Florian Thiels Dienst ist beendet. Jetzt ist das Seniorenheim auf Freiwillige angewiesen.

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Es war eine schöne Zeit, fand Florian Thiel (20) bei der Abschiedsfeier im Saal des Seniorenheims.

Es war eine schöne Zeit, fand Florian Thiel (20) bei der Abschiedsfeier im Saal des Seniorenheims.

Simone Bahrmann

Es war eine schöne Zeit, fand Florian Thiel (20) bei der Abschiedsfeier im Saal des Seniorenheims.

Wülfrath. „Auf Wiedersehen, auf Wiedersehen“, singen die Senioren im Haus Luise-von-der-Heyden. Das Lied gilt Florian Thiel (20), der seit August vergangenen Jahres in der Senioreneinrichtung Zivildienst geleistet hat. Es hat ihm so gut gefallen, dass aus dem vorgegebenen halbem Jahr fast neun Monate geworden sind. Da er noch Urlaub angestaut hatte, war aber gestern endgültig Schluss mit der Zivi-Zeit – auch für die Senioren, denn Florian Thiel war der letzte Zivildienstleistende im Heim. Von nun an muss die Einrichtung ohne die Hilfe der jungen Kräfte auskommen.

Florian Thiel: „Ich habe viel Lob und Dank erhalten“

„Ganz einfach wird das nicht“, sagt Susanne Gomille, Heimleiterin der Einrichtung. „Florian Thiel war ein toller Mitarbeiter.“ Bei seiner Verabschiedung im Saal des Luise-von-der-Heyden-Hauses und nach den Liedern und Dankesworten war der Zivi gerührt: „Ich habe soviel Dank und Lob erhalten“, sagt er. „Es hatten sich so viele Freundschaften entwickelt. Der Abschied war nicht leicht“, sagt Florian, der in diesem Jahr ein Studium im Fachbereich Umwelttechnik in Bochum beginnt. Seine Klassenkameraden hatten ihn erst nicht verstanden, als sich Florian zum Zivildienst im Seniorenheim meldete. „Da musst du doch auch die Bewohner pflegen und säubern“, sagten die Mitschüler. „Das musste ich aber gar nicht“, sagt Florian lächelnd. „Ich habe ja nicht in der Pflege, sondern im sozialen Bereich gearbeitet“.

„Erst wollte ich als Zivi in Mettmann arbeiten“, sagt Florian, doch dann wollte er lieber etwas vor Ort, also in Wülfrath, machen. Seine Oma lebt im Luise-von-der-Heyden-Haus, und er wusste, dass sie sich dort sehr wohl fühlt. Viel Spaß gab es in den neun Monaten mit den Heimbewohnern. Mit Hildegard Born und Heinz Hoffmann bowlte er mit Begeisterung an der Computer-Konsole. „Da wird der Florian fehlen“, sagen die Senioren, was verdeutlicht, wie wichtig der Florian für die Bewohner war.

Willkommene Hilfe: Marc Kordel absolviert ein soziales Jahr im Heim

Zum Glück gibt es das Freiwillige Sozial Jahr (FSJ). Marc Kordel hat sich zwischen Schulabschluss und Lehre dafür entschieden und arbeitet seit September 2010 im Heim. Das Freiwillige Jahr dauert länger als der bisherige Zivildienst. „Für meine persönliche Weiterentwicklung ist das wichtig, ich bin schon geduldiger geworden“, sagt Marc Kordel. Florian Thiel bleibt der Senioreneinrichtung erhalten. „Ich komme jetzt als Ehrenamtlicher. Es war eine so schöne Zeit, ein Geben und Nehmen. Ich möchte die Senioren nicht mehr missen. Und sie freuen sich auf mich.“

Im Haus Luise-von-der-Heyden neben dem Rathaus gibt es 80 Plätze.

Das Haus hofft jetzt auf Ehrenamtliche und Junge, die ein Freiwilliges Soziales Jahr leisten. Die Heimbwohner sollen unter dem Wegfall der Zivildienstleistenden nicht leiden.

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