Johannes Kircher muss zur Erntezeit auch nachts und am Wochenende mit dem Traktorgespann die Meiersberger Straße überqueren. Dann sind die Ampeln ausgeschaltet.

verkehr
Während der Ernte fährt Johannes Kircher mehrmals täglich von der Straße Obschwarzbach zum Raiffeisenmarkt an der Fliethe. Dabei muss er die Meiersberger Straße überqueren. Ist die Ampel ausgeschaltet, muss er weit auf die Fahrbahn hinausfahren, um die Landstraße einsehen zu können.

Während der Ernte fährt Johannes Kircher mehrmals täglich von der Straße Obschwarzbach zum Raiffeisenmarkt an der Fliethe. Dabei muss er die Meiersberger Straße überqueren. Ist die Ampel ausgeschaltet, muss er weit auf die Fahrbahn hinausfahren, um die Landstraße einsehen zu können.

Simone Bahrmann

Während der Ernte fährt Johannes Kircher mehrmals täglich von der Straße Obschwarzbach zum Raiffeisenmarkt an der Fliethe. Dabei muss er die Meiersberger Straße überqueren. Ist die Ampel ausgeschaltet, muss er weit auf die Fahrbahn hinausfahren, um die Landstraße einsehen zu können.

Wülfrath. Zurzeit hat Johannes Kircher alle Hände voll zu tun. Denn es ist Erntezeit. Und da heißt es für den Landwirt: anpacken und Überstunden schieben. „Dann muss ich auch mal nachts und am Wochenende rausfahren“, sagt er. Und genau zu diesen Zeiten hat er ein Problem.

Von Obschwarzbach zum Raiffeisenmarkt

Es geht um die Kreuzung Obschwarzbach/Meiersberger Straße/Zur Fliethe. Die muss der Landwirt manchmal im Zweistunden-Takt passieren, um seine Ernte zum Raiffeisenmarkt zu bringen. „Die Ampelanlage an der Kreuzung ist dann ausgeschaltet. Und das ist gefährlich“, sagt er und erklärt: „Um überhaupt in die Meiersberger Straße sehen zu können, muss ich so weit mit meinem Traktor vorfahren, dass ich die halbe Fahrbahn blockiere. Da ist doch ein Unfall programmiert.“ Die Autofahrer könnten im Notfall gar nicht so schnell vor dem Traktor abbremsen, „weil die doch mit 70 Sachen und mehr hier unterwegs sind“. Er selbst sei auf seinem Gefährt relativ sicher – für die Autofahrer könne ein Zusammenstoß aber schlimm ausgehen.

Kircher wünscht sich, dass die Ampel nicht ausgeschaltet wird und auch an Wochenende und in den Abendstunden in Betrieb ist. Auf den „Gefahrenpunkt“, wie er die Kreuzung nennt, hat er auch schon die Polizei aufmerksam gemacht. „Doch die hat mich an die Straßenmeisterei in Velbert verwiesen, die dafür zuständig sein soll“, sagt er. Die wiederum schickte den Landwirt zur Stadt Wülfrath mit dem Hinweis, dass die Stadt die Vorgabe gemacht habe, die Ampel auszuschalten. „Ich habe dann die Stadt angerufen. Doch Wülfrath sagte dann, dass Mettmann zuständig sei“, sagt Kircher.

Stadtverwaltung und Polizei sehen keine besondere Gefahrenstelle

Tatsächlich ist Kircher in der Kreisstadt richtig mit seinem Anliegen. „Ja, wir sind für die Ampelanlage zuständig“, sagt Fachbereichsleiter Kurt-Werner Geschorec. „Uns ist die Ampel auch bekannt. Aber wir sehen zurzeit keinen Anlass, warum wir etwas an der Ampelschaltung ändern sollten“, sagt er. Die Ampel existiere seit fast 20 Jahren mit dieser Schaltung und „bis jetzt gab es keine besonderen Vorfälle, die es nötig machen, dort etwas zu ändern“, sagt Geschorec. „Auch die Polizei sieht dort keine Gefahrenstelle, sonst hätten wir etwas in Absprache mit dem Landesbetrieb Straßen NRW unternommen. Dieser ist mit im Boot, weil die Meiersberger Straße eine Landstraße ist.“

Bei der Polizei bestätigt ein Sprecher die Aussage des Fachbereichsleiters. „An der Kreuzung passieren immer mal wieder Unfälle aus unterschiedlichen Gründen, aber nicht in einer solchen Häufigkeit, dass es sich um einen Unfallschwerpunkt handelt“, heißt es.

Leserkommentare (8)


() Registrierte Nutzer