An der Parkschule bestimmte das 100-jährige Bestehen die Verkleidung der jungen Jecken. Am Gymnasium präsentierten sich Schülerinnen als Karrierefrauen.

Altweiber
Zurück ins Jahr 1912: In der Parkschule tummelten sich am Donnerstag Jungs im Matrosenanzug und extravagante junge Damen.

Zurück ins Jahr 1912: In der Parkschule tummelten sich am Donnerstag Jungs im Matrosenanzug und extravagante junge Damen.

Zurück ins Jahr 1912: In der Parkschule tummelten sich am Donnerstag Jungs im Matrosenanzug und extravagante junge Damen.

Simone Bahrmann, Bild 1 von 2

Zurück ins Jahr 1912: In der Parkschule tummelten sich am Donnerstag Jungs im Matrosenanzug und extravagante junge Damen.

Wülfrath. Da werden sich die Nachbarn der Parkschule umgeschaut haben: Schon am frühen Morgen stapfte die wahrscheinlich erste Altweiber-Polonaise Wülfraths über den Schulhof der Grundschule am Stadtpark. Das Lied vom „roten Pferd“ schallte durch die Lautsprecheranlage. Und die 290 Kinder hatten sich passend verkleidet: Zum hundertjährigen Bestehen der Parkschule war das Motto, Kostüme aus der Zeit rund um das Gründungsjahr 1912 zu tragen.

„Ohne die Jungs ist das einfacher, die können nicht organisieren.“

Gracia und Pia (18) aus der Jahrgangsstufe 12 des Gymnasiums, deren Mädchen das Altweiberfest an der Schule ausrichteten.

Auf Fotos hatten sich die Kinder über die Mode von damals schlaugemacht. Schülerinnen in feinen, weißen Kleidchen, Schüler mit Hemd, Hosenträger und Weste – eben wie die Schulkinder vor 100 Jahren – tummelten sich am Donnerstag in der Grundschule ebenso wie extravagante Damen mit auffälligen Hüten. Anlässlich des Untergangs der Titanic im Jahr 1912 waren auch einige Matrosen mit von der Partie. Die liebevolle Gestaltung der Kostüme bot ein tolles Bild.

So auch in der Igelklasse von Lehrerin Karla Schultheiss, die als Dame im Charleston-Stil ganz in Schwarz und mit Stola ein gutes, jeckes Vorbild für ihre Schützlinge abgab. Schülerin Lotta (7) eiferte ihr nach und zeigte stolz ihr weißes Kleid, das sie aus dem Theaterfundus von Bekannten ausleihen durfte. Und Anna (7) durfte sogar das Kommunionskleid ihrer Oma anziehen. Im Offenen Ganztag der Parkschule ging es bis in den Nachmittag mit Musik und Tanz weiter.

Schüler maßen sich mit Lehrern im Äpfelfischen und Bobbycarfahren

Hoch her ging es auch am Gymnasium. Dort übernahmen um 11.11 Uhr die Mädels der Jahrgangsstufe 12 mit dem Karnevalshit „Viva Colonia“ das Kommando. „Die Karrierefrauen kehren zurück“, lautete das Motto der Schülerinnen. Dementsprechend liefen Polizistinnen, Ärztinnen und Agentinnen, aber auch Weihnachtsfrauen, durch das Forum der Schule. Ein Testlauf für die Organisation der Abifeiern? „Ja schon, aber so wie heute, ohne die Jungs, ist das einfacher, die können nicht organisieren“, sagen Gracia Biedron und Pia Szarny (beide 18) grinsend. Die beiden trieben als Agentinnen schwer bewaffnet ihr Unwesen.

Das Forum tobte, als die Lehrer in einzelnen Wettkämpfen gegen die Schülern antraten. Leider traute sich nur eine gute Handvoll Lehrkräfte auf die jecke Bühne. Selbst Schulleiterin Erika Winkler hatte auf Nachfrage der Schüler abgelehnt, am tollen Treiben aktiv teilzunehmen. Gabriele Commandeur, Elke Willems oder Martin Szameitat versuchten immerhin, die Ehre der Kollegen zu retten.

Ab 19.11 Uhr große Prunksitzung im Paul-Ludowigs-Haus. Eintrittskarten sind noch an der Abendkasse erhältlich.

Ab 15 Uhr Rosenmontagszug durch Rohdenhaus. Ab 16.30 Rosenmontagsparty im Paul-Ludowigs-Haus. Eintritt neun Euro (inklusive zwei Freigetränke).

Um 19.11 Uhr Hoppeditz-Beerdigung im Vereinslokal der Kalkstadt Narren, dem Höhenstübchen.

Jubel brandete aber nicht nur auf, als die Schüler den Lehrern zeigten, wer besser Äpfel aus Wasserkisten fischen und Bobbycar fahren kann. Auch der Auftritt von Sabrina Milch (18), die einen Song der Band „Kings of Leon“ sang, sorgte für Applaus im rundum voll besetzten Forum.

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