10.000 mehr Besucher allein auf dem Mittelaltermarkt spornen das Stadtmarketing zu neuen Ideen an.

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Voller Erfolg: Das zweite Dumeklemmer-Spektakel lockte Besucher in Scharen nach Ratingen.

Voller Erfolg: Das zweite Dumeklemmer-Spektakel lockte Besucher in Scharen nach Ratingen.

Pierre-Claude Hohn

Voller Erfolg: Das zweite Dumeklemmer-Spektakel lockte Besucher in Scharen nach Ratingen.

Ratingen. "Es war einfach grandios!" Frank Rehmann, Geschäftsführer der Ratingen Marketing GmbH, war schon am Sonntagabend hellauf begeistert von der zweiten Auflage des Dumeklemmer-Spektakels. Alle Erwartungen seien übertroffen worden. "Das Wetter war optimal - keine Konkurrenz durchs Freibad. So war die Stadt brechend voll."

Auf gut 30.000 Besucher schätzt Rehmann die Zahlen allein beim Mittelaltermarkt, die Laufkundschaft in der Innenstadt am verkaufsoffenen Sonntag sei nur schwer zahlenmäßig zu fassen. Nach den ersten Rückmeldungen seien die Einzelhändler aber hochzufrieden - kein Wunder: Auf der Oberstraße und der Bechemer Straße war zeitweise kein Durchkommen.

Lintorfer Straße wurde als Standfläche einbezogen

Dass die Besucherzahl in einem Jahr von 20.000 auf 30.000 geklettert ist, sei ein Indiz dafür, dass dass die Marke "Dumeklemmer-Spektakel" dabei ist, sich zu etablieren. Das habe sich bereits im Vorfeld abgezeichnet: Die Nachfrage der Händler und Aussteller nach einem Plätzchen auf dem Marktplatz war deutlich höher als in Vorjahr.

Rehmann: "Wir haben uns deshalb entschlossen, die Stände auch in die Lintorfer Straße hinein zu platzieren. Das hat die Stellfläche insgesamt vergrößert und das Getümmel auf dem Markt etwas gemildert." Hätte man sich nur auf den Marktplatz beschränkt, wäre es zum Kollaps gekommen.

"Die tolle Resonanz motiviert ungemein", blickt Rehmann in die Zukunft. Fürs nächste Jahr will er mit weiteren Überraschungen aufwarten. Das Spektakel müsse sich immer weiterentwickeln. Sonst funktioniere ein solcher Event nur drei bis vier Mal, dann wäre die Luft raus.

Bestens bewährt habe sich, die Pfarrkirche St. Peter und Paul mit einzubeziehen. Die beiden Projekte, die Kantor Ansgar Wallenhorst auf die Beine gestellt hatte, waren nicht nur hervorragend besucht, sondern eine wirkliche Bereicherung. Rehmann: "So etwas muss es immer geben."

Bewährt habe sich der Entschluss, die Aufführungen der Dumeklemmersage über Headsets und Lautsprecher zu übertragen. Denn im vergangenen Jahr konnten nur rund 150 Zuschauer das Geschehen verfolgen, diesmal waren es 400.

Positiv fand der Stadtmarketingchef, dass in diesem Jahr auch die Innenstadthändler sich kreativ eingebracht hatten. In einer Apotheke wurde "Dumeklemmer-Salbe" angeboten, Kinder durften dort auch selbst Pillen drehen.

Im Kaufhaus Aufterbeck konnte wie im Mittelalter um die Preise gefeilscht werden, und der neue Schnellimbiss "Curry 44" spendierte Kindern, die kleiner als das Schwert des Türstehers waren, eine Portion Pommes zum Sonderpreis samt Spende an den Kinderschutzbund.

Kennzeichen der Besucher wurden zur Auswertung erfasst

Noch während des zweitägigen Spektakels ließ Rehmann die Fahrzeugkennzeichen der Besucher erheben, um so einen Überblick über die Reichweite der Veranstaltung zu bekommen. Am ME-Kennzeichen könne man natürlich nicht erkennen, ob jemand aus Ratingen, Wülfrath oder Hilden gekommen ist. Die überdurchschnittlich hohe Zahl auswärtiger Autos war aber unübersehbar.

"Ganz viele waren vorher noch nie in Ratingen", berichtet Rehmann von Gesprächen, die er mit Besuchern geführt hatte. Darunter ein ganzer Bus mit Niederländern, die extra für das Dumeklemmer-Spektakel angereist waren. "In den einschlägigen Magazinen der Mittelalter-Szene war die Ratinger Veranstaltung ein Thema." Dennoch soll und muss das Spektakel ein Familienfest bleiben: Gerade die Schaukämpfe und Angebote für Kinder waren besonders gefragt.

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