Die Belohnung fließt an die Schule und an zwei Düsseldorfer Projekte.

Wülfrath. Die Idee ist so simpel wie gut: Schülerinnen und Schüler "jobben" für einen Tag in einem Betrieb. Dafür handeln sie einen Lohn aus. Den kassieren sie aber nicht selber. Die Entlohnung kommt einem guten Zweck und der Schule zu Gute.

"Social Day" heißt diese Aktion, an der sich in diesem Jahr zum ersten Mal das Wülfrather Gymnasium beteiligt. Nutznießer ist allerdings keine soziale Einrichtung in Wülfrath, sondern in Düsseldorf.

Mehr als 150 Gymnasiasten machen bei der Aktion mit, zu der die Schülervertretung (SV)der Schule an der Kastanienallee aufgerufen hat. "Es sind Mädchen und Jungen aus den Klassen 5 bis 10", sagt Patrizia Cichy, eine der drei SV-Lehrerinnen. Sie hätten in den verschiedensten Unternehmen Plätze gefunden, "oftmals aber auch in Betrieben, wo die Eltern schon tätig sind", so Cichy. Gleich sieben Schüler sind am kommenden Mittwoch, 28. Januar, sechs Stunden im Rheinkalk-Berufsbildungszentrum aktiv.

"Die Arbeitswelt kennen lernen, für einen guten Zweck spenden und in Eigenregie etwas für die Schule tun, da kann man nichts gegen haben", lobt der Vater einer Schülerin den "Social Day". Warum aber jungen, hilfsbedürftigen Frauen in Düsseldorf und nicht in Wülfrath geholfen werden soll, kann er nicht verstehen.

Eine Kritik, die Cichy nachvollziehen kann. "Die SV würde sich auch lieber für ein Wülfrather Projekt engagieren", sagt die Lehrerin. So habe man Kontakt zum Stadtjugendring aufgenommen - ohne zu einem Ergebnis zu kommen. Cichy: "Wenn die Aktion gut läuft, soll das wiederholt werden und am liebsten für Wülfrath."

Eine Hälfte der Entlohnung kommt der Schule zu Gute, die andere zwei Projekten in Düsseldorf. In Wülfrath gäbe es ausreichend Jugend-Aktivitäten neben dem dem Stadtjugendring, die auf Spenden angewiesen sind: "Wenn uns eins fehlt, ist es Geld. Wir hangeln uns von Jahr zu Jahr weiter", würde sich Kinderschutzbund-Vorsitzende Katja Ferber über eine Finanzspritze freuen. Aktuell plant ihre Organisation die "Kindernotinseln" in der Innenstadt.

Auch "Wülfrather Kinder in Not" könnten Spenden gut gebrauchen. Der Koordinator dieser Initiative, DRK-Vorsitzender Wolfgang Peetz, bedauert es, dass diese Möglichkeit verpasst wurde. "Wir bekommen gerade auch vom Gymnasium immer wieder Anträge auf Zuschüsse für Klassenfahrten. Da wäre es schön gewesen, wenn man an ,Wülfrather Kinder in Not’ gedacht hätte", sagt Peetz.

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