Die katholische Gemeinde hat von der Velberter Feuerwehr ein ausgemustertes Fahrzeug übernommen und wird es umrüsten.

Kirche
Pastor Heinz-Otto Langel werkelt bereits an dem neuen Fahrzeug, das noch die rote Rettungswagen-Farbe trägt. Es soll nun umgebaut und weiß gespritzt werden, bevor es für die katholische Kirchengemeinde auf Tour geht.

Pastor Heinz-Otto Langel werkelt bereits an dem neuen Fahrzeug, das noch die rote Rettungswagen-Farbe trägt. Es soll nun umgebaut und weiß gespritzt werden, bevor es für die katholische Kirchengemeinde auf Tour geht.

privat

Pastor Heinz-Otto Langel werkelt bereits an dem neuen Fahrzeug, das noch die rote Rettungswagen-Farbe trägt. Es soll nun umgebaut und weiß gespritzt werden, bevor es für die katholische Kirchengemeinde auf Tour geht.

Wülfrath. Wie das Kennzeichen heißen soll, weiß Heinz-Otto Langel schon genau: „ME-RK“ sollen die Buchstaben lauten. „Römisch-katholisch, ist doch klar“, sagt er schmunzelnd. Der Pastor hat ein neues Projekt im Kopf. Mit einem Spielmobil sollen am Freitagnachmittag abwechselnd verschiedene Stadtteile angefahren werden. Kinder sollen sich dann Outdoor-Spielzeug ausleihen können.

Außerdem soll das Spielmobil-Team, das aus einer pädagogischen Kraft und einem Seelsorger bestehen werde, für die Bürger bereitstehen. „Wir wollen Anlaufstelle sein für Gespräche“, sagt Langel.

„Kinder- und Jugendarbeit – das ist doch auch unser Auftrag.“

Heinz-Otto Langel, Pastor

Die Idee zu diesem Projekt kam bei einem Treffen des Pfarrgemeinderats. Dieser hatte sich Gedanken darüber gemacht, wie man als Kirche besser bei den Menschen vor Ort sein und in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden könnte. Heraus kam das Spielmobil. Der Weg dahin, fügt Langel hinzu, sei ein kurzer gewesen. „Da wurde zuerst über ein Kirchenmobil nachgedacht. Dann war man auch schon beim Spielmobil.“

Ein Fahrzeug ist bereits gefunden. Die Velberter Feuerwehr – der Pfarrgemeinderat hat dorthin beste Kontakte – überließ der Kirche einen alten ausgemusterten Rettungswagen.

Der Kontakt kam über den Vorsitzenden des des Pfarrgemeinderates, Wolfgang Daldrup, zustande, dem Langel allerdings, wie er betont, einen offiziellen Antrag bei der Stadt Velbert folgen ließ. Langel: „Das war vollkommen korrekt.“ Der Wagen steht nun in einer Werkstatt. „Wir müssen ihn jetzt zurückbauen und weiß umspritzen“, sagt Langel. Das Blaulicht wurde bereits entfernt, nun sollen die nächsten Schritte folgen.

Ab März 2013 soll das Mobil in den Stadtteilen unterwegs sein

Vier Treffpunkte peilt Langel in Wülfrath an, unter anderem könnte die Ellenbeek angefahren werden. Helfen sollen den Seelsorgern dabei unter anderem Gruppenleiter von den Pfadfindern und Messdienerleiter. Einsatzbereit soll das Spielmobil – dann auch mit Logos beklebt – ab März 2013 sein. Langel ist schon jetzt euphorisch und will mit dem Fahrzeug künftig auch bei Veranstaltungen wie der Gourmetmeile oder dem Kartoffelfest Präsenz zeigen: „Ich bin froh, dass wir das Fahrzeug haben.“

Kirche füllt Lücke in der Jugendarbeit und bietet sich für Gespräche an

Spielmobil? War da nicht einmal was? Über Jahrzehnte war im Auftrag der Stadt ein Spielmobil in Wülfraths Stadtteilen unterwegs. Mitte der 1990er-Jahre wurde dieses Angebot vor allem aus finanziellen Erwägungen eingestellt. Inzwischen wird auch das sogenannte Streetworking nur noch in reduzierter Form angeboten.

„Dass wir da eine Lücke auffüllen, war mir erst gar nicht so bewusst“, räumt Langel ein. „Aber natürlich springen wir da irgendwo ein“, sagt er und betont: „Kinder- und Jugendarbeit – das ist doch auch unser Auftrag.“ Die Kirche sei eben gesellschaftlich unterwegs.

Langel hofft zudem auch, „dass wir auf diesem Weg Leute ansprechen können, die wir sonst nicht erreichen. Das ist nicht das erste Ziel, wäre aber ein guter Nebeneffekt“. Nun müsse das Mobil erst einmal fit gemacht werden. Da packt er dann gerne mit an – das ist deutlich zu spüren.

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