Werner Schürmann und sein Chor verteidigen ihren Titel. Bis zu 25 Punkte kann ein Chor pro Disziplin ersingen. Und die Ratinger lagen in drei Durchgängen bereits bei 24 und mehr Punkten, was schon deutlich besser war als 2003 in beim Meisterchorsingen in Neuss.

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Beim Empfang im Lintorfer Rathaus machten sie einen Kniefall vor den erfolgreichen Sängern: Musikschulleiter Paul Sevenich (l.), Bürgermeister Harald Birkenkamp (2.v.r.) sowie Brigitte und Werner Schürmann.

Beim Empfang im Lintorfer Rathaus machten sie einen Kniefall vor den erfolgreichen Sängern: Musikschulleiter Paul Sevenich (l.), Bürgermeister Harald Birkenkamp (2.v.r.) sowie Brigitte und Werner Schürmann.

Pierre-Claude Hohn

Beim Empfang im Lintorfer Rathaus machten sie einen Kniefall vor den erfolgreichen Sängern: Musikschulleiter Paul Sevenich (l.), Bürgermeister Harald Birkenkamp (2.v.r.) sowie Brigitte und Werner Schürmann.

Ratingen. Gut, besser - Ratinger Kinder- und Jugendchor. Spätestens seit Sonntag ist diese Steigerung erlaubt. Die 55 Sängerinnen und Sänger haben in Siegen Ihren Titel als Meisterchor verteidigt. Aber nicht nur das. "Es ist der Wahnsinn", sagte Werner Schürmann.

Der 65 Jahre alte Chorleiter war immer noch tief beeindruckt von dem, was er kaum 24 Stunden zuvor in der Siegerlandhalle erlebt hatte.

Dass "seine Kinder" gut sind, wusste er natürlich längst. Schließlich trägt der Chor der städtischen Musikschule das Prädikat meisterhaft bereits seit sechs Jahren. Aber dass er so gut ist, das hat sich selbst der erfahrene, ehemalige Opernsänger offenbar nicht träumen lassen.

"Es ist der Wahnsinn. So etwas habe ich noch nie erlebt, weder mit unserem Chor noch überhaupt."

Wie gut die Ratinger gesungen haben müssen, verriet schon die Wortwahl des Conferenciers. Nachdem er die Punkte der Konkurrenz bekannt gegeben hatte, machte er eine Pause, holte Luft und meinte, von nun an bewege sich der Wettbewerb in einer anderen Liga. Der Mann hat nicht übertrieben.

Bis zu 25 Punkte kann ein Chor pro Disziplin ersingen. Und die Ratinger lagen in drei Durchgängen bereits bei 24 und mehr Punkten, was schon deutlich besser war als 2003 in beim Meisterchorsingen in Neuss. Als dann aber die Wertung für das Volkslied "Wo mag den nur mein Christian sein" verkündet wurde, dürfte selbst einen alten Hasen wie Schürmann der Atem gestockt haben. 25 - Höchstwertung, besser geht es nicht.

Und weil geehrt werden soll, wem Ehre gebührt, empfing die Stadt den Chor am Montagabend im Lintorfer Rathaus.

All das passt sehr gut in die Zeit. Just in diesem Jahr feiert der Kinder- und Jugendchor der städtischen Musikschule Geburtstag. Vor einen Vierteljahrhundert setzte Schürmann in Gang, was scheinbar unaufhaltsam nach ganz oben führte.

Und wer den Leiter fragt, wie aus sangesfreudigen Kindern ein erstklassiger Chor wird, der bekommt eine ebenso einfache wie sympathische Antwort. "Es muss den Kindern Spaß machen", sagt Werner Schürmann.

Seinen bis zu 25 Jahre alten kleinen und großen Kindern macht es Spaß. "Natürlich auch des Erfolges wegen", sagt Schürmann bescheiden. Dabei spricht doch einiges dafür, dass er zu jenen Gesangslehrern und Chorleitern gehört, die immer den richtigen Ton treffen. Und gute Trainer machen gute Mannschaften.

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