Die Stadt braucht weitere 100 Plätze für Kleinkinder. Diese Kapazität soll rasch aufgebaut werden.

Die gesetzliche Versorgungsquote mit U3-Plätzen von 35 Prozent ist in Ratingen noch nicht erreicht.
Die gesetzliche Versorgungsquote mit U3-Plätzen von 35 Prozent ist in Ratingen noch nicht erreicht.

Die gesetzliche Versorgungsquote mit U3-Plätzen von 35 Prozent ist in Ratingen noch nicht erreicht.

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Die gesetzliche Versorgungsquote mit U3-Plätzen von 35 Prozent ist in Ratingen noch nicht erreicht.

Ratingen. Wer geglaubt hatte, in Sachen Kindergartenplätze steht Ratingen auf der Sonnenseite, wird von der aktuellen Bestandsaufnahme des Jugendamtes eines Besseren belehrt. Vor allem die Perspektive macht rasches Handeln nötig.

Denn um die Quoten beim Rechtsanspruch für Unter-Dreijährige (U3) und Über-Dreijährige (Ü3) zu erfüllen, müssen zwei neue Kindergärten gebaut werden: im Calor-Carrée und im Neubaugebiet Felderhof.

"Diese Einrichtungen müssten mit Hochdruck vorangetrieben werden, damit sie bis 2013 ihren Betrieb aufnehmen können", stellt das Jugendamt fest. Es muss deshalb so schnell gehen, weil die Fördermittel durch Bund und Land nur bis dahin sichergestellt sind - es geht um 936.000 Euro an Zuschüssen.

Jeder neue Betreuungsplatz wird mit 18.000 Euro bezuschusst

In den beiden neuen Kitas sollen schwerpunktmäßig Kinder unter drei Jahren betreut werden. Jeweils 26 Plätze sind dafür vorgesehen, jeder wird mit 18.000 Euro bezuschusst. Damit wäre die Stadt zusammen mit anderen Maßnahmen im U3-Bereich bis 2013 aus dem Schneider.

Im laufenden Kindergartenjahr ist die Zahl der U3-Plätze von 147 auf 244 nach oben geschnellt, ab August sollen schon 289 Plätze angeboten werden. Dies wurde zu einem guten Teil auch dadurch erreicht, dass etliche Ü3-Plätze umgewandelt wurden. Zusätzlich stellt die Stadt 120 Plätze in der Tagespflege bereit, die bis 2013 auf 160 erweitert werden sollen.

Im Kindergartenjahr 2008/ 09 standen 147 Plätze zur Verfügung, im laufenden Jahr sind es 244, ab dem Kindergartenjahr 2010/ 11 werden es 289 Plätze sein. Dazu kommen 120 Tagespflegeplätze.

Aktuell ist ein Bedarf von 504 U3-Plätzen errechnet worden, bislang waren es 559. An der höheren Zahl soll wegen der erwarteten Nachfrage festgehalten werden.

Durch Neubauten (Felderhof, Calor-Carrée) und Erweiterungen können 104 zusätzliche U3-Plätze geschaffen werden, auch die Tagespflege soll um 40 Plätze aufgestockt werden.

Aktuell erreicht die Stadt mit 409 U3-Plätzen eine Versorgungsquote von gut 28 Prozent. Um die gesetzliche Quote von 35 Prozent zu erfüllen, bräuchte sie nach den neusten Berechnungen 504 - es fehlen also noch knapp 100 U3-Plätze. Bisher war man noch von einem Bedarf von 559 ausgegangen.

Den will das Jugendamt auch weiter festschreiben. Denn die Erfahrung habe gezeigt, dass die tatsächliche Nachfrage höher ist, heißt es in dem Beschlussvorschlag, über den die Politik demnächst beraten muss. Die Stadt will also die Versorgungsquote von 35 auf 39 Prozent schrauben.

Die fehlenden Plätze sollen - neben den beiden Kindergartenneubauten - vor allem durch Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen geschaffen werden: Der Ersatzbau der Kita Schützenstraße bringt 22 Plätze, die Erweiterung Kita Volkardeyer Straße zwölf, die Kitas Mintarder Weg (Breitscheid), Zum Schluchtor (Eggerscheidt) und Klompenkamp (Ost) jeweils sechs. Und der Neubau der katholischen Einrichtung in Hösel schafft zusätzlich einige neue U3-Plätze.

Die Neubauten Felderhof und Calor-Carrée erhalten auch jeweils 14 Plätze für die Ü3-Betreuung, die ebenfalls dringend benötigt werden. Denn der Bedarf ist wider Erwarten keineswegs gesunken. Zumal der Rat vor gut einem Jahr beschlossen hatte, die Versorgungsquote für die drei Kernjahrgänge auf 100 Prozent und für den "hineinwachsenden" Jahrgang auf 90 Prozent zu erhöhen, um tatsächlich jedem Kind rechnerisch einen Platz bieten zu können.

Dabei wird außer Acht gelassen, dass nicht alle Eltern ihre Kinder in einen öffentlichen Ratinger Kindergarten schicken und auch nicht jedes Kind, sobald es seinen dritten Geburtstag gefeiert hat, auch in einen Kindergarten geht.

Da die praktische Umsetzung des Ratsbeschlusses fünf weiter Kita-Neubauten erfordern würde, will das Jugendamt, dass man zur alten Quote zurückkehrt.

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