Fahrer über 65Jahre sind in Ratingen besonders oft in Unfälle verwickelt.

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Die Zahl der Unfälle ist in Ratingen im vergangenen Jahr um 8,2 Prozent gestiegen. Häufig blieb es aber bei Sachschäden – es gab weniger Verletzte.

Die Zahl der Unfälle ist in Ratingen im vergangenen Jahr um 8,2 Prozent gestiegen. Häufig blieb es aber bei Sachschäden – es gab weniger Verletzte.

Polizei

Die Zahl der Unfälle ist in Ratingen im vergangenen Jahr um 8,2 Prozent gestiegen. Häufig blieb es aber bei Sachschäden – es gab weniger Verletzte.

Ratingen. Vorsehen sollte sich, wer in Ratingen am Straßenverkehr teilnimmt. Das Risiko, im verkehrsreichen Stadtgebiet in einen Unfall verwickelt zu werden, ist vor allem für Senioren stark gestiegen. Die gute Nachricht: Es gab im vergangenen Jahr zwar mehr Unfälle, aber weniger Verletzte und Verkehrstote - die Zusammenstöße verliefen im Durchschnitt glimpflicher.

Unfallschwerpunkt im Stadtgebiet ist die Kreuzung Krummenweger Straße/ Rehhecke. "Radfahrer sind an dieser Stelle erst sehr spät zu sehen", warnt Elmar Hörster, Chef der Ratinger Polizeiwache. Das Verkehrsaufkommen dort steigt durch die umliegenden Firmen weiter an, was die Gefahr erhöht.

Der Arbeitskreis Verkehr von Stadt und Polizei versucht, Ansätze für diesen Brennpunkt zu finden. "Eine Ampellösung wäre das Sicherste", findet Hörster. Für einen Kreisverkehr müssten zusätzliche Grundstücke gekauft werden.

Die Polizei sucht noch Konzepte, die Ältere erreichen

Mehr als ein Drittel häufiger als im Vorjahr waren Ratinger im Alter von über 65 Jahren in Unfälle verwickelt. Das Verkehrsrisiko der Senioren in Ratingen ist damit deutlich stärker gestiegen als in jeder anderen Stadt des Kreises. Diese Altersgruppe zeigt einen schlechteren Verlauf als die jungen Erwachsenen, die besonders von der Polizei beobachtet werden.

Die Ordnungshüter suchen jetzt nach neuen Konzepten zum Schutz der älteren Bürger: "Senioren zu erreichen, ist aber recht schwierig", sagt der Wachleiter. Es habe keinen Sinn, Aufklärung in Altersheimen zu machen, denn dort seien Leute, die überwiegend nicht mehr mobil sind. Die Möglichkeiten, einen Führerschein zur Gefahrenabwehr einzuziehen, seien sehr beschränkt, erklärt Gerd Hess vom Verkehrskommissariat: "Ich habe manchmal Bauchschmerzen dabei, Leuten den Führerschein zurückzugeben, die besser nicht mehr fahren sollten."

2549 Verkehrsunfälle haben sich 2009 in Ratingen ereignet, 8,2 Prozent mehr als im Jahr davor. Im gleichen Zeitraum sank der Durchschnitt im Kreis Mettmann leicht.

Eine Person starb im letzten Jahr im Verkehr.

Unfälle mit Senioren nahmen von 139 auf 191 um über 37 Prozent zu. Während dessen sanken die Zusammenstöße der unter 24-Jährigen von 114 auf 104. Unfälle mit Kindern sind mit 22 ebenfalls rückläufig.

Die Zahl der Unfallfluchten sank 2009 um über 4Prozent auf 578, zwölf davon mit Verletzten. Gut die Hälfte aller Fluchten konnte die Polizei aufklären. Weiter gilt die Faustregel: "Jeder Dritte haut ab."

Der einzige Verkehrsunfall mit Todesfolge ereignete sich im November 2009 an der Kreuzung Kalkumer Straße/Breitscheider Weg. Der 17-jährige Fahrer eines Leichtkraftrads versuchte links abzubiegen. Er starb nach der Kollision mit dem Pkw eines 77-Jährigen.

Auf Alkohol am Steuer kontrollierte die Ratinger Polizei 2009 fast doppelt so oft wie im Jahr davor, entdeckte aber weniger Verstöße. Insgesamt 102 Fahrer fielen bei Kontrollen mit Werten über 0,5 Promille auf. Trauriger Spitzenreiter war ein 37-jähriger Autofahrer, der im Juli mit 4,32 Promille unterwegs war. Er beschädigte einen Zaun und flüchtete. Die Beamten ermittelten ihn dennoch und stellten seinen Führerschein sicher.

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