Jochen Busch, der neue Schulleiter des Gymnasiums, will den Dialog mit Lehrern, Eltern und Schülern pflegen.

Bildung
Jochen Busch (51) hat seinen Dienst als neuer Schulleiter des Gymnasiums angetreten.

Jochen Busch (51) hat seinen Dienst als neuer Schulleiter des Gymnasiums angetreten.

Simone Bahrmann

Jochen Busch (51) hat seinen Dienst als neuer Schulleiter des Gymnasiums angetreten.

Wülfrath. Das Büro wirkt noch etwas karg. Die Bücherregale sind beinah leer. Auf dem Schreibtisch steht der Bildschirm des Computers, eine Tastatur, ein Stift, ein Block und ein sehr überschaubarer Stapel an Unterlagen. „Das wird nicht so aufgeräumt bleiben“, sagt Jochen Busch und lächelt vielsagend. Der neue Schulleiter des Gymnasiums an der Kastanienallee schaut sich in seinem Zimmer um. Die Bilder an den Wänden haben Schüler gemalt. „Die Auswahl stammt noch von meiner Vorgängerin. Die Idee finde ich schön. Einige Bilder gefallen mir auch gut. Aber nach und nach möchte ich schön etwas austauschen“, sagt 51-Jährige. Es ist Schuljahrsbeginn – und für ihn der Start in eine Orientierungsphase.

Busch hat im Arbeitskreis zum Thema Sekundarschule mitgearbeitet

Die Stelle hat er erst jetzt angetreten, aber Busch ist schon seit einigen Monaten in der lokalen Schullandschaft unterwegs, hat in dem Arbeitskreis zum Thema Sekundarschule mitgewirkt. „Ich bin überall freundlich aufgenommen worden. Das war wirklich angenehm“, sagt er. Für ihn dürfte auch das eine Bestätigung gewesen sein, dass sein Entschluss, sich auf die Schulleitung des Gymnasiums zu bewerben, richtig war. Drei Schulen standen für ihn, berichtet er im WZ-Gespräch, zur Debatte. „Das Wülfrather Gymnasium wirkte sofort sympathisch. Ich hatte den Eindruck, dass es sich ganz offen der gesamten Bevölkerung einer Stadt stellt. Diese Schule hat eine gute Stellung in der Gesellschaft“, so seine Einschätzung.

Als Schulleiter, sagt Busch, wolle er hinhören, hinschauen und einbringen. „Anordnen ist nicht mein Stil.“ Der Dialog der ganzen Schulfamilie sei ihm wichtig. „Sicher habe ich auch Ideen. Aber im Moment kennen die Lehrer, die Eltern und die Schüler das Gymnasium besser. Auch aus deren Kreisen sind Vorschläge willkommen“, betont er.

Dennoch hat er Themen, die er in die Diskussion bringen möchte – wie zum Beispiel eine andere Taktung des Unterrichts. Er sei Freund von 60-Minuten-Einheiten. „Aber das muss wohl abgewägt sein.“

„Die Jungs mit ihren Schwächen in den Blick nehmen“, will Busch außerdem. Das komme in vielen Schulen zu kurz. Ganz allgemein sei zu beobachten, dass Schule insgesamt zunehmend weiblich geprägt sei. Jungen mit ihren speziellen und anderen Anforderungen werde man heute nicht gerecht.

In Sachen PCB-Sanierung will er „Informationsklarheit“

Jochen Busch wird in der kommenden Woche 52 Jahre alt. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt in Hilden. Zu seinen Hobbys zählt er Motorradfahren, Lesen und Angeln.

Seit 1993 ist der neue Leiter des Gymnasiums im Schuldienst. Zuletzt war er stellvertretender Leiter der Gesamtschule Vohwinkel. Er unterrichtet in Chemie und Biologie.

Auch ein Thema, das für ihn auf der Agenda steht: die PCB-Sanierung. Zwar seien die Messergebnisse laut Stadt gut, „aber im Kollegium gibt es nach wie vor Unsicherheiten. Da vertrete ich deren Interessen. Da will ich für Informationsklarheit sorgen“.

Insgesamt sei sein Hauptziel, „die hohe Qualität der Schule zu erhalten, zu stabilisieren. Das bedarf immer auch Veränderungen und Erneuerungen“. Auf diesem Weg wolle er Kollegium, Schüler und Lehrer mitnehmen, „da sind alle gefragt, sich einzubringen“.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer