Der Vorsitzende Bernd Streckmann zieht sich zurück, Stellvertreterin Silvia Glander will nachrücken. Auch die Veranstaltungs GmbH braucht eine neue Leitung.

Silvia Glander will Vorsitzende werden – ehrenamtlich.
Silvia Glander will Vorsitzende werden – ehrenamtlich.

Silvia Glander will Vorsitzende werden – ehrenamtlich.

Bernd Streckman zieht sich wegen Überlastung zurück. Das Amt des TVR-Vorsitzen sei nicht ehrenamtlich zu erfüllen, sagt er.

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Silvia Glander will Vorsitzende werden – ehrenamtlich.

Ratingen. Ratingens größter Sportverein, der TV Ratingen mit 5.700 Mitgliedern, kommt einfach nicht zur Ruhe. In den vergangenen Tagen hatte die Handball-Abteilung wegen anhaltender Misserfolge und dem Rauswurf des Neuzugangs Philipp Hattig für Schlagzeilen gesorgt.

Nun wurde bekannt, dass es wieder größere Umwälzungen im Vorstand geben wird. Der Vorsitzende Bernd Streckmann tritt nach gerade mal zwölf Monaten im Amt zurück.

Auch die Leitung der vereinseigenen Veranstaltungs-GmbH ist plötzlich offen. Erst kürzlich hatte deren Geschäftsführer Josef Bednarek aus beruflichen Gründen sein Amt niedergelegt. Der Beisitzer im TVR-Vorstand, Günther Breitenfeldt (53), sollte die Aufgabe übernehmen. Doch Breitenfeldt hat aus gesundheitlichen Gründen einen Rückzieher gemacht und scheidet aus der Vorstandsarbeit aus.

Dass Bernd Streckmann zurücktreten könnte, war schon im Oktober vergangenen Jahres ein Thema. Damals einigten sich Streckmann und die Vorstandskollegen darauf, mit diesem Schritt bis zur nächsten Hauptversammlung zu warten. Streckmann ließ sich breitschlagen, trotz massiver gesundheitlicher und beruflicher Probleme.

Ärger soll es deshalb keinen gegeben haben, versichert der 44-jährige Steuerberater heute. "Es war blauäugig von mir zu glauben, dass man Beruf, Familie und den TV Ratingen unter einen Hut bringen kann. Den Vorsitz des TV Ratingen kann man nur hauptamtlich führen, wenn man dieser Aufgabe gerecht werden will. Sonst erleidet man auf Dauer einen gesundheitlichen Schaden, auch die Psyche wird angegriffen."

Lässt sich der Verein noch ehrenamtlich lenken?

Das Thema Hauptamt wird beim TV Ratingen derzeit heiß diskutiert. Aktuell beschäftigt der TV Ratingen 25 Vollzeit- und 24 Teilzeitkräfte. Warum also nicht auch bezahlte Vorstände?

"Wir haben eine super Geschäftsführung - da wird es auch in Zukunft einen ehrenamtlichen Vorstand geben", ist sich Silvia Glander, stellvertretende Vorsitzende sicher. Doch ob sie sich damit langfristig durchsetzen wird, scheint nicht sicher. Im Vorstand gibt es dazu auch andere Meinungen.

Doch Glander bekommt wahrscheinlich die Gelegenheit, sich als ehrenamtliche Vorsitzende zu beweisen. Sie ist als Nachfolgerin von Streckmann vorgesehen und will bei der Jahreshauptversammlung am 26.März kandidieren.

"Die Arbeit schreckt mich nicht, ich habe Zeit", sagt sie. Außerdem gilt Glander als eine der besten Kennerinnen des Vereins. Sie hat viele Jahre die Schwimm-Abteilung geleitet und Vorstands-Ämter bekleidet.

Dass nicht nur sie selbst Lust auf die Arbeit beim TVR hat, ist ihr auch sehr wichtig. "Wir sind nicht nur der größte Verein, sondern auch ein sehr guter. Es gibt eine ganze Reihe neuer Leute, die uns unterstützen."

Während man im Vorstand also nach vorne blickt, arbeitet die Staatsanwaltschaft noch die Altlasten des Vereins auf: Das Verfahren gegen den langjährigen TVR-Chef Horst Becker ist bislang nicht abgeschlossen.

Auch dabei geht es um die Trennung zwischen Haupt- und Ehrenamt. Der Verein - allen voran Silvia Glander - hatte Becker vorgeworfen, Vereinsgelder veruntreut zu haben, weil Becker manche der Organisations-Leistungen für das Mehrkampf-Meeting in Rechnung gestellt hatte.

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