Die Initiative für den Erhalt der Villa Herminghaus berichtet von enormer Unterstützung für das Bürgerbegehren. Wunschtermin für einen eventuellen Urnengang ist der Tag der Landtagswahl.

Velbert. In knapp dreieinhalb Wochen hat die Bürgerinitiative für den Erhalt der Villa Herminghaus bereits rund 6300 Unterschriften gesammelt. 4029 sind nötig, damit sich der Rat mit dem Bürgerbegehren befasst.

Ester Krönke und die beiden weiteren Vertretungsberechtigten des Bürgerbegehrens, Rüdiger Voth (Bergischer Geschichtsverein) und Klaus Oberhem (Bürgerverein Rützkausen), fühlen sich durch die große Resonanz bestätigt: "Von 100 Leuten, die man anspricht, unterschreiben 98das Bürgerbegehren", sagt Voth. Diese "Riesenunterstützung" mache das Bürgerbegehren zum Erhalt der Villa "zum erfolgreichsten in der Geschichte der Stadt".

Klaus Oberhem findet, dass die Bürgerinitiative in der kurzen Zeit ihres Engagements schon einiges erreicht habe: "Der Druck auf die Parteien hat zugenommen. Sie müssen sich neu orientieren." Das betont auch Rüdiger Voth.

"Es bewegt sich etwas. Das sieht man doch auch an der SPD, die sich jetzt klar gegen den Abriss der Villa ausgesprochen hat." Er hoffe, dass weitere Parteien mobilisiert werden können. "Ich sehe da noch einige Möglichkeiten", meint Krönke. "Es muss ja keinen Bürgerentscheid geben, wenn der Rat dem Begehren zustimmt."

Die Grünen wollen eine Sondersitzung des Rates beantragen

Regulär tagt der Stadtrat wieder am 16.März. Laut Esther Krönke ist das aber zu spät, um gegebenenfalls die Fristen wahren zu können, "um einen Bürgerentscheid gleichzeitig mit der Landtagswahl am 9. Mai durchführen zu können". Deshalb wollen die Grünen eine Sondersitzung beantragen. "Die Kosten würde diese Sitzung würden dann durch den gemeinsamen Stimmtermin eingespart", so Krönke, weil nur einmal Wahllokale eingerichtet werden müssten.

"Soll die "Villa Herminghaus", Kolpingstraße 34, inklusive des Gartens erhalten bleiben?" lautet die Frage des Bürgerbegehrens. Mindestens 4029 gültige Unterschriften müssen vorliegen, damit der Rat darüber abstimmen muss. Folgt der Rat dem Bürgerbegehren nicht, kommt es zum Bürgerentscheid, bei dem alle wahlberechtigten Velbert zur Urne gerufen werden.

Für das Trio steht fest, dass die Zukunft der Villa im Mittelpunkt des Interesses der Menschen steht, die ihre Unterschriften leisten. Dass auch Gegner des Marktzentrums sich einbringen, sei klar. Voth vermutet aber auch, "dass einige ihrem allgemeinen Ärger über die Politik und deren Großprojekte in Velbert mit ihrer Unterschrift die Quittung geben".

Bis Samstag müssen alle Unterschriftenlisten abgegeben sein. Wie viele das sind? Die Verantwortlichen zucken mit den Schultern. "Das Begehren ist zum Selbstläufer geworden, wir haben das gar nicht mehr im Griff", sagt Voth mit einem Lächeln. Die Menschen hätten sich das Formular ausgedruckt und würden auf eigene Faust sammeln gehen.

 "Das hat eine ganz eigene Dynamik bekommen, auch weil die Aktion von weiten Schichten der Gesellschaft getragen wird." Geschichtsverein, eine Vielzahl der 17 Bürgervereine und Sportclubs machen laut der Sprecher der Bürgerinitiative mit. "Die Velberter stehen zusammen, die Stadtteile stehen zusammen. Das hat den tollen Effekt: Wenn’s drauf ankommt, hält man zusammen," jubiliert Krönke.

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