Ab 2010 könnte neben der Wasserrechnung auch die fürs Abwasser von den Stadtwerken kommen.

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Im Auftrag der Stadt sollen die Stadtwerke ab 2010 die Abwassergebühren errechnen und einziehen.

Im Auftrag der Stadt sollen die Stadtwerke ab 2010 die Abwassergebühren errechnen und einziehen.

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Im Auftrag der Stadt sollen die Stadtwerke ab 2010 die Abwassergebühren errechnen und einziehen.

Ratingen. Die Stadtwerke als Verwaltungshelfer? Das hört sich zunächst einmal merkwürdig an, ist aber auf den zweiten Blick gar nicht so dumm. Es geht nämlich um die Abwassergebühren. Um die Abrechnung flotter und bürgerfreundlicher zu gestalten, soll diese Aufgabe den Stadtwerken übertragen werden.

Bislang läuft das Verfahren so ab: Immer zum Jahresende werden die Verbrauchsstände der Wasserzähler in den Haushalten von den Stadtwerken erfasst - entweder lesen Mitarbeiter die Zählerstände ab, oder die Kunden selbst übermitteln die Zahlen an die Stadtwerke.

Bis alle Daten eingegeben und die Verbräuche ausgerechnet sind, dauert es bis zum Frühjahr. Dann werden die Daten an die Stadtverwaltung übermittelt, die sie umständlich in ihr Rechnersystem einpflegen muss. Und so wird es Sommer, bis die Gebührenbescheide fürs Vorjahr verschickt werden.

Gebührenhaushalt wird um 30 000 Euro entlastet

Noch umständlicher wird es allerdings, wenn auch noch der Wasserverbrauch berücksichtigt werden muss, für den keine Abwassergebühr fällig wird - etwa für die Gartenbewässerung (siehe Infokasten).

Rund 3500 Haushalte in Ratingen nutzen diese Möglichkeit und haben entsprechende Wasserzähler installiert. Deren Zählerstände müssen ebenfalls übermittelt werden - an die Stadtkasse. Die muss dann diese Daten aus den Abwassergebühren herausrechnen. Je nachdem, wann die Zahlen übermittelt werden, warten die Bürger bis zu zwei Jahre darauf, dass zuviel gezahlte Gebühren von den Abschlägen abgezogen werden.

Mit den Stadtwerken als Abrechner soll es einfacher und unkomplizerter gehen. Die lesen nämlich die Gartenwasserzähler mit ab, und haben somit gleich die konkreten Zahlen zur Berechnung. Weiterer Nebeneffekt, den niemand offiziell zugeben will: Dabei werden auch schwarze Schafe entdeckt, die entweder falsche Zählerstände übermitteln oder einen Außenzähler in Abzug bringen lassen, der gar nicht existiert. Denn bislang wurden diese Zähler nur sporadisch geprüft.

Knapp 30 000 Euro will die Verwaltung mit der Übertragung der Abrechnung an die Stadtwerke einsparen. Um diese Summe würden die Ratinger auch entlastet, da das Geld dem Gebührenhaushalt zugute kommt.

Was ändert sich noch? Die Rechnung für die Abwassergebühren kommt nicht mehr von der Stadt, sondern von den Stadtwerken, an die werden auch die Abschläge gezahlt. Auch da muss man sich umstellen: Während die Stadt vierteljährlich kassiert, ziehen die Stadtwerke die fälligen Abschläge monatlich ein.

Es gibt aber auch Kritik an dem Verfahren. Denn die Gebühren für das ins Kanalnetz eingeleitete Regenwasser werden auch in Zukunft von der Stadt eingezogen, da nur sie die entsprechenden Daten über Grundstücksgröße und versiegelte Flächen hat.

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