25 Jugendliche drehen, schneiden und schauspielern. Mitte November kommt das Ergebnis ins Kino.

Wie am richtigen Film-Set: Kameramann Leon Hoss und seine Mikrofon-Assistentin Katrin Roth halten die Nachwuchsschauspieler bei ihrer Arbeit fest (v.l.): Staatsanwalt Jan Koch, Inspektor Felix Herkendell und Kommissar Luca Paffrath nehmen mögliche Tatwerkzeuge unter die Lupe.
Wie am richtigen Film-Set: Kameramann Leon Hoss und seine Mikrofon-Assistentin Katrin Roth halten die Nachwuchsschauspieler bei ihrer Arbeit fest (v.l.): Staatsanwalt Jan Koch, Inspektor Felix Herkendell und Kommissar Luca Paffrath nehmen mögliche Tatwerkzeuge unter die Lupe.

Wie am richtigen Film-Set: Kameramann Leon Hoss und seine Mikrofon-Assistentin Katrin Roth halten die Nachwuchsschauspieler bei ihrer Arbeit fest (v.l.): Staatsanwalt Jan Koch, Inspektor Felix Herkendell und Kommissar Luca Paffrath nehmen mögliche Tatwerkzeuge unter die Lupe.

Pierre-Claude Hohn

Wie am richtigen Film-Set: Kameramann Leon Hoss und seine Mikrofon-Assistentin Katrin Roth halten die Nachwuchsschauspieler bei ihrer Arbeit fest (v.l.): Staatsanwalt Jan Koch, Inspektor Felix Herkendell und Kommissar Luca Paffrath nehmen mögliche Tatwerkzeuge unter die Lupe.

Ratingen. "Alles auf Anfang . . . und Action!" Die Gespräche verstummen, jetzt ist Konzentration gefragt. Der 13-jährige Leon Hoos blickt durch die Linse der Videokamera, Techniker Daniel Oberbanscheidt hält den Tonarm und beobachtet das Bild auf dem kleinen LCD Monitor vor sich. "Kannst du mal einen Schwenk ausprobieren? Der Luca setzt sich gleich hin, und das will ich im Bild haben!" Nach drei "Takes" ist die Szene im Kasten.

Es ist zwar erst der dritte Tag des Filmworkshops zur diesjährigen "Ratinale", dem Jugend-Kurzfilmfestival der Stadt Ratingen, doch die fünf Jungs und Mädchen im Raum reden schon wie die Profis in perfektem Film-Kauderwelsch und diskutieren über "Over-Shoulder-Shots", "Weißabgleich" und schicken Daniel Oberbanscheidt "noch schnell los, Reflektoren holen".

Er ist einer der Filmprofis, die dafür sorgen, dass die vier Gruppen mit Jugendlichen von 13 bis 19 Jahren nicht nur ihren Spaß haben, sondern auch etwas lernen und richtig gute Filme abliefern. Schließlich sollen die Ergebnisse des einwöchigen Workshops im November im Ratinger Kino vorgeführt werden.

Das Kulturamt unterstützt den Filmworkshop

Die Festival-Idee entstand beim Jugendkulturjahr 2007. Als eines der besonders nachhaltigen Projekte wird es seither vom Kulturamt unterstützt und nun zum dritten Mal als Kooperation der Jugendzentren Hösel und Lux durchgeführt.

Während also viele andere Teenager in den Ferien auf der faulen Haut liegen, schreiben die Teilnehmer der "Ratinale" Drehbücher, entwickeln Drehpläne, stehen hinter der Kamera und schneiden ihre Filme selbst zusammen. Und sie spielen natürlich auch fast alle Rollen selber.

Die Ratinale wurde erstmals 2007 im Rahmen des Jugendkulturjahres vom Jugendamt durchgeführt und wird auch in diesem Jahr als nachhaltiges Projekt vom Kulturamt gefördert. Die Filme der Vorjahre kann man sich unter www.lux-ratingen.de nochmals anschauen.

Die 3. Ratinale dauert noch bis Freitag. Bis dahin haben die 13- bis 19-Jährigen die Möglichkeit, ihre Geschichte auf die Leinwand zu bringen. Etwa Mitte November, wenn die Filme fertig geschnitten sind, werden sie im Ratinger Kino gezeigt.

Neben den vier Filmen, die im Rahmen des Workshops entstehen, können Hobbyfilmer auch bereits fertige Streifen abgeben. Noch bis zum 30. Oktober werden Kurzfilme mit bis zu 15 Minuten Länge angenommen. Unter www.lux-ratingen.de gibt es weitere Infos und Teilnahmebedingungen.

Jugend- und Kulturzentrum Lux, Telefon 550-5600; Kinder- und Jugendzentrum Hösel, Telefon 02102-550-5650.

Die Gruppe, die momentan im Büro der Caritas an der Turmstraße arbeitet, dreht einen richtigen Krimi. Aus der Caritas wird kurzerhand das Polizeipräsidium und Katrin Roth, die gerade als "Script-Girl" aufpasst, dass alle ihren Text richtig aufsagen, hat bei den Dreharbeiten am Vortag schon zwei Stunden lang als Leiche herumgelegen. "Das war kein Problem, nur das Lachen konnte ich mir nur schwer verkneifen", sagt die 16-Jährige.

"Dieses Projekt hat großes Potenzial. Wir hatten im ersten Jahr zwei Filme, jetzt sind es schon sieben, das ist ja immerhin eine Steigerung von über 100 Prozent", freut sich Kathrin Reimann vom Lux über den Erfolg. Über mangelndes Interesse bei der Zielgruppe können die Organisatoren sich auch nicht beschweren: Die 25 Jugendlichen sind kaum zu bremsen. Und Action . . .!

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