Die Chemie-Fachschaft ist auf Unterstützung der Industrie angewiesen.

Wülfrath. Wenn das Gymnasium am Samstagvormittag Eltern und künftige Schüler über das Angebot informiert, nimmt der Chemieunterricht eine besondere Stellung ein. Schließlich kann mit der Naturwissenschaft so schön praktisch viel vorgeführt werden - Unterricht mit Knalleffekt.

Dass der Chemieunterricht gut ausgestattet und vielfältig möglich ist, hat auch mit dem erfolgreichen Klinkenputzen der Fachschaft zu tun: Ich schöner Regelmäßigkeit werben Lehrer Gelder ein, um Unterrichtsreihen zu finanzieren oder chemische Instrumente anschaffen zu können. Zuletzt überwies die Bayer-Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Bildung Projektmittel ans Gymnasium.

Die Chemische Industrie hilft alle zwei Jahre

"Sponsoring ist nötig, weil die Städte nicht das Geld haben, ihre Schulen ausreichend auszustatten", sagt Rita Lietz, die Leiterin der Fachschaft Chemie. Pro Schuljahr werden dem Fach 1.400 Euro aus dem regulären Etat zur Verfügung gestellt.

"Ein paar Bunsenbrenner, einige Materialien wie Reagenzgläser - und schon ist das Geld aufgebracht", skizziert sie, dass mit dem normalen Etat keine großen Sprünge möglich sind.

"Wir werden regelmäßig von der Chemischen Industrie unterstützt", so Lietz. Aus einem Schul-Fond kann das Gymnasium alle zwei Jahre auf 2.000 bis 2.500 Euro zählen - "je nachdem wie viele Grund- und Leistungskurse an der Schule sind und wie viele Schüler Chemie gewählt haben", erläutert sie. "Da sind umfangreiche Fragebögen auszufüllen."

Gezieltes Sponsoring für eine Unterrichtsreihe

Andere Zuwendungen sind projektbezogen. Davon profitierte im laufenden Schuljahr zum Beispiel die Chemie-Grundkurse der Jahrgangsstufe13. Mit ihrer Lehrerin Anne Hagemann stellten die Gymnasiasten selbst Biodiesel her.

Dafür arbeiteten sie gebrauchtes Frittierfett auf. 3.594 Euro stellte Bayer für diese Unterrichtsreihe zur Verfügung. Um in den Genuss dieser Förderung zu kommen, musste die Schule den Stiftungsrat überzeugen. Lietz und Hagemann mussten in ihrem Antrag das Projekt "Vom Abfallstoff zum Treibstoff - Aufarbeitung von gebrauchtem Frittierfett zu Biodiesel" minutiös beschreiben und die einzelnen Unterrichtseinheiten im Detail vorplanen.

Die Bayer-Förderung erhalten, das Experiment erfolgreich absolviert - und den Schülern hat dieses praxisnahe Arbeiten gefallenen: So dient die finanzielle Unterstützung der Wirtschaft ganz praktisch.

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