Die Ansiedlung von Vodafone in Lintorf kostet Ratingen knapp zwei Millionen Euro. Im nicht-öffentlichen Teil des Hauptausschusses soll die Verwaltung am Dienstag grünes Licht bekommen, die für ein Bebauungsplanverfahren erforderlichen Verträge mit Vodafone abzuschließen.

Der erwartete Zuwachs um bis zu 5500 Mitarbeiter hat Folgen für Lintorfs Infrastruktur.  (Grafik: Ilka Jaroch)
Der erwartete Zuwachs um bis zu 5500 Mitarbeiter hat Folgen für Lintorfs Infrastruktur. (Grafik: Ilka Jaroch)

Der erwartete Zuwachs um bis zu 5500 Mitarbeiter hat Folgen für Lintorfs Infrastruktur. (Grafik: Ilka Jaroch)

Der erwartete Zuwachs um bis zu 5500 Mitarbeiter hat Folgen für Lintorfs Infrastruktur. (Grafik: Ilka Jaroch)

Ratingen. Es geht voran in Sachen Vodafone-Campus. Wie berichtet will der Mobilfunk-Konzern im Lintorfer Norden neben seinem bereits vorhandenen Rechenzentrum eine neuen Verwaltungszentrale errichten. Im nicht-öffentlichen Teil des Hauptausschusses soll die Verwaltung am Dienstag grünes Licht bekommen, die für ein Bebauungsplanverfahren erforderlichen Verträge mit Vodafone abzuschließen.

Darin geht es einerseits um die Erschließung und andererseits um Artenschutz und Ausgleichsflächen. Die Kosten für die Erschließung des Plangebietes muss Vodafone tragen, ebenso die für entsprechende Gutachten.

Drei Ampeln und eine ausgebaute Straße für das Verkehrsaufkommen

Aber auch die Stadt muss für das Bauprojekt tief in die Tasche greifen, weil sie für die Erschließung rund um das Plangebiet zuständig ist. Dazu gehören der Ausbau des Breitscheider Weges zwischen der Einmündung "An den Dieken" und der künftigen Einfahrt zum Vodafone-Campus vor der Autobahnüberführung A524.

Um das künftige Verkehrsaufkommen bewältigen zu können - im Endausbau sollen 5500 Beschäftigte dort arbeiten - müssen auch Ampelanlagen erweitert beziehungsweise zusätzlich eingerichtet werden:

Ausgebaut werden die Anlagen an den Kreuzungen Breitscheider Weg/Brandsheide/Rehhecke und Duisburger Straße/Brandsheide. An der Einmündung Rehhecke/Krummenweger Straße soll eine neue Ampel den Verkehrsfluss regeln.

Die Bürogebäude am D2-Park werden nach Ablauf der Mietverträge aufgegeben. Die rund 1600 Mitarbeiter ziehen dann in den neuen Campus an der Rehhecke. Dazu sollen auch Bereiche aus Düsseldorf in die Nachbarstadt verlagert werden - etwa die europäische IT-Organisation. 2012 sollen in dem Neubau mindestens 2000 Mitarbeiter arbeiten, später bis zu 5500.

Die Kosten sind beträchtlich: Mehr als 1,5 Millionen Euro kostet der Straßenausbau, die Ampeln kosten 400.000 Euro. Dass der Breitscheider Weg als Kreisstraße klassifiziert ist, spielt dabei keine Rolle: Da die Straße nicht mehr als Umgehungs- sondern Erschließungsstraße fungiert, muss die Stadt dafür zahlen.

Über die künftige Gestaltung des Vodafone-Campus hüllt sich der Konzern noch in tiefes Schweigen. Fest steht aber, dass die ursprünglich vom Architekturbüro Ropertz & Partner vorgestellten Modelle in dieser Form nicht realisiert werden. Denn das in Ratingen mit vielen Projekten aktive Büro ist aus der Planung des Vodafone-Campus raus.

Nach Informationen unserer Redaktion hat sich Vodafone für eine Zusammenarbeit mit dem Frankfurter Projektentwickler Fay entschieden, der als Generalübernehmer das Campus-Projekt auf den Weg bringen soll.

Fay entwickelt zurzeit unter anderem die Airport-City am neuen Berliner Flughafen und errichtet in Regensburg eine neue Eon-Zentrale. Wie das Vodafone-Campus letztlich gestaltet wird, soll in einem Architektenwettbewerb ermittelt werden.

Rund 300 Millionen Euro investiert Vodafone in den Standort Lintorf. Dafür entstehen im ersten Bauabschnitt rund 40.000 Quadratmeter für Büros und ein Betriebskindergarten sowie ein Parkhaus und die Energiezentrale (37.000 Quadratmeter). Im zweiten Bauabschnitt kommen weitere Büroflächen und noch zwei große Parkhäuser (insgesamt 3300 Stellplätze) dazu.

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