Auch die Kita Düsseler Tor ist jetzt als Familienzentrum zertifiziert. Über die Kinderbetreuung hinaus gibt es viele Angebote für Eltern.

Wülfrath. Wie eine kleine Trophäe thront das quadratische Plexiglas-Schild auf dem roten Samt – angelehnt an Tannengrün und umringt von sechs Kerzen in Gläsern. Es duftet nach Tee und Kaffee. Draußen wirbelt eine erste „Petra“-Böe Schnee auf und biegt dünne, steif gefrorene Äste von Büschen auf den Boden. Unter der goldenen Kuppel stört’s niemanden in diesem Moment. Die Plexiglas-Platte, die gleich vier Mädchen und Jungen an die Fassade schrauben werden, löst beste Stimmung aus: NRW-Familienzentrum ist darauf zu lesen. Und als solches wird die Evangelische Kindertagesstätte am Düsseler Tor an diesem Morgen festlich eingeweiht.

Das Verfahren dauerte rund ein Jahr lang

„Für mich geht damit ein Traum in Erfüllung“, sagt „Kindergarten-Pastor“ Ingolf Kriegsmann in der kleinen Feierstunde. „Ich habe mir immer eine Einrichtung vorgestellt, die die Menschen von der Wiege bis zur Bahre begleitet.“ Das Familienzentrum schließe Lücken in der Betreuung. Gitti Girschewski, die Leiterin der 2001 eröffneten Kita, nickt dazu und hat die Fakten parat. In knappen Worten skizziert sie vor Eltern, Kolleginnen, dem Presbyteriums-Vorsitzenden Bernd Jost und der städtischen Delegation mit Michaele Berster und Udo Neumann den „Weg, den wir zum Familienzentrum eingeschlagen haben“. Rund ein Jahr hat das Zertifizierungsverfahren gedauert. In diesem Zeitraum reifte die Erkenntnis, dass „wir schon viel für Familien getan hatten, aber auch noch eine ganze Menge Neues leisten mussten“. Dabei, betont sie, habe sie sich auf ihr Erzieherinnen-Team verlassen können. Jede Kollegin habe sich mit ihren Stärken in den Prozess eingebracht, der mit der Zertifizierung im September abgeschlossen wurde.

Kooperationspartner sind Trainer, Therapeuten und Beratungsstellen

Rund ums Familienzentrum am Düsseler Tor wurde ein Netz aus Partnern gespannt, das viele Aspekte des Familien-Alltags berücksichtigt. „Wir haben nicht mehr nur die Familien im Blick, deren Kinder unsere Einrichtung besuchen“, merkt Girschewski gegenüber der WZ an. Kooperationspartner wie Ergo- oder Physiotherapeuten, Beratungsstellen, Logopäden und eine Kinderärztin helfen dabei, viele Bedürfnisse abzudecken. „Wir sind dabei Vermittler und Scharnier“, sagt Gitti Girschewski. Auf der Feierstunde sind viele der Partner des Familienzentrums da: Axel Karrasch, der Trainer, der einmal in der Woche gut ein Dutzend Mütter in der Turnhalle der Kita bewegt. Alexandra Eickenbrock, die Therapeutin, die schon mehrere Kurse ins Leben gerufen hat. Die Pekip-Expertin Ina Lüneburger fehlt. Denn zeitgleich findet im ehemaligen Kindergarten am Pütt einer von zwei Pekip-Kursen mit Neugeborenen und deren Eltern statt – auch ein neues Angebot im Familienzentrum, das somit auf ganz Wülfrath wirkt. Nicht nur die Kinder, sondern auch Erfahrungen und Beziehungen wachsen in der Kita am Düsseler Tor, hebt für den Elternrat Helke Heimansberg hervor. Zur Feier des Tages schenken die Eltern der Einrichtungen einen Baum – jetzt noch ein Modell, im Frühjahr wird es ein lebendiger sein. Vier Jahre lang ist die Kita nun ein Familienzentrum. Dann steht die Re-Zertifizierung an. „Dies erleben wir zurzeit in der städtischen Kita Ellenbeek“, sagt Jugendpfleger Udo Neumann. Seine Mimik lässt erahnen, dass auch die wieder viel Einsatz des Teams verlangt. Am Düsseler Tor ist das an diesem Vormittag kein Thema.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer