Das erste Ratinger Varieté-Dinner im Freizeithaus West war ein voller Erfolg.

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Jan Mattheis führte beim ersten Ratinger Varieté-Dinner durch das hochkarätige Programm.

Jan Mattheis führte beim ersten Ratinger Varieté-Dinner durch das hochkarätige Programm.

Pierre-Claude Hohn

Jan Mattheis führte beim ersten Ratinger Varieté-Dinner durch das hochkarätige Programm.

Ratingen. Die Zeiten, in denen sich Leute zum mehrgängigen Abendessen verabredeten, nur um gut zu speisen, sind wohl endgültig passé. Zwar nimmt auch der moderne Mensch Nahrung zu sich. Allerdings tut er das lieber in Kombination mit unterhaltenden Elementen.

So wie jetzt beim 1. Ratinger Varieté-Dinner. An mit weißen Decken und Kerzenleuchtern festlich geschmückten Tischen platzierten sich am Freitag- und Samstagabend rund 200 Gäste, um sich nach dem Genuss von Kartoffelsuppe und Seezungenterrine "bespaßen" zu lassen.

Unterbrochen vom Hauptgang - Maispoularde mit Kartoffeln und Caponata - amüsierten Britta Kungney, Christoph Rummel und ein gewisser Herr Niels zwei mal 45 Minuten lang mit einem hübschen Potpourri aus der weiten Welt des Varietés.

Herr Niels eroberte die Herzen der Zuschauer im Sturm

In seiner Funktion als Moderator begrüßte Jan Mattheis, laut Eigenbeschreibung "bekannt von Film, Funk und Arbeitsamt", die Herrschaften im Freizeithaus West.

Nachdem verschiedenen Applausstufen ("Applaus ist das Brot des Künstlers") geprobt wurden, eröffnete Sopranistin Britta Kungney mit "Les Tringles" aus Georges Bizets "Carmen" den Abend, ehe "die geballte Ladung Testosteron" die Bühne eroberte: Herr Niels.

Unter seinem schwarzen Hut mit geschieltem Lächeln sah er ganz und gar nicht aus wie ein Adonis - und eroberte die Herzen der Zuschauer im Sturm.

Was diese ungewöhnliche Mischung aus Pantomime, Clown und Gummimensch aufführt, ist schwer in Worte zu fassen, weil es oft lediglich aus einem Blick, einer Geste oder einer Bewegung besteht. Unter anderem verbog er sich am imaginären Tresen, inszenierte eine Art Moonwalk und errang der Schwerkraft neue Dimensionen beim Kampf mit einem Luftballon ab.

Mit seinen minimalistischen, punktgenauen Einlassungen begeisterte er das Publikum, das sich zwischen ekstatischen Lachsalven und frenetischem Applaus kaum zu entscheiden wusste.

Ähnlich begeistert wurde der Beitrag des Akrobaten Christoph Rummel gefeiert. Für dessen Auftritt wurden zunächst die Kerzen ausgepustet und das Saallicht gelöscht, denn zu rhythmischer Syntheziser-Musik zeigte der gebürtige Ulmer eine Leuchtjonglage der Extraklasse.

In Windgeschwindigkeit wirbelte er verschiedenfarbig glimmende Stäbe durch die Luft und faszinierte im weiteren Show-Block mit fünf knallroten Bällen, die er durch die Luft jagte. Und damit der Themenkreis in Sachen Varieté (fast) komplett war, unterhielt Moderator Jan Mattheis als Bauchredner mit Handpuppe Gottfried Grube und verblüffte mit einigen Zaubertricks.

Dass es zum Abschluss des Menüs Panna Cotta mit Himbeersauce gab, war reine Nebensache. Denn die Hauptrolle bei diesem Abendbrot spielte das abwechslungsreiche, gut gemischte Bühnenprogramm.

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