Auf 1000 Quadratmetern bietet „x friends“ Haushaltswaren, Heimtextilien, Kleidung und mehr an.

wza_1500x1005_645369.jpeg
Sabine Briele, Artur Herrmann und Cornelia Rasokat (v. l.), alle frühere Hertie- beziehungsweise Karstadt-Mitarbeiter, gehören zum Team von „x friends“. Wenn es gut läuft, soll das Angebot noch vergrößert werden.

Sabine Briele, Artur Herrmann und Cornelia Rasokat (v. l.), alle frühere Hertie- beziehungsweise Karstadt-Mitarbeiter, gehören zum Team von „x friends“. Wenn es gut läuft, soll das Angebot noch vergrößert werden.

Simone Bahrmann

Sabine Briele, Artur Herrmann und Cornelia Rasokat (v. l.), alle frühere Hertie- beziehungsweise Karstadt-Mitarbeiter, gehören zum Team von „x friends“. Wenn es gut läuft, soll das Angebot noch vergrößert werden.

Velbert. Die globale Finanzkrise bringt nicht nur die Märkte ins Taumeln. Auch manche Lebensphilosophie verliert ihre Gültigkeit. "Wir Hertieaner", wenn Cornelia Rasokat diese Worte spricht, erntet sie Verwunderung. Immerhin: Vor gut einem Jahr machte die Warenhauskette Hertie dicht. In Velbert wie auch bundesweit in anderen Städten verwaisten daraufhin riesige Gebäude in den Innenstädten. Mit dem Verlust an Warenvielfalt büßte der Einzelhandel auch einen wichtigen Frequenzbringer.

Wenigstens in der unteren Etage des Warenhauses an der Friedrichstraße wird nun aber wieder sortiert, beraten und verkauft. Der Grund: Sechs ehemalige Hertie-(vorher Karstadt) Mitarbeiter aus dem Ruhrgebiet haben unter dem Dach der casa sens AG mit Sitz in Essen die Firma "x friends" gegründet. Weil die Solidarität unter den "Hertieanern" immer noch so groß ist, beschäftigen die Chefs hauptsächlich damalige Kollegen. So auch Cornelia Rosokat (55), die zuvor in einer Essener Filiale tätig war, und Artur Herrmann (59), "früher Hertie Herne, heute ,x friends’ Velbert", wie er sich selbst vorstellt.

Eine Neugründung von ehemaligen Hertie-Mitarbeitern

Aus einem Karton packt Cornelia Rasokat flauschige Handtücher aus. Währenddessen weist Artur Herrmann Kollegin Sabine Briele (20) an der Kasse ein. "Realistisch gesehen war dieser Job meine letzte Chance. Wer hätte mich denn sonst mit 59 Jahren noch eingestellt", sagt Herrmann im Gespräch mit der WZ. Umso glücklicher war er, als ihn die Ex-Kollegen anriefen und ihm einen Arbeitsplatz anboten. "Bloß ’raus aus der Arbeitslosigkeit", war die Devise des 59-Jährigen.

Auf 1000 der insgesamt 7500 Quadratmeter großen Verkaufsfläche findet sich jetzt ein "kleines, feines, aber preiswertes Sortiment", wirbt Rasokat für das Angebot. Neben Haushaltswaren, Heimtextilien, Kleinlederwaren und Kleidung findet der Kunde Bücher und Tonträger in der Auslage. Und auch die Osterdekoration steht schon im Regal. Klingelt die Kasse oft, sei es denkbar, dass "x-friends" noch mehr Verkaufsfläche anmieten werde.

"Wie lange bleiben sie?", fragt eine Kundin, als sie mit grauer Lederhandtasche an der Kasse wartet. "Wenn das die Kunden wollen, für immer", sagt Rasokat.

Eifrig werkeln auch andere Einzelhändler in der Velberter City. Arnd Klose, Inhaber von Sport Klose, plant seine Filiale im Sommer zu vergrößern. Das hat das Spielzeuggeschäft Brummbär an der Bahnhofstraße schon in die Tat umgesetzt. Das ehemalige Reisebüro Corby heißt jetzt Reisebüro am Offers und liegt an der Friedrichstraße 135. Einen Umzug hat auch Andreas Fenner Computersysteme hinter sich und befindet sich nun auf größerer Verkaufsfläche an Friedrichstraße 209 (früher Quelle Technikcenter). Auf Expansion setzen auch Hennes und Mauritz (H&M), die mit frischem Look ins Frühjahr starten. Auch Schlecker, Woolworth und die Aldi-Filiale an der Blumenstraße haben ihr neues teils auf größere Verkaufsfläche angelegtes Ladenkonzept in die Realität umgesetzt. Ende März eröffnet Gerry Weber eine Filiale an der Friedrichstraße - und das in der ehemaligen Weltbild-Filiale.

Was die Gastronomie angeht, haben sich das italienische Restaurant Centro storico (Kurze Straße 3) und das Restaurant DaVinci (Friedrichstraße 295) in der Innenstadt angesiedelt.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer