Zum Festzug des Ratinger Schützenfestes zog es wieder Massen in die Innenstadt.

Die Königskutsche mit dem noch amtierenden Königspaar Jürgen und Monika Falkenberg (hinten) sowie Bürgermeister Harald Birkenkamp (v.r.) und Bruderschaftschef Karl-Heinz Schneider.
Die Königskutsche mit dem noch amtierenden Königspaar Jürgen und Monika Falkenberg (hinten) sowie Bürgermeister Harald Birkenkamp (v.r.) und Bruderschaftschef Karl-Heinz Schneider.

Die Königskutsche mit dem noch amtierenden Königspaar Jürgen und Monika Falkenberg (hinten) sowie Bürgermeister Harald Birkenkamp (v.r.) und Bruderschaftschef Karl-Heinz Schneider.

Die Königskutsche mit dem noch amtierenden Königspaar Jürgen und Monika Falkenberg (hinten) sowie Bürgermeister Harald Birkenkamp (v.r.) und Bruderschaftschef Karl-Heinz Schneider.

Ratingen. Fast wartet man auf Karnevalswagen und Kamelle. Tausende stehen Spalier am Straßenrand, warten auf den Zug. Doch es ist nicht der Rosenmontagszug, der die Massen lockt, sondern der Schützenzug der St. Sebastiani-Bruderschaft Ratingen. Inmitten der Schützenfesttage ein wahrer Höherpunkt: Der Umzug mit mehr als 700 Beteiligten durch die Innenstadt.

Für Ratingen ein Klacks. Von Verkehrschaos keine Spur, die Polizei hat alles im Griff. Die Gäste von Nah und Fern stehen am Zugrand, sitzen in den Cafés, haben Spaß. Es regnet nicht. "Das hätte auch anders kommen können", sagt Wolfgang Einern aus dem benachbarten Hubbelrath.

Einen Extraplatz für den Zug hat Familie Maraun. Wilfried Maraun hat sich mit der Familie an der Poststraße aufgestellt. Mutter Emma (95) wohnt seit Anfang der 1940er-Jahre dort, hat noch keinen Zug versäumt.

Auch am Sonntag schaut sie aus dem Fenster der Parterrewohnung. "Der Schützenumzug ist immer wieder schön, ich freue mich drauf", sagt die Dame. Sohn Wilfried ergänzt: "Hier ist es schöner als in Düsseldorf, dort ist es zu professionell."

Viele Ratinger können auf eine lange Schützenkarriere zurückblicken

Julia-Nora ist erst drei Jahre alt. Auf den Schultern der Mutter trällert sie ein Lied mit. Die beiden kommen aus Hubbelrath, der Vater macht Fotos, vor allem von Großvater Burghard Thietje, der Mitglied im Schützenverein ist. Labrador Lilly bewacht sein Frauchen, lässt sich vom Flötenspiel der Musikgruppen nicht aus der Ruhe bringen.

Die Sebastiani Bruderschaft existiert seit 1433. 1896 wurde mit der Gründung der vier ältesten Kompanien (Wilhelm Tell, Reserve, Bürger und Hubertus) ein Neuanfang im Schützenwesen ins Leben gerufen.

Ab 15 Uhr wird am Montag ermittelt, wer der 100. Schützenkönig der Bruderschaft wird. Jürgen und Monika Falkenberg werden dann abgelöst.

Den "Larida-Marsch" spielt der Spielmannszug Angermund gekonnt. Das findet auch Helmut Herrmann, der 1968 Schützenkönig war und der Bruderschaft seit 60 Jahren angehört. Mitlaufen mag der 80-Jährige nicht mehr, er sitzt in der Kutsche. Max Huber (10) geht zu Fuß, trägt stolz das Schild der Hubertus-Kompanie.

Sein Vater Stefan war 2005 Schützenkönig, der Sohn soll in die Hubertus-Kompanie hineinwachsen. Hubers sind eine Schützenfamilie. Schon Vater Peter war Platzmeister der Bruderschaft.

Gute drei Kilometer lang ist der Zugweg durch die Innenstadt. Kein Problem für Rachel (10) und Nick (4). "Gleich gehen wir auf die Kirmes", sagt Rachel, "Nick freut sich auf die Schiffschaukel." "In dem Alter gehen die Kinder gerne mit im Zug", sagt Petra Czekalla, die die Kindergruppe der Wilhelm-Tell-Kompanie begleitet.

Ein Blickpunkt im Zug sind die Gäste aus dem Sauerland mit Königs- und Kaiserpaar: "Ratingen ist ein Erlebnis", sagt Peter Henrichs vom Schützenverein Kirchhundem. Ernst Weide (71) zieht ein Wägelchen von etwa 40 Kilogramm. Der Wagen ist über und über mit Sonnenblumen geschmückt - eine Zierde.

Königspaar Jürgen und Monika Falkenberg ist gerührt, als es am Markt die Parade abnimmt. "Es war eine tolle Zeit."

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