Günter Holzheimer baut seinen Filmprojektor ab. Und die Stadt prüft, was an Inventar verkauft wird.

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1997 hat Günter Holzheimer (Filmverleih Erkrath) in der Stadthalle zum letzten Mal einen Kinofilm vorgeführt. Am Dienstag hat der mittlerweile 83-Jährige damit begonnen, seinen Projektor abzubauen.

1997 hat Günter Holzheimer (Filmverleih Erkrath) in der Stadthalle zum letzten Mal einen Kinofilm vorgeführt. Am Dienstag hat der mittlerweile 83-Jährige damit begonnen, seinen Projektor abzubauen.

Stefan Fries

1997 hat Günter Holzheimer (Filmverleih Erkrath) in der Stadthalle zum letzten Mal einen Kinofilm vorgeführt. Am Dienstag hat der mittlerweile 83-Jährige damit begonnen, seinen Projektor abzubauen.

Wülfrath. Ein Relikt aus besseren Tagen: das Filmvorführgerät auf der Empore der Stadthalle. Erinnert der schwergewichtige, festinstallierte Projektor doch daran, dass der große Saal vor vielen Jahren auch Spielstätte für großes Kino war.

„Zum letzten Mal ist dort 1997 ein Film gezeigt worden“, sagt Günter Holzheimer. Der Erkrather muss es wissen, hat er doch über Jahre regelmäßig Kino in Wülfrath angeboten. Am Dienstag hat der mittlerweile 83-Jährige angefangen, den Projektor zu demontieren. Die Abwicklung der Stadthalle hat begonnen.

Vieles kann anderswo weiter genutzt werden

Das 23. Neujahrskonzert am vergangenen Samstag war vermutlich die letzte Veranstaltung in der Halle. Jetzt muss gesichtet werden, was von dem Inventar für andere Nutzer interessant sein könnte oder was die Stadt für eigene Einrichtungen weiter verwenden kann.

„Da sind bestimmt Dinge vorhanden, die wir auch am Zeittunnel für Veranstaltungen nutzen können“, sagt Kulturamtsleiterin Andrea Gellert. Auf der anderen Seite hat zum Beispiel die Wülfrather Rockmusiker Gemeinschaft – für den Fall der Stadthallen-Schließung – Interesse an Einrichtungsgegenständen angekündigt.

Auf Nachfrage der WZ betont Fachbereichsleiter Hans-Werner van Hueth, dass ein Großteil der Einrichtung durchaus von der Stadt eingelagert werden könnte. „Demnächst werden Mitarbeiter des Technischen Gebäudedienstes in die Stadthalle gehen.

Dann wird einiges demontiert und abgebaut, was zum Beispiel in den Schulen eingesetzt werden kann“, sagt van Hueth. Auch eine gewisse Ausstattung an Stühlen und Tischen soll im städtischen Besitz bleiben, „das kann vielfach verwendet werden“.

Kulturgruppen sollen Bühnenelemente ausleihen können

Tonanlage, Beleuchtungskörper – alles Gegenstände, die nicht zwingend verkauft werden sollen. Ganz sicher bleiben die mobilen Bühnenelemente im Besitz der Stadt. „Diese können wir gut gebrauchen. Das ist auch im Interesse der Kulturtreibenden, die sich diese Elemente ausleihen können“, sagt van Hueth.

Der Fachbereichsleiter bestätigt, dass es eine Reihe an Anfragen gibt – von Schulen und privater Seite. „Es gab auch Interessenten, die wieder abgesprungen sind.“ Die Verwaltung werde sich nun konkret einen Überblick verschaffen, was städtisch bleiben soll, was verkauft werden kann und was nicht mehr weiter nutzbar ist. „Bis zum Sommer muss es abgewickelt sein“, sagt van Hueth. Dann könnte der Abriss der Stadthalle anstehen (die WZ berichtete).

Akkurat setzt Holzheimer den Schraubenzieher an, löst einzelne Teile. „Was ich tragen kann, nehme ich mit. Vielleicht kann das ein oder andere noch weiter verwertet werden“, sagt der rüstige Kino-Fan. Die komplette Bauer B 5A, wie das Vorführgerät heißt, werde sicherlich nicht eingelagert. Fünf bis sechs Zentner sei es schwer. Holzheimer: „Was nicht mehr gebraucht wird, kommt auf den Schrott.“ Kino-Romantik ist das nicht. . .

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