Der RTC möchte für 600000 Euro eine größere, moderne Tennishalle bauen.

Zu wenig Spielfelder, zu alte Technik: Eine neue Sporthalle soll her.
Zu wenig Spielfelder, zu alte Technik: Eine neue Sporthalle soll her.

Zu wenig Spielfelder, zu alte Technik: Eine neue Sporthalle soll her.

Pierre-Claude Hohn

Zu wenig Spielfelder, zu alte Technik: Eine neue Sporthalle soll her.

Ratingen. Eigentlich freut sich der Tennisclub Grün-Weiß darüber, dass er eine Halle hat, um seinen Mitgliedern auch in der kalten Jahreszeit Spielmöglichkeiten bieten zu können.

Auf der anderen Seite ist die Halle auch das Sorgenkind des Vereins: Das in die Jahre gekommene Gebäude frisst unerbittlich das Budget von Grün-Weiß auf.

Allein um auf den lediglich zwei Plätzen einen Spielbetrieb zu ermöglichen, muss gerade bei den aktuellen Minusgraden geheizt werden bis zum Limit. Wärmedämmung? Fehlanzeige. Baulicher Zustand? Bedenklich.

Vor vier Jahren musste die Halle am Götschenbeck tagelang gesperrt werden, weil sich in einem Holzbalken der Dachkonstruktion ein großer Riss gebildet hatte.

Der Schaden wurde zwar umgehend behoben, doch zeichnete sich damals schon ab: Die Halle ist nicht mehr zeitgemäß und für den Verein auf Dauer untragbar. Außerdem sei sie auch unter Umweltaspekten nicht verantwortbar.

Ölbrenner, Beleuchtung und Ausstattung sind veraltet

Der Ratinger Tennisclub Grün-Weiß 1911 wurde im Jahr 1911 gegründet, feiert im nächsten Jahr also seinen 100. Geburtstag. Die Club-Anlage am Götschenbeck verfügt über insgesamt 13 Plätze: elf Aschenplätze und zwei Hallenplätze (Teppich).

Aktuell gibt es 535 Mitglieder: 252 Erwachsene, 147 Kinder und Jugendliche, 113 passive Mitglieder, 23 Auszubildende.

In der vergangenen Saison waren 17 Erwachsenen-Mannschaften (sieben Damen- und zehn Herrenmannschaften), zwölf Jugend-Mannschaften und drei Bambini-Mannschaften aktiv.

Der RTC Grün-Weiß ist als einziger Ratinger Verein mit einer Damen-Mannschaft in der zweiten Bundesliga vertreten.

"Wir heizen uns tot", sagt Manfred Kleinen, stellvertretender Vorsitzender. Der alte Ölbrenner mit Gebläse entspricht längst nicht mehr dem Stand der Technik. Gleiches gilt für Beleuchtung und Ausstattung. Außerdem seien zwei Spielfelder eine ziemlich schlechte Ausbeute für eine so große Halle.

Der Tennisclub will deshalb eine neue Halle errichten, die bei nahezu gleicher Größe über drei Felder verfügen und auch energetisch auf dem neusten Stand sein soll. 600000 Euro muss der Verein dafür in die Hand nehmen.

Verhandlungen mit der NRW-Bank, die einen Fördertopf für Sportstätten hat, seien bereits geführt worden. Zudem hofft der Club auf einen Zuschuss der Stadt: 150000 Euro wurden beantragt, Gespräche mit Politikern und dem Kämmerer bereits geführt.

"Wir wissen, dass das ein kräftiger Schluck aus der Pulle ist - gerade in diesen finanziell schwierigen Zeiten", sagte Manfred Kleinen.

Wegen mangelnder Kapazität ist Nachbarschaftshilfe kaum möglich

Andererseits würde eine Drei-Feld-Halle den Druck etwas mindern, der momentan bei der Tennishallennutzung in Ratingen herrscht. Seit in Homberg auf einen Schlag fünf Hallenplätze weggefallen sind, stehen die Spieler des Tennisclubs Homberg-Meiersberg (TCHM) im Regen.

Deren Bitten, ob man nicht bei Grün-Weiß ein paar Spielzeiten bekommen könnte, konnte der Verein mangels Kapazität nur ansatzweise nachkommen.

Ein Teil des Homberger Tennisnachwuchses schwingt jetzt am Götschenbeck den Schläger; die meisten der erwachsenen Spieler sind nach Wülfrath abgewandert.

Mit einer neuen Halle könnte die "Nachbarschaftshilfe" deutlich umfangreicher ausfallen. Kleinen denkt aber auch über weitere Nutzungsarten nach, um die Auslastung zu verbessern: So könne die Halle Hotelgästen zur Verfügung gestellt werden, der Standort sei von den großen Ratinger Hotels aus gut erreichbar. Auch eine verstärkte Ogata-Nutzung wird angestrebt.

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