter nicht zu beherrschen sind. Bei 400Hochwassereinsätzen dauere es oftmals Stunden, bis die Feuerwehr beim letzten Hilfesuchenden eingetroffen ist.

Die Velberter Wehr rückte 2008 zu 1311 Brand- und Hilfeleistungseinsätzen aus, 187 weniger als im Jahr zuvor. Die Zahl der Brandeinsätze sank um 36 auf 241. Das schwere Unwetter im Juli schlägt sich deutlich in der Statistik nieder: Mit 1070 Hilfeleistungen registrierte die Wehr zwar 151 weniger als in im Sturmjahr 2007, liegt aber immer noch weit über den durchschnittlich rund 650 Einsätzen der Vorjahre. Die Rettungstransporte nahmen um 229 auf 4468 zu, Krankentransporte um 55 auf 7046 ab - in der Summe 11514 Einsätze mit einer Steigerung um 174 Ausfahrten (plus 1,5 Prozent) zu 2007.

Ein erfreuliche Entwicklung notierten die Brandschützer beim Personal: Die Zahl der ehrenamtlichen Aktiven erhöhte sich um zwölf auf 257. Insgesamt zählt die Wehr nun 595 Angehörige (plus 15), darunter 81 hauptamtliche Kräfte, 80 Mitglieder der Jugendfeuerwehr und 45 Angehörige des Musikzuges.

Gemeinsam mit Bernd Tondorf, der in Vertretung des erkrankten Bürgermeisters Stefan Freitag den Dank der Stadt für die geleistete Arbeit überbrachte, nahm Kreggenwinkel anschließend Ehrungen und Beförderungen vor. Umbesetzungen in der Führung gab es lediglich im Löschzug 9 (Tönisheide) - hier übernahm Ralf Laupenmühlen die Zugführung von Bernd Swoboda, der vor einer Woche mit seinem 60. Geburtstag aus dem aktiven Dienst ausschied - und in den beiden Gruppen des Löschzugs 7 (Neviges). Christian Hantich ist nun stellvertretender Gruppenführer der Löschgruppe1. Ralf Schröder übernahm die Führung der Gruppe 2, sein Stellvertreter ist Frank Häger. Außerdem wurde Daniel Kuhlendahl aus Neviges stellvertretender Jugendfeuerwehrwart.

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